Rezeptpflichtige Medikamente sollen weiterhin per Post kommen können, etwa auch aus Holland. So will das Gesundheitsminister Jens Spahn. Und das leuchtet ein. Denn wenn es mit Videosprechstunden vorangehen soll, gehört das Bestellen der nötigen Arznei im Internet logischerweise dazu – ohne den Umweg, ein E-Rezept in eine Apotheke vor Ort tragen zu müssen.
Damit verabschiedet sich Spahn vom Koalitionsvertrag. Um sich angesichts der Lobbymacht der Apotheker und der Verbotsanhänger in den Regierungsfraktionen durchzusetzen, macht Spahn, was die Bundesregierung generell gern tut – Geld verteilen. 375 Millionen Euro sollen die Apotheker extra bekommen. Wie viele Spahn-Vorhaben bezahlt von den Versicherten. Nun ist es gut und richtig, die Versorgung im ländlichen Raum durch mehr Geld für Nacht- und Notdienste absichern zu helfen. Das hätte man aber billiger haben können. Indem man das Vergütungssystem so verändert, dass weniger Geld bei großen und mehr bei kleinen Apotheken landet. Aber angesichts der vielen Vorhaben, an denen Spahn schraubt, erschien ihm dieser Weg wohl als zu mühsam.