Antrittsrede von Donald Trump
: Was ein erneuter Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen bedeutet

Donald Trump hat in seiner Antrittsrede angekündigt, dass die USA zum zweiten Mal das Pariser Klimaschutzabkommen aufkündigen wollen. Was das bedeutet und wie die Bekämpfung der Klimakrise jetzt weitergeht.
Von
Larissa Schwedes, dpa
Washington
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US President Donald Trump delivers remarks in Emancipation Hall as Vice President J.D. Vance looks on during inauguration ceremonies at the US Capitol in Washington, DC, on January 20, 2025. Trump takes office for his second non-consecutive term as the 47th president of the United States. (Photo by BONNIE CASH / POOL / AFP)

Donald Trump bei seiner Antrittsrede in Washington, im Hintergrund Vizepräsident J.D. Vance.

BONNIE CASH/AFP

Donald Trump verabschiedet sich vom Klimaschutz: Der neue US-Präsident will das Pariser Klimaabkommen erneut aufkündigen. Laut einer Mitteilung des Weißen Hauses gehört der Ausstieg zu seinen Prioritäten. Trump leugnet die menschengemachte Erderwärmung und hält das Abkommen für „Abzocke“.

Das Pariser Klimaabkommen hat das Ziel, die Erderwärmung auf klar unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit - und möglichst auf nur 1,5 Grad - zu begrenzen. Damit sollen die schlimmsten Folgen der Klimakrise vermieden werden - etwa häufigere und heftigere Hitzewellen, Dürren, Waldbrände sowie Unwetter und Überschwemmungen.

Was bedeutet der angekündigte Ausstieg konkret? 

Die USA ziehen sich mit dem Ausstieg aus dem Kampf gegen die eskalierende Klimakrise zurück. Das bedeutet, dass die USA keine Pläne mehr dafür vorlegen werden, wie sie den Ausstoß klimaschädlicher Gase reduzieren wollen. Auch finanziell ziehen sich die USA aus der Verantwortung: Das Pariser Klimaabkommen verpflichtet Industriestaaten wie die USA, verwundbare und ärmere Länder finanziell zu unterstützen - auch wenn Staaten bei Nicht-Zahlung nicht offiziell zur Rechenschaft gezogen werden können. Der Druck auf die USA, für Klimaschutz, Anpassung und Schäden zu zahlen, entfällt mit dem Ausstieg.

„Das ist sicherlich kein gutes Zeichen für internationalen Klimaschutz, wenn der zweitgrößte Emittent und die größte Volkswirtschaft der Welt nicht dabei ist. Dann wird es natürlich schwieriger“, sagt dazu Klimaforscher Niklas Höhne vom NewClimate Institute. Konkret läuft nach einer Kündigung zunächst eine einjährige Frist, bis die USA tatsächlich aus dem Abkommen ausscheiden. 

Ist damit der internationale Klimaschutz gescheitert?

„Das ist nicht der Untergang des internationalen Klimaschutzes. Ganz im Gegenteil. Denn bisher hat sich gezeigt, dass alle anderen Länder weiter dabei sein und diese Lücke füllen wollen. Insbesondere die EU, aber eben auch China sind fest dabei“, meint Experte Höhne. 

Auch Christoph Bals, politischer Geschäftsführer der Umweltorganisation Germanwatch, betont: „Trump und seine Regierung werden sicherlich die Dynamik der Energierevolution in den USA in gewissem Maß abbremsen. Aber noch nie in der Geschichte der Menschheit ist eine Energieform so schnell gewachsen wie jetzt die Erneuerbaren Energien. Die Regierung Trump kann diesen Trend wohl verlangsamen, aber nicht aufhalten.“

Die Internationale Energie-Agentur erwartet, dass 2030 fast die Hälfte des Strombedarfs weltweit aus Erneuerbaren gedeckt wird. Schon jetzt hat der Ausbau die Erwartungen übertroffen.

Das Vor und Zurück beim Klimaabkommen

Trump hatte die USA bereits in seiner ersten Amtszeit (2017-2021) aus dem Abkommen geführt. Aufgrund der Kündigungsfrist wurde der Austritt aber erst kurz vor Ende seiner Amtszeit im November 2020 wirksam. Da war schon klar, dass sein Nachfolger, der Demokrat Joe Biden, die USA wieder in das Abkommen zurückführen würde.

Wie groß könnte Trumps Effekt auf die Erderwärmung sein?

Es gibt eine erste Analyse dazu, wie groß der Trump-Effekt in Sachen Erderwärmung ausfallen könnte. Die Experten des Vergleichsportals Climate Action Tracker berechneten schon vor einigen Wochen, wie viel das Umsteuern der USA zur Erderwärmung beitragen könnte und beziffern den möglichen Trump-Effekt auf 0,04 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts - allerdings unter der Voraussetzung, dass nur die USA den Kurs ändern und es keine Nachahmer geben wird. 

  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Präsident Donald Trump (l) spricht nach seiner Vereidigung zum Präsidenten der Vereinigten Staaten während der Amtseinführung des Präsidenten in der Rotunde des US-Kapitols in Washington, während der ehemalige Präsident Joe Biden (M) und die ehemalige Vizepräsidentin Kamala Harris zusehen. Foto: Shawn Thew/Pool EPA/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Präsident Donald Trump (l) spricht nach seiner Vereidigung zum Präsidenten der Vereinigten Staaten während der Amtseinführung des Präsidenten in der Rotunde des US-Kapitols in Washington, während der ehemalige Präsident Joe Biden (M) und die ehemalige Vizepräsidentin Kamala Harris zusehen.

    Shawn Thew/Pool EPA/AP/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Menschen nehmen an der Amtseinführung des Präsidenten in der Rotunde des US-Kapitols in Washington teil. Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP Pool/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Die Rotunde des US-Kapitols in Washington ist gut gefüllt.

    Julia Demaree Nikhinson/AP Pool/AP/dpa
  • Amtseinführung Trump

    Alle Augen waren auf Donald Trump gerichtet.

    Kenny Holston/Pool The New York Times/AP/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Donald Trump wird von Chief Justice John Roberts als 47. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt, während Melania Trump die Bibel während der 60. Amtseinführung des Präsidenten in der Rotunde des US-Kapitols in Washington hält. Foto: Morry Gash/AP Pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Donald Trump wird von Chief Justice John Roberts als 47. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt, während Melania Trump die Bibel hält.

    Morry Gash/AP Pool/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: JD Vance (l) wird von Supreme Court Justice Brett Kavanaugh als Vizepräsident vereidigt, während Usha Vance die Bibel während der Amtseinführung des Präsidenten in der Rotunde des US-Kapitols in Washington hält. Foto: Kevin Lamarque/Pool Reuters/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    JD Vance (l) wird von Supreme Court Justice Brett Kavanaugh als Vizepräsident vereidigt.

    Kevin Lamarque/Pool Reuters/AP/dpa
  • Amtseinführung Trump

    Ein (Luft-)Küsschen für den Ehemann: Melania und Donald Trump kurz bevor der neue Präsident vereidigt wird.

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  • Amtseinführung Trump - Demonstrationen in Texas: 20.01.2025, USA, McAllen: Die Organisation La Union del Pueblo Entero (LUPE; dt. Union des gesamten Volkes) demonstriert gegen die Amtseinführung des US-Präsidenten Donald Trump. Foto: Eric Gay/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Im Ort McAllen demonstrierten unterdessen Menschen gegen Trump als Präsidenten.  Die Organisation La Union del Pueblo Entero (LUPE; dt. Union des gesamten Volkes) hatte dazu aufgerufen.

    Eric Gay/AP/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Der gewählte Vizepräsident, der ehemalige Senator J.D. Vance, R-Ohio, links, und der gewählte Präsident Donald Trump sprechen während der 60. Amtseinführung des Präsidenten in der Rotunde des US-Kapitols in Washington. Foto: Chip Somodevilla/Pool Getty Images/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Die mächtigsten Männer der USA, zumindest auf dem Papier: Vizepräsident JD Vance und Präsdient Donald Trump kurz vor ihrer Vereidigung.

    Chip Somodevilla/Pool Getty Images/AP/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Präsident Joe Biden, Mitte links, und First Lady Jill Biden, links, begrüßen den designierten Präsidenten Donald Trump, Mitte rechts, und Melania Trump, rechts, bei ihrer Ankunft im Weißen Haus in Washington. Foto: Evan Vucci/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Präsident Joe Biden und First Lady Jill Biden, links, begrüßen den designierten Präsidenten Donald Trump und Melania Trump, rechts, bei ihrer Ankunft im Weißen Haus in Washington.

    Evan Vucci/AP/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Elon Musk kommt vor der 60. Amtseinführung des Präsidenten in der Rotunde des US-Kapitols in Washington an. Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP Pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Elon Musk kommt vor der 60. Amtseinführung des Präsidenten in der Rotunde des US-Kapitols in Washington an.

    Julia Demaree Nikhinson/AP Pool/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Anhänger von Trump, Polizisten und andere Einsatzkräfte versammeln sich im Bereich des US-Kapitols vor der Amtseinführung von Trump. Foto: Vanessa Carvalho/ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Anhänger von Trump, Polizisten und andere Einsatzkräfte versammeln sich im Bereich des US-Kapitols.

    Vanessa Carvalho/ZUMA Press Wire/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Der designierte Präsident Donald Trump gestikuliert, während er mit seiner Frau Melania nach einem Gottesdienst die St. John's Episcopal Church gegenüber dem Weißen Haus in Washington verlässt. Foto: Matt Rourke/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Der designierte Präsident Donald Trump gestikuliert, während er mit seiner Frau Melania nach einem Gottesdienst die St. John's Episcopal Church gegenüber dem Weißen Haus in Washington verlässt.

    Matt Rourke/AP/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Präsident Joe Biden und First Lady Jill Biden erwarten Vizepräsidentin Harris und ihren Ehemann am Weißen Haus. Foto: Alex Brandon/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Sein letzter Tag: Präsident Joe Biden und First Lady Jill Biden erwarten Vizepräsidentin Harris und ihren Ehemann am Weißen Haus.

    Alex Brandon/AP/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Vizepräsidentin Kamala Harris (2.v.r) und ihr Ehemann Doug Emhoff (l) stehen mit dem designierten Vizepräsidenten JD Vance (2.v.r) und seiner Frau Usha Vance bei ihrer Ankunft vor dem Weißen Haus. Foto: Evan Vucci/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Vizepräsidentin Kamala Harris (2.v.r) und ihr Ehemann Doug Emhoff stehen mit dem designierten Vizepräsidenten JD Vance (r.) und seiner Frau Usha Vance bei ihrer Ankunft vor dem Weißen Haus.

    Evan Vucci/AP/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Der designierte Präsident Donald Trump, Melania Trump und Barron Trump kommen vor der Amtseinführung des Präsidenten zu einem Gottesdienst in der St. John's Church. Foto: Evan Vucci/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Der designierte Präsident Donald Trump, Melania Trump und Barron Trump kommen vor der Amtseinführung des Präsidenten zu einem Gottesdienst in der St. John's Church.

    Evan Vucci/AP/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Ein Plakat mit dem Slogan "Welcome back, Mr. President" hängt in der Nähe der St. John's Episcopal Church gegenüber dem Weißen Haus, wo der designierte Präsident Donald Trump und seine Frau Melania am frühen Morgen an einem Gottesdienst teilnehmen werden, um den Tag von Trumps Amtseinführung zu beginnen. Foto: Matt Rourke/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ein Plakat mit dem Slogan "Welcome back, Mr. President" hängt in der Nähe der St. John's Episcopal Church gegenüber dem Weißen Haus,

    Matt Rourke/AP/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Der designierte Präsident Donald Trump kommt vor der Amtseinführung des Präsidenten zu einem Gottesdienst in der St. John's Church. Foto: Evan Vucci/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Der designierte Präsident Donald Trump betritt vor der Amtseinführung den Gottesdienst in der St. John's Church.

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  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Der designierte Vizepräsident JD Vance und Usha Vance nehmen vor der Amtseinführung des Präsidenten an einem Gottesdienst in der St. John's Church teil. Foto: Evan Vucci/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Der designierte Vizepräsident JD Vance und Usha Vance nehmen ebenfalls am Gottesdienst vor der Amtseinführung teil.

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  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Ivanka Trump und ihre Familie kommen zu einem Gottesdienst in der St. John's Episcopal Church gegenüber dem Weißen Haus, am Tag der Amtseinführung von Donald Trump, an dem auch der designierte Präsident und seine Frau Melania teilnehmen werden. Foto: Matt Rourke/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ivanka Trump und ihre Familie kommen zum Gottesdienst.

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  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Eric Trump und Ehefrau Lara, Tochter Carolina und Sohn Luke kommen zu einem Gottesdienst in der St. John's Episcopal Church gegenüber dem Weißen Haus, am Tag der Amtseinführung von Donald Trump, an dem auch der designierte Präsident und seine Frau Melania teilnehmen werden. Foto: Matt Rourke/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Eric Trump und Ehefrau Lara, Tochter Carolina und Sohn Luke.

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  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Der designierte Präsident Donald Trump und seine Frau Melania werden bei ihrer Ankunft zu einem Gottesdienst in der St. John's Episcopal Church gegenüber dem Weißen Haus am Tag der Amtseinführung von Donald Trump, begrüßt. Foto: Matt Rourke/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Der designierte Präsident Donald Trump und seine Frau Melania werden bei ihrer Ankunft zum Gottesdienst in der St. John's Episcopal Church begrüßt.

    Matt Rourke/AP/dpa
  • Amtseinführung Trump: 20.01.2025, USA, Washington: Das US-Kapitol ist in der Morgendämmerung des Inaugurationstages in Washington von der Spitze des Washington Monuments aus zu sehen. Foto: Brendan McDermid/Pool Reuters/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Das US-Kapitol ist in der Morgendämmerung des Inaugurationstages.

    Brendan McDermid/Pool Reuters/AP/dpa
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Dabei legen die Experten etwa die Rückabwicklung des unter Joe Biden eingeführten sogenannten Inflation Reduction Acts (IRA) zugrunde - einem enormen Investitionsprogramm mit Klima-Fokus. Die 0,04 Grad kämen zu den 2,7 Grad hinzu, auf die die Welt derzeit der Analyse zufolge zusteuert - selbst falls die Staaten alle vorgelegten Klimaschutzpläne einhalten sollten.

Allerdings: Auch unter Biden waren die USA nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur der größte Öl- und Gas-Produzent der Welt.

Wird Trump Subventionen für klimafreundliche Branchen abschaffen?

Experten rechnen damit, dass das als IRA-Investitionsprogramm auch unter Trump erhalten bleiben wird. „Zu viele der angepeilten 368 Milliarden Dollar Investitionen sollen in republikanisch regierte Staaten fließen. Es gibt Schätzungen, dass es bereits mehr als 300.000 neue Arbeitsplätze dadurch gibt“, meint Bals. Höhne teilt diese Einschätzung: Es handele sich um eine Steuererleichterung. „Das ist etwas, was die Republikaner mögen.“

Wahrscheinlicher sei, dass Trump die US-Umweltbehörde (Environment Protection Agency) abschaffen werde - und mit ihr alle Regeln etwa für Emissionsstandards. „Das würde dann langfristig zu höheren Emissionen führen“, so Höhne.

Könnten andere Länder dem Beispiel der USA folgen? 

Argentinien zog sich vorzeitig von der letzten Klimakonferenz zurück - während Präsident Javier Milei bei Trump in Florida weilte. „Der Einfluss von Trump auf die Klimapolitik wird vor allem davon abhängen, wie wirkmächtig er eine Koalition der Bremser weltweit organisieren kann“, meint Bals. 

Wie könnte so eine Koalition der Bremser aussehen?

Selbst wenn keine weiteren Länder das Pariser Klimaabkommen verlassen, verändert Trump den Diskurs. Dass er Windräder verbannen will, gibt auch hierzulande Stimmen Aufwind, denen die Windkraft schon immer ein Dorn im Auge war. Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz nannte sie kürzlich etwa hässlich und eine „Übergangstechnologie“. Außerdem hätten Ölstaaten wie Saudi-Arabien auf Klimakonferenzen freiere Bahn, den Prozess zu blockieren.

Greenpeace-Deutschland-Chef Martin Kaiser sieht die nächste Bundesregierung in der Verantwortung, Trump etwas entgegenzusetzen: „Wenn Donald Trump nun gegen jede physikalische Logik wieder stärker auf Gas und Öl setzen will, dann dürfen es Deutschland und Europa nicht bei mahnenden Worten belassen“, sagt Kaiser. 

Welche Rolle spielt China?

„Viel wird jetzt davon abhängen, wie schnell der größte Emittent der Welt, China, seine Emissionen herunterfährt“, meint Bals von Germanwatch. Klimaforscher Höhne sieht die Volksrepublik auch als Treiber: „China ist das Powerhaus für alles, was man für die Energiewende braucht.“ Der Großteil der Solarmodule und auch die Mehrheit der Windkraftanlagen und Elektroautos kämen von dort. „Für China ist das ein riesiger Zukunftsmarkt und deshalb ist das ein großer Treiber.“