Anschlag auf Weihnachtsmarkt Magdeburg: Sechsfacher Mord – Todesfahrer jetzt angeklagt

Die Spurensicherung arbeitet an einem Auto, mit dem ein Täter in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg gefahren ist.
Hendrik Schmidt/dpa- Anklage gegen Taleb A.: Sechsfacher Mord und versuchter Mord an 338 Personen in Magdeburg.
- Anschlag auf Weihnachtsmarkt 2022: Täter raste mit Auto in Menschenmenge, sechs Tote, 344 Betroffene.
- Motiv laut Ermittlungen: Frustration über zivilrechtlichen Streit, Tat wochenlang geplant.
- Täter war Arzt im Maßregelvollzug, psychiatrisches Gutachten zur Schuldfähigkeit in Auftrag.
- Politische Aufarbeitung im Landtag Sachsen-Anhalt, Fokus auf Sicherheitskonzepte und Täterprofil.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg hat Anklage gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt erhoben. Sie wirft Taleb A. unter anderem sechsfachen Mord vor und versuchten Mord an 338 Personen, wie die Behörde in Naumburg mitteilte. Es kamen fünf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren zu Tode sowie ein neunjähriger Junge. Zudem legt die Generalstaatsanwaltschaft dem Mann gefährliche Körperverletzung zur Last.
Am 20. Dezember vergangenen Jahres war der Täter mit einem Auto über den Magdeburger Weihnachtsmarkt gerast. Der Anschlag dauerte laut der Generalstaatsanwaltschaft eine Minute und vier Sekunden. Der 50-jährige saudische Arzt habe einen 340 PS starken Mietwagen genutzt. Er sei mit bis zu 48 km/h unterwegs gewesen. Insgesamt schädigte er den Angaben zufolge 344 Personen.
Wann der Prozess beginnen könnte, ist offen. Der Bau eines neuen Interims-Gerichtsgebäudes soll voraussichtlich im September fertig sein. Die Leichtbauhalle entsteht auf einem landeseigenen Grundstück in Magdeburg.
Psychiatrisches Gutachten zu Magdeburg-Täter erstellt
Der Mann sitzt in Untersuchungshaft, er war zuletzt mehrfach verlegt worden. Die Generalstaatsanwaltschaft hat ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben, um die Frage der Schuldfähigkeit zu klären. In der Mitteilung zur Anklageerhebung hieß es, der Attentäter habe während der Fahrt nicht unter Alkoholeinfluss gestanden.
Er habe „offenbar aus Unzufriedenheit und Frustration über den Verlauf und den Ausgang einer zivilrechtlichen Streitigkeit sowie die Erfolglosigkeit diverser Strafanzeigen gehandelt, und zwar mit dem Ziel, eine unbestimmte, möglichst große Anzahl von Personen und Personengruppen, die in den Fahrbereich seines Fahrzeugs gelangen würden, zu töten“. Die Tat sei mehrere Wochen in Einzelheiten geplant und vorbereitet worden, so die Ermittlungsergebnisse. Mittäter und Mitwisser habe es demnach nicht gegeben.
Politische Aufarbeitung des Anschlags in Magdeburg im Landtag
Neben den strafrechtlichen Ermittlungen gibt es im Landtag von Sachsen-Anhalt auch eine politische Aufarbeitung. Nachdem es zunächst vor allem um das Sicherheitskonzept für den Weihnachtsmarkt und die Verantwortung von Veranstalter, Stadt und Polizei ging, wollen die Abgeordneten den Fokus in den nächsten Monaten verstärkt auf den Täter richten.
Taleb A. war vor der Todesfahrt im Maßregelvollzug in Bernburg (Salzlandkreis) als Arzt tätig. Sein Aufgabengebiet umfasste die psychiatrische Betreuung von Straftätern auf drei Stationen. Anfang Februar war bekanntgeworden, dass sich ein Kollege ein paar Monate vor dem Anschlag Sorgen um die Verfassung von Taleb A. machte und diese Hinweise auch an Vorgesetzte weitergab. Auch mehrere Sicherheitsbehörden befassten sich immer wieder mit dem Täter, er war aber als Gegner von Islamisten letztlich durch alle Raster gefallen.

