AKW-Hülle beschädigt
: Selenskyj: Tschernobyl von Drohne getroffen

Das stillgelegte AKW Tschernobyl ist mutmaßlich von einer Drohne getroffen worden. Die IAEA bestätigt den Vorfall. Immer wieder beschießt Russland strategisch wichtige Objekte in der Ukraine.
Von
swp, dpa
Kiew
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Der Schutzschild um das AKW Tschernobyl soll in der Nacht von einer russischen Drohne getroffen worden sein. (Archivbild)

Efrem Lukatsky/AP/dpa
  • Stillgelegtes AKW Tschernobyl von russischer Drohne getroffen.
  • Schutzschild beschädigt, keine erhöhte Strahlenbelastung.
  • IAEA bestätigt Explosion um 1.50 Uhr Ortszeit.
  • Feuer gelöscht, Schäden jedoch bedeutend.
  • Tschernobyl erinnert an die Nuklearkatastrophe von 1986.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj geht davon aus, dass das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl von einer russischen Drohne getroffen wurde. Die Schutzhülle um das vor fast 30 Jahren havarierte Atomkraftwerk sei durch den Einschlag beschädigt worden. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA bestätigte den Vorfall.

Selenskyj: Schäden sind bedeutend

Ein Feuer sei gelöscht worden, die Strahlenbelastung sei nicht erhöht, schrieb Selenskyj bei Telegram. Die Schäden seien aber bedeutend. „Es gibt ein Land in der Welt, das solche Objekte attackieren kann, das die Territorien von Atomkraftwerken besetzt und Kampfhandlungen führt, ohne überhaupt über die Konsequenzen nachzudenken – und das ist das heutige Russland.“

Wie die IAEA bestätigt, hätten die dort stationierten internationalen Atombeobachter in der Nacht gegen 1.50 Uhr Ortszeit (0.50 Uhr MEZ) eine Explosion am Sarkophag um den havarierten Reaktor vier gehört. Sie seien dann darüber informiert worden, dass eine Drohne die Überdachung des AKW getroffen habe, heißt es in einer Mitteilung der IAEA.

Besondere Vorsicht geboten

Im damals sowjetischen Kernkraftwerk Tschernobyl explodierte am 26. April 1986 ein Reaktor. Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl gilt als weltweit schwerster Reaktorunfall. Wegen der Strahlung musste nicht nur das Kraftwerk stillgelegt, sondern auch anliegende Ortschaften evakuiert werden. Bei den Rettungs- und Bergungsarbeiten erlitten Tausende Menschen schwere Strahlenschäden. Über dem ersten Schutzschild wurde mit internationaler Hilfe ab 2010 ein neuer Sarkophag gebaut, der offiziell 2019 eingeweiht wurde.

2022 kurz nach Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Angriffskriegs besetzten russische Truppen das Gelände des AKW. Sie mussten sich aber später wieder zurückziehen.