250 Jahre USA
: Trump sieht sein Land als von Gott auserwählte Siegernation

Die Feier zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit zieht sich wegen einer Unwetterwarnung bis tief in die Nacht. Der US-Präsident nutzt seine Rede für den Wahlkampf.
Von
dpa/afp
Washington
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Die Veranstalter sprachen vom größten Feuerwerk der Geschichte.

Mark Schiefelbein/AP/dpa
  • Trump beendet in Washington die Feiern zum 250. Jubiläum mit einer Wahlkampfrede.
  • Er stilisiert die USA als von Gott auserwählte Siegernation und attackiert „Kommunisten“.
  • Sein „Save America Act“ findet keine Mehrheit, dennoch rühmt er Erfolge der zweiten Amtszeit.
  • Unwetterwarnung erzwingt Evakuierung; größte Feuerwerksshow geplant mit 850.000 Effekten.
  • Rechtsextreme „Patriot Front“ marschiert nahe dem Kapitol, Papst Leo XIV. wirbt für Versöhnung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Donnernde Kampfjets, drohendes Unwetter und das angeblich größte Feuerwerk aller Zeiten: Mit einer Rede in Washington hat US-Präsident Donald Trump den Schlusspunkt unter die Festlichkeiten zum 250. Jubiläum der Vereinigten Staaten gesetzt. Trump beschwor am Unabhängigkeitstag das Bild einer von Gott auserwählten Siegernation, die dazu bestimmt sei, die Welt anzuführen.

Auf die bei ihm sonst üblichen Anfeindungen gegen kritisch berichtende Medien oder in Ungnade gefallene Staaten verzichtete er. Dafür teilte Trump wie am Vortag gegen „Kommunisten“ aus, die er mit einem Krebsgeschwür verglich. „Amerika wird niemals ein kommunistisches Land sein. Das wird nicht passieren.“ Trump bringt die US-Demokraten, die bei den Zwischenwahlen im November die Mehrheiten in beiden Parlamentskammern übernehmen könnten, immer wieder in den Zusammenhang mit dem Kommunismus.

Trump nutzt die Bühne für den Wahlkampf

Zwischen allerhand Ehrungen für Veteranen wechselte Trump auch immer wieder in den Wahlkampfmodus und warb etwa für seinen „Save America Act“. Das Gesetz sieht neue Regeln für Wahlen vor und findet seit Monaten keine Mehrheit im Kongress. Zudem rühmte er sich seiner angeblichen politischen Errungenschaften in der zweiten Amtszeit. 

Direkt im Anschluss an die Rede erleuchteten Hunderte Raketen den Himmel über der US-Hauptstadt. Laut den Veranstaltern sollte es das größte Feuerwerk der Geschichte sein: Die Rede war von 850.000 Pyroeffekten in 35 Minuten.

Das Spektakel bildete den Höhepunkt der mehrtägigen Feierlichkeiten, die eigentlich ganz anders hätten laufen sollen. Etliche Künstler hatten Konzerte mit der Begründung abgesagt, die Veranstaltungsreihe sei ihnen zu politisch aufgeladen. Trump kündigte daraufhin an, stattdessen „die Nummer-eins-Attraktion auf der ganzen Welt“ auf die Bühne zu bringen: sich selbst.

Trump hielt eine Rede in Washington.

Alex Brandon/AP/dpa

Festgelände wegen Unwetterwarnung evakuiert

Auch das Wetter beeinträchtigt die Feierlaune – nicht nur in Washington. Seit Tagen ächzt die US-Hauptstadt unter Temperaturen von fast 40 Grad. Auf die Hitze folgte am Abend dann der Donner: Wegen einer Unwetterwarnung wurde der Veranstaltungsort zwischenzeitlich sogar evakuiert, Tausende Besucher mussten das Festgelände verlassen.  Die traditionelle Parade zum Unabhängigkeitstag in Washington war wegen „extremer Hitze“ abgesagt worden.

Seit Wochen nutzt Trump das 250. Gründungsjubiläum und damit verbundene Veranstaltungen, um sich und seine Erfolge zu rühmen. Innenpolitisch steht er unter Druck, seine Beliebtheitswerte sind unter dem Eindruck des Iran-Kriegs deutlich gesunken.

Der 4. Juli wird in den USA traditionell als Unabhängigkeitstag gefeiert. Abgesandte der 13 amerikanischen Kolonien nahmen am 4. Juli 1776 offiziell eine Erklärung an, mit der sie sich als Vereinigte Staaten von Amerika von Großbritannien loslösten. Dies war die Geburtsstunde der USA.

Rechtsextreme marschieren vor das Kapitol

Die tiefe Spaltung der US-Gesellschaft im Jubiläumsjahr machte auch ein Aufmarsch vermummter Mitglieder der rechtsextremen Gruppe Patriot Front nahe des Kapitols deutlich. Sie riefen „Reclaim America!“ (Erobert Amerika zurück). Einige von ihnen schwenkten Konföderiertenflaggen – die Flagge der sklavenhaltenden Südstaaten im US-Bürgerkrieg (1861 bis 1865), die heute als rassistisches Symbol gilt.

Der amerikanische Papst Leo XIV. nutzte die 250-Jahr-Feiern dagegen für eine Botschaft der Versöhnung: „Die Verteidigung menschlichen Lebens umfasst auch das Willkommenheißen, den Schutz und die Unterstützung von Einwanderern, deren Hoffnungen, Opfer und Beiträge von Beginn an Teil der Geschichte dieses Landes gewesen sind“, erklärte der in Chicago geborene Pontifex. Trump hatte dagegen Massenabschiebungen angeordnet.