Schneechaos Zu spät zur Arbeit: Was ist erlaubt?

Wer im Winter pünktlich bei der Arbeit sein will, muss früh aufstehen.
Wer im Winter pünktlich bei der Arbeit sein will, muss früh aufstehen. © Foto: dpa
Ulm / Christian Kern 16.01.2019
Es ist immer das Gleiche. Der Winter kommt – und mit ihm unzählige Staus. Nicht selten führt das dazu, dass viele zu spät zur Arbeit erscheinen. Ist das erlaubt? Wir klären die Rechtslage bei dem Streitthema.

Grippewelle, Schneefall und klirrende Kälte – der Winter hat Süddeutschland fest im Griff. Das macht sich auch im Straßenverkehr bemerkbar: Kilometerlange Staus auf den Autobahnen und stockender Verkehr in den Städten sind momentan nicht ungewöhnlich.

Während die Warterei für die einen einfach nur nervig ist, kann es für andere zum ernsthaften Problem werden. Denn viele Vorgesetzte reagieren auf witterungsbedingte Verspätungen äußerst empfindlich. Manche drohen sogar mit einer Abmahnung. Doch ist das überhaupt rechtens? Wir erklären, was Arbeitnehmer im Winter beachten müssen.

Pünktlichkeit ist Pflicht

Die schlechte Nachricht vorneweg: Der nörgelnde Chef ist grundsätzlich im Recht. Denn die Mitarbeiter tragen das sogenannte „Wegrisiko“. Das bedeutet, dass sie sich selber um den Anreise zur Arbeit kümmern müssen. Dazu gehört auch, sich im Vorfeld über Staus und Zugverspätungen zu informieren – und eventuell früher loszufahren.

Kommt man zu spät, kann das Unternehmen verlangen, die versäumte Arbeitszeit nachzuholen. In bestimmten Fällen ist es sogar befähigt, den Lohn zu kürzen. Den Angestellten abmahnen oder gar kündigen darf es aber nicht. Dafür muss es einen klaren Beweis geben, dass der Mitarbeiter bewusst zu spät gekommen ist.

Früher aufstehen lohnt sich

In Extremfällen ist das strikte Pünktlichkeitsgebot aber außer Kraft gesetzt. Beispielsweise, wenn in unmittelbarer Nähe des Mitarbeiters ein schwerer Unfall passiert. Dann muss der Arbeitgeber die Verspätung des Mitarbeiters in Kauf nehmen.

Trotzdem bleibt es die beste Lösung, am Morgen einfach ein wenig früher aufzustehen. Dann kann man auch genügend Zeit für unvorhergesehene Turbulenzen einplanen. Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Sollte man auf dem Weg zur Arbeit selber einen Unfall bauen, ist man über die jeweiligen Berufsgenossenschaften versichert.

Das könnte dich auch interessieren:

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel