Wetter Zerstörerische Naturkatastrophe: So entsteht ein Hurrikan

Hurrikane richten mitunter Schaden in Milliardenhöhe an.
Hurrikane richten mitunter Schaden in Milliardenhöhe an. © Foto: dpa
Ulm / Matze Jedele und Marvin Meyke mit dpa 12.09.2018
Hurrikans haben in der Vergangenheit enorme Schäden angerichtet. Die tropischen Wirbelstürme sind ein beeindruckendes, aber auch extrem bedrohliches Naturspektakel – aber wie entstehen sie?

Alljährlich suchen Hurrikans Mittelamerika, die Karibik und den Süden der USA heim. Die schlimmsten Stürme kosteten tausenden Menschen das Leben und verursachten Milliardenschäden.

Wie entsteht ein Hurrikan?

Ein Hurrikan entsteht, indem feuchtwarme Luft über dem Meer aufsteigt und Unterdruck erzeugt. In dem sich bildenden Kamin strömt immer mehr Luft nach oben und wird durch die Corioliskraft in Rotation versetzt. Die Wassertemperatur muss dabei etwa bei 26 Grad Celsius liegen – und das bis zu einer Tiefe von zirka 50 Metern, denn aus dem Verdampfen des warmen Oberflächenwassers beziehen die Wirbelstürme ihre Energie. Die meisten Hurrikane auf der nördlichen Erdhalbkugel entstehen deshalb zwischen Juli und September, wenn das Wasser die entsprechende Temperatur hat.
Weiterhin muss das Gebiet, in dem die gleichen meteorologischen Bedingungen herrschen, einige 100 Quadratkilometer groß sein. Darin dürfen beispielsweise nicht am Boden und in der Höhe Winde aus unterschiedlichen Richtungen wehen. Diese würden den sich bildenden Sturm auseinander treiben. Schließlich ist noch die geografische Lage entscheidend. Hurrikane können nur jenseits des fünften Grades nördlicher beziehungsweise südlicher Breite entstehen, aber nicht am Äquator, da hier die von der Erdrotation hervorgerufene Corioliskraft zu gering ist, um die aufsteigenden Luftmassen in Rotation zu versetzen.

Ab wann spricht man von einem ein Hurrikan?

Als Hurrikan wird ein tropischer Wirbelsturm bezeichnet, der Windgeschwindigkeiten von über 118 km/h aufweist und wenn er im Atlantik, in der Karibik oder im östlichen Pazifik entsteht. Tropische Wirbelstürme, die im Westpazifik entstehen werden Taifune oder auch Willy-Willy genannt. Im Indischen Ozean heißen sie Zyklone. Wenn Wirbelstürme bei großen Temperaturunterschieden über dem Festland entstehen, spricht man von Tornados oder Windhosen.

Wie ist ein Hurrikan aufgebaut?

In der Mitte des Hurrikans entsteht ein trichterförmiges Gebiet, das Auge, in dem Luft absinkt, sich dabei erwärmt und abtrocknet. Das Auge hat einen Durchmesser von zehn bis 30 Kilometer. Kurios: Im Auge herrscht fast Windstille und der Himmel ist heiter. An seinem Rand steigt die feuchtwarme Luft spiralförmig auf. Hier findet man die höchsten Windstärken von bis zu 350 km/h. Ein Hurrikan reicht viele tausend Meter in die Höhe und kann einen Gesamtdurchmesser von bis zu 1000 Kilometer haben. Doch nicht nur der Hurrikan selbst ist extrem gefährlich, sondern auch die ausgelösten Flutwellen.

Wie werden Hurrikans eingeteilt?

Nach der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala werden sie nach ihrer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit in fünf Kategorien eingeteilt, von schwach bis verwüstend ab einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von mehr als 252 km/h.

Woher hat der Hurrikan seinen Namen?

Das Wort Hurrikan kommt aus dem Indianischen und bedeutet so viel wie „Gott des Windes“.

Die Arbeit der Hurrikan-Jäger

Mit speziell ausgerüsteten Propellerflugzeugen fliegen mutige Piloten und Meteorologen der amerikanischen Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Association) in das Auge des Wirbelsturms. Dazu müssen sie durch die sogenannte Eyewall (Mauer des Sturmauges), die gefährlichste Zone eines Hurrikans. Durch plötzlich auftretende Winde wird das Flugzeug dabei kräftig durchgeschüttelt. Im Auge des Hurrikans ist es merkwürdig still. Hier spricht man auch vom Stadion-Effekt.

Bei den nicht ungefährlichen Aufklärungsflügen sollen Daten über die Entwicklung und Richtung des Sturmes gesammelt werden. Diese sind für die Einschätzung der Bedrohung durch einen Hurrikan enorm wichtig. Dazu verfolgen die Jäger das Zentrum der Zirkulation und messen die maximalen Windgeschwindigkeiten.

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