Zecken in Baden-Württemberg
: Mit diesen Tricks schützt man sich vor FSME und Borreliose

2025 sind in weiten Teilen Baden-Württembergs besonders viele Zecken früh unterwegs. Warum ist das so? Und wie kann man sich vor Krankheiten schützen?
Von
Florian Huth
Stuttgart
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Zecken

2025 sind Zecken ungewöhnlich früh und auch in großer Zahl unterwegs. (Archivfoto)

Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Zecken lauern überall dort, wo sie einen Wirt finden können. Sei es in Wäldern, Wiesen, Stadtparks oder dem eigenen Garten. Beim Stich oder Biss können sie Krankheitserreger übertragen. 2025 sind in Baden-Württemberg besonders viele der Spinnentiere unterwegs. Wie kann man sich schützen?

Zecken in BW: Wo muss man vorsichtig sein - und warum?

Zecken gibt es überall in Deutschland. Baden-Württemberg gilt mit Ausnahme des Stadtkreises Heilbronn auch als FSME-Risikogebiet. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim in Stuttgart und ihr Team erfassen seit Jahren Zecken in diesen Regionen, um sie auf FSME-Viren und andere Erreger zu untersuchen. In diesem Jahr melden sie bereits seit dem frühen Frühjahr Rekordzahlen - insbesondere vom Gemeinen Holzbock, der häufigsten Zeckenart Europas. Das sind alle Zecken-Risikogebiete in Baden-Württemberg in der Übersicht.

Zecken können FSME übertragen

Zecken setzen sich fest, bohren ihren Stechrüssel in die Haut und können dabei gefährliche Krankheitserreger übertragen. Die wohl bekannteste Krankheit, die die blutsaugenden Parasiten übertragen, ist FSME. Im vergangenen Jahr wurden dem Landesgesundheitsamt in Stuttgart 229 Fälle aus Baden-Württemberg übermittelt, nach Angaben des Gesundheitsministeriums deutlich mehr als im Vorjahr (2023: 129 Erkrankungen). FSME kann Entzündungen der Hirnhäute, des Gehirns und des Rückenmarks auslösen. Bei 99 Prozent der Betroffenen fehlt laut Robert Koch-Institut (RKI) ein Impfschutz. Wie viele Fälle tatsächlich erkannt werden, hängt auch davon ab, ob Ärzte FSME-spezifische Tests bei Symptomen veranlassen.

Gefahr für Lyme-Borreliose nach Zeckenbiss

Noch häufiger als FSME übertragen Zecken die Lyme-Borreliose. Da diese Krankheit nicht in allen Bundesländern meldepflichtig ist, liegen keine offiziellen Fallzahlen vor. Erste Anzeichen sind eine schmerzlose, oft ringförmige Hautrötung, die bis zu zehn Wochen nach dem Stich auftreten kann. Wandert der Erreger durch den Körper, sind grippeähnliche Symptome möglich: Fieber, Schweißausbrüche, Gelenkentzündungen, Muskelschmerzen oder Herzrhythmusstörungen. Einen Impfstoff gibt es bislang nicht. Die bakterielle Erkrankung lässt sich aber gut mit Antibiotika behandeln.

Was kann man tun, um sich und Kinder im Alltag vor Zecken zu schützen?

Es gibt ein paar einfache Tricks, um sich vor Zecken zu schützen. Das Wichtigste ist, sich nach Aufenthalten im Grünen sorgfältig abzusuchen. Beim Spaziergang oder Wandern sollte man hohes Gras sowie Unterholz meiden. Chemische Abwehrmittel - sogenannte Repellents - können zeitlich begrenzt schützen. Kinder sollten direkt nach dem Spielen sorgfältig abgesucht werden. Besonders an Kniekehlen, Achseln, Hals, hinter den Ohren und im Haaransatz. Zecken sind klein, daher sollte man gründlich und mit guter Beleuchtung vorgehen. „Zecken sind speziell bei Kleinkindern auf Kopfhöhe unterwegs.“

Welche Kleidung schützt vor Zecken?

Ideal sind lange Hosen, langärmlige Oberteile und feste Schuhe. Die Hosenbeine sollten in die Socken gesteckt werden, damit Zecken nicht so leicht an die Haut gelangen. Auf heller Kleidung lassen sich die kleinen Tiere leichter entdecken.