Eingestürzte Gebäude
: Gleich zwei starke Erdbeben erschüttern Venezuela – mindestens 32 Tote

Zwei Beben innerhalb von nur 39 Sekunden: Viele Gebäude in Venezuela sind eingestürzt. Helfer suchen fieberhaft nach Verschütteten. Die Zahl der Opfer könnte noch deutlich steigen.
Von
dpa
Caracas
Erdbeben in Venezuela: 24.06.2026, Venezuela, Caracas: Rettungskräfte durchsuchen nach einem Erdbeben die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes. Foto: Javier Campos/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rettungskräfte durchsuchen nach einem Erdbeben die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes in der venezolanischen Hauptstadt Caracas.

Javier Campos/AP/dpa
  • Zwei starke Erdbeben (7,2 und 7,5) erschüttern Venezuela – der Notstand gilt.
  • Viele Gebäude stürzen ein, Helfer suchen Verschüttete. Zahlreiche Tote werden befürchtet.
  • Epizentren nahe San Felipe, nur 39 Sekunden dazwischen. Über 20 Nachbeben wurden gemeldet.
  • Zugverkehr stoppt, Flughafen Caracas schließt wegen Schäden. Schulen setzen Unterricht aus.
  • USA, El Salvador, Dominikanische Republik und Brasilien bieten Such- und Rettungshilfe an.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei zwei schweren Erdbeben in Venezuela s sind ersten Erkenntnissen zufolge mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen und rund 700 weitere verletzt worden. Aus dem besonders betroffenen Bundesstaat La Guaira gebe es noch keine Opferzahlen, sagte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez. Der Bundesstaat an der Karibikküste sei „ein Katastrophengebiet“. Das doppelte Erdbeben sei eine „wahrhafte Tragödie“ für Venezuela. Die Regierung rief den Notstand aus.

Rettungskräfte suchten in den Trümmern eingestürzter Gebäude nach zahlreichen Verschütteten. Der Zugverkehr in dem südamerikanischen Land wurde eingestellt, der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas wurde wegen Schäden geschlossen.

Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der beiden Erdbeben mit 7,2 und 7,5 an. Eine Modellrechnung der Behörde legte nahe, dass eine sehr hohe Opferzahl zu befürchten war.

Zahlreiche Tote befürchtet

Zwischen beiden Erschütterungen lagen laut USGS nur 39 Sekunden. Das erste Beben ereignete sich am Mittwoch um 18:04 Uhr (Ortszeit; 00:04 MESZ Donnerstag) 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten des Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite, stärkere Erbeben ereignete sich wenige Kilometer weiter nördlich in nur rund zehn Kilometern Tiefe. Wegen der geringen Tiefe dürften die Auswirkungen des zweiten Bebens größer sein.

Allein in den relativ nahegelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen. Auch dort war vom Einsturz von Gebäuden und erheblichen Schäden die Rede – zunächst ohne nähere Angaben.

Die automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte, basierend auf der Stärke des Bebens und der Nähe einiger Städte, legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von mehr als tausend Todesopfern nahe.

Die Millionenstadt Caracas, aus der nach den Beben die ersten Bilder und Berichte kamen, lag dabei nicht besonders nah am Epizentrum, sondern mehr als 150 Kilometer östlich davon.

Fotos und Videos zeigen Ausmaß der Schäden

Allein in der Stadt Tucacas an der Karibikküste würden 15 Menschen unter den Trümmern eines eingestürzten fünfstöckigen Gebäudes vermutet, sagte der Gouverneur des Bundesstaates Falcón, Víctor Clark, dem Fernsehsender VTV. Rund 22 Verletzte würden dort in Kliniken medizinisch versorgt.

In sozialen Netzwerken kursierten Videos von beschädigten Gebäuden und Schäden unter anderem am Flughafen von Caracas. Videos zeigten, wie verängstigte Menschen am Flughafen versuchten, sich in Sicherheit zu bringen, während der Boden bebte und Staubwolken aufstiegen.

Zahlreiche Staaten bieten ihre Hilfe an

Die geschäftsführende Präsidentin sprach von einem „Vorfall mit schwerwiegenden Folgen“. Das US-Außenministerium richtete nach eigenen Angaben einen Krisenstab ein, um in Absprache mit der venezolanischen Regierung Such- und Rettungsmannschaften sowie humanitäre und medizinische Hilfe zu schicken.

Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, schrieb ebenfalls auf der Plattform X, es stünden 300 Rettungskräfte und Sanitäter sowie 50 Tonnen Hilfsgüter bereit, um in die venezolanische Hauptstadt Caracas gebracht zu werden.

Der Präsident der Dominikanischen Republik, Luis Abinader, erklärte spezialisierte Such- und Rettungsteams der Streitkräfte würden am Morgen nach Venezuela aufbrechen. Auch Brasilien signalisierte Hilfsbereitschaft. Rodríguez zufolge boten auch bereits andere Staaten Hilfe an.

  • Erdbeben in Venezuela

    Ein Erdbeben hat in Venezuela verheerende Schäden angerichtet. Es wird von einer hohen Zahl an Opfern ausgegangen.

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  • Erdbeben in Venezuela: 24.06.2026, Venezuela, Caracas: Rettungskräfte durchsuchen nach Erdbeben die Trümmer. Foto: Javier Campos/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ein Erdbeben hat in Venezuela verheerende Schäden angerichtet. Es wird von einer hohen Zahl an Opfern ausgegangen.

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  • Erdbeben in Venezuela: 24.06.2026, Venezuela, Caracas: Rettungskräfte begutachten nach einem Erdbeben ein beschädigtes Gebäude. Foto: Pedro Mattey/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ein Erdbeben hat in Venezuela verheerende Schäden angerichtet. Es wird von einer hohen Zahl an Opfern ausgegangen.

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  • Erdbeben in Venezuela

    Ein Erdbeben hat in Venezuela verheerende Schäden angerichtet. Es wird von einer hohen Zahl an Opfern ausgegangen.

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  • Erdbeben in Venezuela: 24.06.2026, Venezuela, Caracas: Rettungskräfte durchsuchen nach einem Erdbeben die Trümmer. Foto: Javier Campos/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ein Erdbeben hat in Venezuela verheerende Schäden angerichtet. Es wird von einer hohen Zahl an Opfern ausgegangen.

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  • Erdbeben in Venezuela: 24.06.2026, Venezuela, Caracas: Ein eingestürztes Gebäude nach einem Erdbeben. Foto: Adrian Naranjo/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ein Erdbeben hat in Venezuela verheerende Schäden angerichtet. Es wird von einer hohen Zahl an Opfern ausgegangen.

    Adrian Naranjo/AP/dpa
  • Erdbeben in Venezuela: 24.06.2026, Venezuela, Caracas: Sicherheitskräfte stehen nach einem Erdbeben neben einem eingestürzten Gebäude. Foto: Ariana Cubillos/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ein Erdbeben hat in Venezuela verheerende Schäden angerichtet. Es wird von einer hohen Zahl an Opfern ausgegangen.

    Ariana Cubillos/AP/dpa
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„Ich hatte noch nie so viel Angst“

Bewohner von Caracas berichteten von schweren Schäden und schilderten ihre Eindrücke. „Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Angst gehabt, es war fürchterlich“, berichtete eine 57-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Bei uns in der Nähe sind zwei Hochhäuser eingestürzt, am Nachbargebäude fehlen Wände“, ergänzte sie. Ihr Hochhaus sei aber weitgehend verschont geblieben. In ihrer Wohnung seien Möbel umgestürzt und Bilder von den Wänden gefallen, alles sei voller Scherben. Nach den Beben sei stundenlang der Strom ausgefallen, auch das Mobilfunknetz habe nicht funktioniert.

Innenminister: Äußerst alarmierende Situation“

„Wir haben es mit einer äußerst alarmierenden Situation zu tun“, sagte Innenminister Diosdado Cabello im Fernsehen. Er rief die Menschen dazu auf, an sicheren Orten zu bleiben. Nach schweren Erdbeben seien normalerweise Nachbeben zu erwarten, die bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen könnten, warnte der Minister. Um Explosionen zu verhindern, hätten die Behörden angeordnet, die Gaszufuhr zu unterbrechen.

Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin María Corina Machado, die sich derzeit nicht in Venezuela aufhält, schrieb auf der Plattform X: „Mein Herz, meine unendliche Umarmung und meine Gebete gelten in diesen Stunden der Not jeder venezolanischen Familie. Mögen Stärke, Ruhe und Solidarität in dieser schwierigen Zeit unter uns herrschen“.