Wurst-Rückruf aktuell
: Bei diesen Produkten drohen schwerere Krankheitsverläufe

Mehrere Wurstprodukte sind derzeit von Rückrufen betroffen. Dabei wurden gefährliche Keime wie Listerien oder E. coli. nachgewiesen.
Von
David Hahn
Berlin
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Das Verbraucherschutzministerium Baden-Württemberg erklärt nun, weshalb weder sie noch das Landratsamt bis vor wenigen Tagen den Vorfall berichtet haben.

ARCHIV - ILLUSTRATION - Blick auf verschiedene Wurstsorten und -aufschnitt an der Wursttheke einer Fleischerei in Vetschau (Brandenburg), aufgenommen am 31.01.2008. (zu dpa «Teurer Aufschnitt: Das «Wurstkartell» kommt vor das Oberlandesgericht» vom 19.12.2017) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Blick auf verschiedene Wurstsorten und -aufschnitt an der Wursttheke einer Fleischerei. Aktuell gibt es für mehrere Wurst-Produkte Rückrufe.

dpa

In Deutschland laufen aktuell mehrere Rückrufaktionen für Wurstwaren. Die Hersteller reagieren auf den Nachweis von Krankheitserregern oder möglichen Verunreinigungen in der Lieferkette. Einige der nachgewiesenen Keime können bei bestimmten Risikogruppen schwere gesundheitliche Folgen auslösen. Hier gibt es die aktuellen Rückrufe für Wurst seit dem 1. April im Überblick.

Suxhuk „Tradite shqiptare“: Listerien nachgewiesen

Die Firma Werz Wurst-Fleisch-Convenience GmbH ruft das Produkt „Suxhuk Tradite shqiptare“ zurück. Betroffen ist ausschließlich Ware mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 06.04.2026 und der Losnummer 40826.

Grund für den Rückruf ist der Nachweis von Listeria monocytogenes. Diese Bakterien können grippeähnliche Symptome, Durchfall und Fieber verursachen. Für Schwangere, ältere Menschen und immungeschwächte Personen besteht ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe, etwa Blutvergiftungen oder Hirnhautentzündungen. Der Vertrieb erfolgte laut aktuellen Angaben ausschließlich regional in Baden-Württemberg.

Verbraucher werden aufgefordert, das Produkt nicht zu verzehren, sondern zu entsorgen oder im Handel umzutauschen.

Salami Mini Brez’n und Peperonisalami: Verdacht auf E. coli

Ein umfangreicher Rückruf betrifft mehrere Produkte der Breu GmbH, darunter „Salami Mini Brez’n“ in verschiedenen Packungsgrößen sowie geschnittene Peperonisalami. Die Waren wurden unter anderem über Netto, ALDI Süd, EDEKA und REWE vertrieben.

Hintergrund ist eine mögliche Belastung mit Escherichia coli-Bakterien durch einen Vorlieferanten. Die betroffenen Chargen und Mindesthaltbarkeitsdaten gibt es hier im Überblick.

Da eine Infektion mit E. coli zu Durchfall und weiteren Magen-Darm-Beschwerden führen kann, wird vorsorglich vom Verzehr abgeraten. Kunden sollen die Produkte in die Verkaufsstellen zurückbringen. Eine Erstattung ist auch ohne Kassenbon möglich. Der Rückruf betrifft Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Salami Spianata Calabra: STEC-Erreger festgestellt

Die Henkelmann GmbH & Co. KG ruft die „Salami Spianata Calabra“ (225 Gramm) zurück. In mehreren Chargen wurden sogenannte Shigatoxin-bildende Escherichia coli (STEC) nachgewiesen.

Die betroffenen Produkte tragen Mindesthaltbarkeitsdaten zwischen dem 15.04.2026 und dem 22.04.2026. Die zugehörigen Chargennummern variieren je nach Datum und sind hier abrufbar.

STEC-Erreger können schwere Durchfallerkrankungen auslösen, teilweise mit blutigen Verläufen. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. In seltenen Fällen kann es zu schweren Komplikationen wie Nierenversagen kommen. Betroffen sind derzeit Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Verbraucher werden vorsorglich aufgefordert, das betroffene Produkt nicht zu verzehren. Händler sollen vorhandene Bestände in Lagern und Verkaufsstellen umgehend aus dem Verkauf nehmen und entsorgen. Die entsorgten Mengen sollen dokumentiert und gemeldet werden, damit eine entsprechende Gutschrift erfolgen kann.

Küstengold Baguettesalami: Ebenfalls EHEC-Risiko

Ebenfalls von Henkelmann stammt der Rückruf der „Küstengold Baguettesalami“ (100 Gramm). Betroffen ist Ware mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 29.04.2026 und der Chargennummer L 1128S2.

Auch hier wurden STEC-Erreger festgestellt, die zu sogenannten EHEC-Erkrankungen führen können. Nach aktuellem Stand sind Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen betroffen.

Verbraucher werden gebeten, das betroffene Produkt vorsorglich nicht zu verzehren. Bereits gekaufte Ware kann auch ohne Vorlage eines Kassenbons in den jeweiligen Märkten zurückgegeben werden, der Kaufpreis wird erstattet.