Wolfattacke in Hamburg
: Wolf beißt Frau – was bekannt ist und was nicht

Nach Sichtungen am Wochenende sorgt in Hamburg erneut ein Wolf für Aufsehen: Er beißt eine Frau, später fängt die Polizei ihn an der Binnenalster ein.
Von
dpa
Hamburg
Jetzt in der App anhören
Wolf: ARCHIV - 12.02.2026, Baden-Württemberg, Cleebronn: Ein Wolf läuft durch ein Gehege im Tierpark Wildparadies Tripsdrill. (zu dpa: «Behörde: Erstmals Wolf in Hamburger Stadtgebiet überfahren») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Hamburg hat ein Wolf eine Frau gebissen. Polizeibeamte fingen den Wolf noch am späten Abend mit einer Schlinge aus der Binnenalster.

Bernd Weißbrod/dpa
  • In Hamburg biss ein Wolf eine Frau, die Polizei bestätigte den Vorfall am Montagabend.
  • Beamte fingen das Tier später an der Binnenalster ein – es wurde abtransportiert.
  • Unklar bleiben Ort der Verletzungen, der Gesundheitszustand der Frau und der Grund der Nähe.
  • Zuvor gab es seit Samstag mehrere Sichtungen in Blankenese, Nienstedten und Othmarschen.
  • Behörden betonen: Wölfe sind scheu, Angriffe auf Menschen sind laut Studien sehr selten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Wolf hat im Hamburger Bezirk Altona eine Frau gebissen und verletzt. Das bestätigte die Polizei der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend (30.3.). Polizeibeamte fingen den Wolf noch am späten Abend in der Hamburger Innenstadt ein: Am Anleger an der Binnenalster zogen sie das Tier mit einer Schlinge aus dem Wasser, wie ein Sprecher des Lagezentrums schilderte.

Zuvor seien Hinweise von Anrufern eingegangen, die dort und an anderen Orten einen Wolf gesehen hatten. Der eingefangene Wolf sei abtransportiert und übergeben worden, für die nächsten Schritte sei die Umweltbehörde zuständig.

Keine konkreten Angaben zu Verletzungen

Wie schwer und wo die Frau durch den Wolf verletzt wurde, darüber machte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben. Unklar ist auch, ob sie in ein Krankenhaus gebracht wurde. Zuvor hatten mehrere Medien über den Vorfall berichtet. Warum Wolf und Frau sich so nah waren und das Tier dann zubiss, ist unklar. Auch was danach passierte – und warum das Tier später im Wasser gefunden wurde – ist nicht bekannt.

Sichtungen entlang der Elbvororte

Laut früheren Angaben der Umweltbehörde hatten mehrere Menschen seit Samstag einen Wolf gesichtet. Zunächst sei dieser in Parks entlang des Falkensteiner Ufers in Blankenese beobachtet worden, später auch weiter östlich in Nienstedten und Othmarschen. Der Wolfsexperte Norman Stier von der Technischen Universität Dresden habe später anhand eines Videos und eines Fotos aus der Bevölkerung bestätigt, dass es sich zweifelsfrei um einen Wolf handele.

Zum Gesundheitszustand des Wolfs gab es zunächst keine Informationen. Warum das Tier sich in der Stadt aufhielt, ist ebenso unklar. Noch nicht sicher ist zudem, ob der Wolf dasselbe Tier ist, das seit Samstag von mehreren Menschen in Hamburg gesichtet wurde. Ein Sprecher der Leitstelle sagte aber, man halte es für wahrscheinlich, da nicht von mehreren dieser Tiere im Stadtgebiet ausgegangen werde.

Wölfe sind scheu

Wölfe gelten als scheu und weichen Menschen in der Regel aus. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt in Bayern können vor allem Jungtiere neugierig auf Menschen reagieren. Zumeist ziehe sich ein Wolf aber langsam und gelassen zurück. Menschen sollten sich bei einer Begegnung ruhig verhalten, einen Hund anleinen, nicht weglaufen und dem Wolf auch nicht hinterherlaufen. Auf keinen Fall sollten Wölfe gefüttert werden, um sie nicht an die Nähe von Menschen zu gewöhnen.

Das Bundesumweltministerium schreibt auf seiner Internetseite: „Es gehört zum normalen Verhalten der Wölfe, dass sie gelegentlich auch tagsüber in Sichtweite von bewohnten Gebäuden entlanglaufen, nachts dann und wann Dörfer durchqueren oder am Dorfrand nach Nahrung suchen.“

Angriffe auf Menschen selten

Übergriffe auf Menschen seien aber sehr selten, heißt es mit Verweis auf eine 2002 vom Norwegischen Institut für Naturforschung (NINA) veröffentlichte Studie. In der Vergangenheit gab es demnach nur wenige Fälle, in denen gesunde Wölfe einen Menschen angegriffen haben. „Wolfsangriffe auf Menschen lassen sich vor allem auf drei Ursachen zurückführen: Tollwut, Provokation und Futterkonditionierung.“

In Deutschland war im August 2023 ein achtjähriger Junge aus Schleswig-Holstein im Filmtierpark Eschede nahe Celle von einem Wolf in die Brust gebissen worden. Die Familie hatte eine sogenannte „Tierbegegnung“ gebucht, bei der der Wolf zunächst an der Hand des Kindes schnupperte und dann aus nicht bekannten Gründen zuschnappte. Der Junge wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht und nach ambulanter Behandlung entlassen.

Immer wieder Wölfe im Norden gesichtet

Bereits Ende Januar dieses Jahres war laut der Hamburger Umweltbehörde ein Wolf im Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook gesichtet worden. Mitte März wurde demnach ein Wolf auf der Autobahn 25 von einem Fahrzeug überfahren. Wölfe wurden der Umweltbehörde zufolge 2013 das erste Mal in Hamburg gesehen. Seitdem wurden immer wieder Wölfe gesichtet. Die Anzahl der bestätigten Tiere häufte sich in den letzten Jahren. Vorwiegend werden die Tiere zwischen März und Mai gemeldet.