Zeitumstellung Bedenken gegen schnelle Abschaffung

In einer EU-weiten Online-Umfrage hatten sich 84 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen. Foto: Antti Aimo-Koivisto
In einer EU-weiten Online-Umfrage hatten sich 84 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen. Foto: Antti Aimo-Koivisto © Foto: Antti Aimo-Koivisto
Brüssel / DPA, Moritz Clauß 09.10.2018
Die EU Kommission hatte vorgeschlagen, die Zeitumstellung ab 2019 abzuschaffen. Dagegen regt sich nun Widerstand.

Gut zwei Wochen vor einem möglicherweise richtungsweisenden Treffen der zuständigen EU-Minister zur Abschaffung der Zeitumstellung hat ein Bericht des Polit-Portals „Politico“ für Wirbel gesorgt.

Demnach gibt es aus einigen Ländern Bedenken gegen den entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission. Aus Diplomatenkreisen heißt es, wichtige Details müssten erst noch geklärt werden. Der stramme Zeitplan der EU Kommission gilt einigen außerdem als schwierig einzuhalten.

Die Brüsseler Behörde hatte vorgeschlagen, ab kommendem Jahr den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit abzuschaffen. Die Staaten sollten stattdessen selbst entscheiden können, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit haben wollten.

Mehrheit für Sommerzeit

Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen den Plänen jedoch mehrheitlich zustimmen, damit sie Realität werden können. In etlichen Hauptstädten laufen derzeit noch die Beratungen dazu.

Am 29. und 30. Oktober treffen sich die für das Thema zuständigen EU-Verkehrsminister. Dort könnte sich ein klareres Meinungsbild ergeben.

Die EU-Kommission hatte die Pläne vorgelegt, nachdem Mitte August eine EU-weite Online-Umfrage ausgelaufen war, bei der sich 84 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung der Zeitumstellung aussprachen. Die meisten votierten für eine dauerhafte Sommerzeit.

Drei Millionen Deutsche beteiligt

Hierzulande sprachen sich zuletzt auch zahlreiche Prominente dafür aus, die Zeitumstellung abzuschaffen. Darunter der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen und die ehemalige Skirennläuferin Maria Höfl-Riesch – sie sprach von einer „Vereinfachung, die in jedem Fall ihre Berechtigung hat.“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte hingegen, er habe die Zeitumstellung „eher als angenehm empfunden.“

An der nicht repräsentativen Online-Umfrage der EU nahmen 4,6 Millionen Menschen teil – ein Rekord, aber immer noch weniger als ein Prozent aller EU-Bürger. Allein drei Millionen Teilnehmer kamen aus Deutschland. Ursprünglich wurde die Zeitumstellung eingeführt, um Energie zu sparen. Studien zeigen jedoch, dass das nicht gelingt.

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