Winterwetter: Muss man trotz Schnee und Eis zur Schule und Arbeit?

Für den Arbeitsweg muss bei Schnee mehr Zeit eingeplant werden. Im Ausnahmefall darf man aber auch Zuhause bleiben.
Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpaWidrige Wetterbedingungen als Grund fürs Wegbleiben von Schule und Arbeitsplatz. Ist das erlaubt?
Wann Sie nicht zur Arbeit müssen
In den meisten Fällen müssen Sie tatsächlich auch bei schlechtem Wetter pünktlich bei der Arbeit erscheinen. Denn der Arbeitnehmer trägt das Wegerisiko selbst. Auch wenn nicht jede Wetterveränderung eine gute Entschuldigung darstellt, manchmal ist es okay, nicht zur Arbeit zu gehen. Zum Beispiel bei einer akuten Unwetterwarnung, die es den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unzumutbar macht, den Weg zur Arbeit einzuschlagen.
Das stellt meist eine begründete Arbeitsverhinderung dar, allerdings entsteht dadurch laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) kein Anspruch auf Vergütung. Das Risiko zur Arbeit zu gelangen, trage der Arbeitnehmer. In jedem Fall sollte der Arbeitgeber rechtzeitig informiert werden.
Bei Unfällen auf dem Arbeitsweg greift die Unfallversicherung, diese übernimmt laut DGB die Kosten für Gesundheitsschäden, also auch das Verletztengeld bei Verdienstausfall. Sachschäden werden bei Wegunfällen nicht ersetzt.
Schneefrei in der Schule: Wann darf das Kind Zuhause bleiben?
Die Regelungen für „Schneefrei“ sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Nordrhein–Westfalen werden extreme Witterungsverhältnisse wie Glatteis und Sturmwarnungen identisch zu Hitzefrei gehandhabt. Zudem entscheiden die Eltern bei unvorhersehbaren Gründen, wie Extremwetter, selbst, ob der Weg zur Schule für das Kind zumutbar ist. In Bayern entscheidet die „lokale“ oder „regionale“ „Koordinierungsgruppe Witterung“ darüber, ob es zum Ausfall von Präsenzunterricht kommt. Wie ihr Bundesland mit witterungsbedingten Schulausfällen umgeht, entnehmen Sie der Website ihres Kulturministeriums.


Jedes Bundesland regelt Hitzefrei anders. Schluss damit, fordern die Lehrerverbände GEW und VBE. Aber einheitliche Regeln wird es so schnell nicht geben. Und das hat einen Grund.