WHO-Chef warnt vor Panik: Erster Ebola-Fall in Frankreich bestätigt

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, beim Besuch des Gesundheitspersonals im Evangelical Medical Centre (CEM).
Moses Sawasawa/AP/dpa- WHO bleibt bei niedriger globaler Risikoeinschätzung – kein Grund zur Panik, so Tedros.
- In Frankreich wurde ein erster Ebola-Fall bestätigt: betroffen ist ein im Kongo tätiger Arzt.
- Im Kongo wächst der Ausbruch schneller als Maßnahmen greifen, Finanzierung und Sicherheit fehlen.
- Fast 80 Helfer infizierten sich, über 1000 bestätigte Fälle und mehr als 270 Tote seit Mai.
- Ab nächster Woche starten Tests zu MBP134 und Remdesivir gegen den Bundibugyo-Stamm.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht trotz eines ersten bestätigten Ebola-Falls in Frankreich keinen Anlass, ihre globale Risikoeinschätzung zu verschärfen. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte in Genf, das weltweite Risiko bleibe weiterhin niedrig.
„Es gibt keinen Grund zur Panik“, erklärte Tedros bei einer Pressekonferenz. Seit dem ersten bekannten Ausbruch vor rund fünf Jahrzehnten seien in Afrika zwar Zehntausende Erkrankungen registriert worden, außerhalb des Kontinents jedoch weniger als 30 Fälle. Diese historische Einordnung solle verdeutlichen, dass sich Ebola international nur selten ausbreitet.
Nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums wurde in Frankreich nun ein erster Fall im Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo bestätigt. Betroffen ist ein Arzt, der dort im Rahmen humanitärer Hilfe tätig war.
Hohes Risiko für Helfer – fast 80 Infizierte
Der Fall zeige, wie stark insbesondere medizinische Einsatzkräfte gefährdet seien, sagte Tedros. Bislang hätten sich im aktuellen Ausbruch nahezu 80 Helfer infiziert. Dem erkrankten Arzt gehe es den Umständen entsprechend gut; er leide an Fieber und milden Symptomen, teilte die WHO mit.
Gleichzeitig lobte Tedros die Fortschritte im Kongo: Die Kapazitäten für Behandlung und Diagnostik seien in kurzer Zeit deutlich ausgebaut worden. Dennoch bleibe die Lage angespannt. Der Ausbruch breite sich weiterhin schneller aus als die Gegenmaßnahmen, warnte er.
Probleme gebe es vor allem bei der Nachverfolgung von Infektionsketten, bei der sicheren Bestattung Verstorbener sowie bei der Finanzierung der Hilfsmaßnahmen. Hinzu komme die instabile Sicherheitslage in einigen betroffenen Regionen. Seit Bekanntgabe des Ausbruchs im Mai seien im Kongo mehr als 1000 bestätigte Fälle registriert worden, über 270 Menschen seien gestorben.
Neue Medikamententests im Kongo geplant
Ab der kommenden Woche sollen im Kongo zwei mögliche Therapien gegen den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo getestet werden. Dabei handelt es sich um das experimentelle Präparat MBP134 sowie das antivirale Mittel Remdesivir. Rund 1000 positiv getestete Patienten sollen an den klinischen Studien teilnehmen.
Für den Bundibugyo-Stamm existieren bislang weder ein Impfstoff noch eine spezifische Behandlung, weshalb die Tests als wichtiger Schritt im Kampf gegen die Krankheit gelten.
Mit Material von DPA.

