Sturm „Hermine“ in Deutschland
: Tief mit heftigen Böen in Orkan-Stärke bringt örtlich auch Schnee nach Deutschland

Wie wird das Wetter in Deutschland zu Weihnachten? Sturmtief „Hermine“ bewegt sich vom Nordatlantik auf Deutschland zu und wird am Wochenende mit heftigen Böen landeinwärts ziehen.
Von
Steffen Wolff
Offenbach
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Sturm Hermine könnte Deutschland ein windiges Wochenende bescheren - örtlich kann das Sturmtief sogar Schnee bringen. (Symbolbild)

Sebastian Willnow/DPA
  • Wie wird das Wetter nach Weihnachten in Deutschland?
  • Es könnte mancherorts ungemütlich werden am Wochenende: Sturmtief Hermine zieht über die Bundesrepublik - und könnte örtlich sogar Schnee bringen
  • Der Wochenstart wird nasskalt

Orkantief „Hermine“ bringt Deutschland neben starkem Wind mancherorts auch Schnee. Am windigsten wird es der Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts (DWD) zufolge ab der Nacht zum Sonntag an der Nordsee und auf den Kammlagen der Mittelgebirge. In einigen Regionen war es am zweiten Weihnachtstag weiß: Etwa in Thüringen entlang des Rennsteiges lag Schnee, ebenso im Schwarzwald. Selbst in Berlin fielen dicke Schneeflocken, doch liegen blieben die dort zunächst nicht.

Die höchsten Windstärken waren laut DWD am Vormittag an der Nordsee und im Mittelgebirge mit schweren Sturm- bis orkanartigen Böen um 100 Stundenkilometern zu erwarten. Tatsächliche Orkanböen sollen nur über die offene Nordsee hinwegfegen.

Sturmtief Hemrine: Hohe Windgeschwindigkeiten sind möglich

Von Rheinland-Pfalz und dem Saarland bis nach Schleswig-Holstein seien Böen bis zu 75 Stundenkilometern möglich, in exponierten Lagen bis 85 Stundenkilometern. In Richtung Osten ist der Wind schwächer, im Süden kann sogar kaum etwas zu bemerken sein - mit Ausnahme der Hochlagen des Schwarzwalds sowie den Alpengipfeln, wo ab Sonntagmittag ein Föhnsturm einsetze. „Am Sonntagabend ist dann der Sturm vielerorts auch schon wieder Geschichte, in der darauffolgenden Nacht dann auch auf den meisten Mittelgebirgsgipfeln“, erklärte DWD-Meteorologe Tobias Reinartz am Samstag in Offenbach.

Hinzu kommen demnach ab 400 Metern aufwärts vor allem im westlichen und zentralen Bergland fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee, in Hochlagen sind sogar 20 Zentimeter möglich. Die tieferen Lagen bekommen dagegen nur Regen ab, zwischen Alpen und Oder sind einige Sonnenstunden möglich. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen zwei und acht Grad.

Sturmtief „Hermine“ bewegte sich zuletzt vom Nordatlantik auf Deutschland zu und zeiht am Wochenende mit heftigen Böen landeinwärts. Bereits am Samstagnachmittag frische der Wind an den Küsten und im Bergland auf, teilte der Deutsche Wetterdienst am Freitag in Offenbach mit.

Sturmtief Hermine kann Orkanböen mit bis zu 130 Kilometer pro Stunde mitbringen

„Hermine“ bringe neben milderer Luft auch kräftigen Wind und zeitweise stärkere Niederschläge. Bis zum Sonntagnachmittag dringe das Tief dann auch bis nach Baden-Württemberg vor. Etwas außen vor bleibe nur der Südosten des Landes, also Teile Bayerns. Die Meteorologen sagen für den Sonntag an den Küsten teils schweren Sturm mit Geschwindigkeiten um die 100 Stundenkilometer voraus. Auf den Bergen würden schwere Sturmböen und in den Gipfellagen sogar Orkanböen mit bis zu 130 Stundenkilometern erwartet.

Der Hintergrund laut DWD: „Deutschland gelangt am zunehmend auf die Vorderseite eines kräftigen Tiefdruckgebietes, das sich von Island auf den Weg zu den Britischen Inseln macht“, ist in einem Bericht vom Freitag zu lesen. Es wurde dem Bericht nach von der Freien Universität zu Berlin auf den Namen „Hermine“ getauft, was so viel heißt wie Kriegerin oder Kämpferin.

Sturm Hermine in Deutschland: Wetterdienst rät, sich vorzubereiten

Es sei ratsam, die Weihnachtsfeiertage zu nutzen, um sich auf den darauffolgenden Sturm vorzubereiten, teilten die Meteorologen mit. Lose Gegenstände auf Grundstücken oder Balkonen sollten befestigt werden. Im Westen und Südwesten sollte Laub aus Abflüssen entfernt werden, damit Regenwasser abfließen könne. Am Montag beruhige sich das Wetter wieder ein wenig, dann sei nur noch in den Berglagen mit Sturmböen zu rechnen.

Am Samstag nehme im Norden und Nordwesten die Bewölkung stark zu und es regne etwas. Ansonsten sei es wechselnd bewölkt, im Süden gebe es auch längere Aufheiterungen. Die Tageshöchstwerte liegen im Nordwesten bei fünf bis sieben Grad, sonst bei null bis vier Grad. In der Nacht zum Sonntag komme es im Nordwesten zu übergreifenden Niederschlägen, im Bergland teils als Schnee. Während die Temperaturen hier im Plus-Bereich bleiben, sinken sie am Alpenrand lokal unter minus zehn Grad.

Wetter in Deutschland am Sonntag: Hermine bringt stürmische Böen

Am Sonntag bleibe es im Südosten und Osten zunächst aufgeheitert. In der Nordwesthälfte sei es stark bewölkt mit verbreitet Niederschlägen. Es gebe verbreitet stürmische Böen, im West auch Sturm-, und im Bergland schwere Sturmböen, in den Gipfellagen orkanartig.