Weniger Beamte durch KI?
: Das plant die neue Landesregierung

Die künftige grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg will die Verwaltung deutlich umbauen. Dabei soll auch KI helfen.
Von
Lukas Böhl
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
Vorstellung Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg: 06.05.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Cem Özdemir (r, Bündnis 90 / Die Grünen) und Manuel Hagel (CDU) nehmen in der Sparkassenakademie Baden-Württemberg an der Präsentation des Koalitionsvertrags von Grünen und CDU teil. Foto: Bernd Weißbrod/ +++ dpa-Bildfunk +++

Vorstellung Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg: 06.05.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Cem Özdemir (r, Bündnis 90 / Die Grünen) und Manuel Hagel (CDU) nehmen in der Sparkassenakademie Baden-Württemberg an der Präsentation des Koalitionsvertrags von Grünen und CDU teil. Foto: Bernd Weißbrod/ +++ dpa-Bildfunk +++

Bernd Weißbrod/dpa

Im Koalitionsvertrag von Grünen und CDU ist vorgesehen, die Zahl der Landesbeschäftigten in der zentralen Verwaltung bis zum Ende der Legislaturperiode um mindestens fünf Prozent zu reduzieren. Erreicht werden soll das unter anderem durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), Digitalisierung und den Abbau von Bürokratie.

KI soll Verwaltung effizienter machen

Im Vertrag heißt es:

„Mit der Modernisierung der Landesverwaltung werden wir durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz, die Straffung von Verwaltungsabläufen und durch die Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen die Zahl der Landesbeschäftigten in der zentralen Verwaltung um mindestens fünf Prozent bis zum Ende der Legislatur reduzieren.“

Konkrete Angaben dazu, wie viele Stellen betroffen wären oder welche Behörden verändert werden sollen, machen Grüne und CDU bislang nicht. Auch von Entlassungen ist im Koalitionsvertrag keine Rede.

Vielmehr setzt die Koalition auf eine grundlegende Modernisierung der Verwaltung. Dazu gehören unter anderem:

  • automatisierte Verfahren,
  • digitale Antragsprozesse,
  • zentrale Online-Plattformen,
  • sowie schnellere und vereinfachte Genehmigungen.

Weniger Bürokratie und schnellere Verfahren geplant

Die Landesregierung plant zahlreiche Änderungen, um Verwaltungsprozesse zu beschleunigen. So sollen Genehmigungsverfahren vereinfacht und teilweise automatisiert werden. Zudem sollen bestehende Berichts-, Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten überprüft und reduziert werden.

Auch das sogenannte „Once-only-Prinzip“ soll ausgebaut werden. Bürger und Unternehmen sollen Daten künftig möglichst nur noch einmal an Behörden übermitteln müssen.

Darüber hinaus kündigt die Koalition an, Doppelstrukturen in Behörden abzubauen und Aufgaben stärker zu bündeln.

Keine Aussagen zu möglichen Stellenstreichungen

Ob die geplante Reduzierung der Beschäftigtenzahl über nicht nachbesetzte Stellen, Pensionierungen oder organisatorische Veränderungen erfolgen soll, bleibt offen.

Im öffentlichen Dienst werden Stellenabbauprogramme häufig über natürliche Fluktuation umgesetzt. Gleichzeitig betonen Grüne und CDU im Vertrag, dass die Verwaltung künftig „effizienter und dienstleistungsorientierter“ arbeiten solle.

Die Koalition spricht dabei von einer neuen „Verwaltungskultur“, die stärker auf Vertrauen, Eigenverantwortung und digitale Prozesse setzen soll.