Was ist Krebs?

Von Krebs spricht man, wenn sich körpereigene Zellen unkontrolliert vermehren und sich im Gewebe zu einem Geschwulst zusammenbinden, einem Tumor. Es gibt gutartige und bösartige Tumoren, nur bei letzterem spricht man von Krebs. Diese bösartigen Tumore wachsen und vermehren sich. Sie dringen in das umliegende Gewebe ein und können dieses zerstören.
Krebszellen entstehen aus gesunden Zellen des Körper. Beispielsweise wachsen und teilen sich diese Zellen, obwohl sie es nicht sollten oder altern und sterben nicht mehr ab, wie angedacht. Der Grund dafür ist, dass ein Fehler in der Erbsubstanz der Zelle vorliegt und diese dadurch verändert wird. Diese Veränderung kann nicht mehr repariert werden.

Was kann Krebs auslösen?

Zu den Risikofaktoren einer Krebserkrankung gehören beispielsweise Rauchen, zu viel Alkohol, UV-Strahlung, chronische Infektionen, Bewegungsmangel, Übergewicht sowie Chemikalien. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) betont jedoch, dass nicht jeder, der diesen Risikofaktoren ausgesetzt ist, automatisch an Krebs erkrankt. Genauso gebe es Patientinnen und Patienten, bei denen sich im Nachhinein nicht feststellen lassen, was die Ursache ihrer Krebserkrankung ist.
Pauschal kann man bei einer Krebserkrankung auch nicht sagen, dass das Immunsystem versagt habe. Der DKFZ dazu: „Prinzipiell kann das Immunsystem Krebszellen erkennen, da sie im Vergleich zu gesunden Zellen verändert sind. Das passiert im Körper auch häufig. Manche Krebszellen entwickeln aber Ausweichstrategien. Zum Beispiel machen sie sich "unsichtbar" für das Immunsystem, oder sie unterdrücken die Immunantwort. Auch ein aktiveres Immunsystem würde solche veränderten Zellen also nicht unbedingt erkennen.“

Wie viele Menschen sterben in Deutschland an Krebs?

Jeder vierte Todesfall in Deutschland im Jahr 2019 ist auf die Folgen einer Krebserkrankung zurückgegangen. Laut einer am Mittwoch, 3.2., veröffentlichten Statistik des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden starben rund 231.000 Menschen an Krebs. Damit ist die Zahl der Krebstoten in der Bundesrepublik seit 1999 um zehn Prozent gestiegen.

Wie alt sind die Menschen, die an Krebs sterben?

Wie das Bundesamt anlässlich des Weltkrebstages mitteilte, waren alle Altersgruppen von tödlichen Krebserkrankungen betroffen. In der Gruppe der 45- bis 65-Jährigen seien sie jedoch die häufigste Todesursache gewesen. Demnach waren in dieser Altersgruppe 39 Prozent aller Todesfälle darauf zurückzuführen. Bei Kindern im Alter von einem bis 14 Jahren seien 2019 knapp ein Viertel der Sterbefälle auf Krebs zurückgegangen.
Innerhalb von 20 Jahren habe sich der Anteil von Krebs als Todesursache somit kaum verändert. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl in Deutschland sei die Zahl der Krebstoten „unverändert hoch“.

Welche Krebserkrankungen sind am Häufigsten?

Die meisten der Krebstoten entfielen laut Statistischem Bundesamt auf die Folgen von Lungen- und Bronchialkrebs. Mit 44.800 Fällen sei das 2019 fast jeder fünfte Krebstote gewesen. Bauchspeicheldrüsenkrebs stellte mit 19.200 Fällen die zweithäufigste tödliche Krebserkrankung dar. Bei der Erhebung hätten sich auch Geschlechterunterschiede gezeigt: Bei Männern hätten Lungen- und Bronchialkrebs am häufigsten zum Tode geführt, bei Frauen Brustkrebs.
Die Zahl der Todesfälle wegen Magenkrebs sei dafür beispielsweise rückläufig: 1999 kamen der Statistik zufolge 16 Todesfälle auf 100.000 Deutsche, im Jahr 2019 waren es zehn. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sei die Entwicklung mit einem Anstieg von 15 auf 23 Fällen pro 100.000 Einwohner gegenläufig.

Therapiemöglichkeiten gegen Krebs

Gegen Krebserkrankungen gibt es eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten. Die bekanntesten im Überblick:
  • Chemotherapie: Bei einer „Chemo“ erhalten die Betroffenen Medikamente, Zytostatika, die die Teilung und Vermehrung der Tumorzellen aufhalten soll. Diese Medikamente erhält man entweder als Infusion oder als Tablette. Das Problem bei der Behandlung ist, dass die Zytostatika starke Nebenwirkungen haben und auch auch gesunde Körperzellen und Gewebe angreifen. Daher fallen vielen Menschen bei einer Chemotherapie auch die Haare aus.
  • Strahlentherapie: Hier wird der Tumor gezielt bestrahlt und soll dabei so stark beschädigt werden, dass er dabei abstirbt. Die Strahlentherapie kann manche Krebsarten heilen, bei anderen wird er nach einer Operation eingesetzt, um möglicherweise noch im Körper verbleibende Krebszellen abzutöten.
  • Nuklearmedizin: Bei der Radionuklidtherapie bekommt die Patientin oder der Patient bekommt ein Medikament, das über das Blut zum Tumor gelangt und von diesem angenommen wird oder sich andockt. Dort zerfällt das Medikament und setzt Strahlung frei. Der Tumor wird mit einer hohen Strahlendosis bestrahlt und geschädigt.
  • Operation: Manche Tumore können auch mit einer Operation aus dem Körper entfernt werden. Hier kommt es vor allem darauf an, den Tumor und möglich angrenzendes Gewebe, das schon beschädigt wurde, vollständig zu entfernen.
(Quelle: DKFZ)
Es gibt noch viele weitere Therapiemöglichkeiten, doch nicht jede Behandlung ist für jede Krebsart geeignet. Was am besten für die Patientin oder den Patienten geeignet ist, entscheiden die Ärztinnen und Ärzte anhand der Krebsart sowie Gesundheitszustand der Betroffenen.

Neue Behandlungsmöglichkeiten von Krebs

Mit der Corona-Pandemie und der Entwicklung neuer Impfstoffe ist die sogenannte mRNA-Technologie ins öffentliche Rampenlicht gerückt. Darauf basierende Impfstoffe sind allerdings schon seit Jahren ein Schwerpunkt in der Krebsforschung. Die mRNA-Vakzine sollen künftig eine individualisierte Krebstherapie ermöglichen.

Welche Stellenwert haben die neuen Krebstherapien?

Früher galten Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie als die klassischen Säulen der Krebsbehandlung. Oft verbleiben aber Krebszellen im Körper, oder das Immunsystem ist zu schwach, um den Tumor zu kontrollieren. Außerdem unterscheiden sich alle Tumoren genetisch. Hier kommt nun die Immuntherapie ins Spiel. Sie soll das Immunsystem so weit stärken, dass es aus eigener Kraft Krebszellen zerstören oder in Schach halten kann.
Krebsimpfstoffe sollen eine Reaktion gegen spezielle Tumorantigene hervorrufen. Dafür werden zum Beispiel veränderte Proteine der Krebszellen oder Teile davon zusammen mit Substanzen verimpft, welche die Immunantwort verstärken.

mRNA-Impfstoffen: Was steckt dahinter?

mRNA steht für messenger-Ribonukleinsäure, auch als Boten-RNA bezeichnet. Bei mRNA-Impfstoffen werden keine Krankheitserreger oder deren Bestandteile benötigt wie bei vielen herkömmlichen Impfstoffen. Im Fall des Coronavirus werden einigen wenigen Körperzellen mit dem Impfstoff Teile der Erbinformation des Virus als RNA mitgegeben - geliefert wird also der Bauplan für einzelne Virusproteine, die auch als Antigene bezeichnet werden.
Diese aktivieren das Immunsystem und sollen so die schützende Immunantwort erzeugen. Bei einem späteren Kontakt mit dem neuartigen Coronavirus erkennt das Immunsystem im Prinzip das Antigen wieder und kann das Virus gezielt bekämpfen.

Krebsforschung: Wie läuft es?

Dass so schnell Corona-Impfstoffe etwa von Biontech und Moderna auf den Markt kamen, war auch der jahrelangen Grundlagenforschung zu mRNA-Impfstoffen für die Krebstherapie zu verdanken. Die individualisierte Krebsimmuntherapie zielt darauf, die Mutationen in einem Tumor zu identifizieren, ihren Bauplan zu entschlüsseln und einen für diesen Tumor und damit für den Patienten maßgeschneiderten Impfstoff herzustellen. Das körpereigene Immunsystem wird dazu angehalten, den Tumor gezielt zu bekämpfen.
„Das Immunsystem gegen Sars-CoV-2 mit einem Impfstoff zu aktivieren, ist im Vergleich eine einfachere Herausforderung als die Überwindung der Selbsttoleranz gegen Krebs“, räumt Biontech-Chef Ugur Sahin allerdings ein.

Welche Rolle spielt Biontech?

Das Unternehmen sieht sich selbst als „Wegbereiter der individualisierten Krebstherapie“. Sahin erhielt 2019 für seine Forschungen den Krebspreis der Deutschen Krebsgesellschaft. Das Besondere der von ihm entwickelten Methode ist demnach die universelle Anwendbarkeit für verschiedene Krebsarten und die Aktivierung des körpereigenen Immunsystems gegen viele durch Mutationen ausgelöste Strukturen.
Dadurch wird es für Krebszellen schwieriger, die Therapie zu unterlaufen. Auch das Tübinger Unternehmen Curevac forscht seit längerem an mRNA-Impfstoffen und entwickelt gerade ebenfalls einen Corona-Impfstoff.

Was sind die Vorteile der mRNA-Methode?

Nach Angaben des Paul-Ehrlich Instituts (PEI) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt unter anderem in der einfachen Struktur der RNA ein klarer Vorteil. In wenigen Wochen können viele Millionen Impfdosen produziert werden, was aktuell zumindest im Kampf gegen die Pandemie hilft.

Gibt es bereits mRNA-basierte Impfstoffe gegen Krebs?

Zugelassen wurde bisher kein Vakzin. Verschiedene Mittel befinden sich in klinischen Prüfungen, etwa für den Einsatz bei schwarzem Hautkrebs.