Kindertag 2024
: Feiertag für Kinder - Warum gibt es ihn zweimal?

Der 1. Juni gilt als der internationale Kindertag, am 20. September ist Weltkindertag. In Deutschland wird der Kindertag also zweimal gefeiert. Warum das so ist, erfahrt ihr in diesem Artikel
Von
Lea Lange
Berlin
Jetzt in der App anhören
Am 1. Juni 2024 wird der Kindertag gefeiert. Den Ehrentag für die Jüngsten gibt es in Deutschland aber gleich doppelt - warum ist das so?

Am 1. Juni 2024 wird der Kindertag gefeiert. Den Ehrentag für die Jüngsten gibt es in Deutschland aber gleich doppelt - warum ist das so?

Martin Schutt/dpa
  • Kindertag 2024 wird am 1. Juni und am 20. September in Deutschland gefeiert.
  • Ursprung: BRD folgt UN mit 20. September, DDR wählte 1. Juni nach sozialistischen Ländern.
  • Weltkindertag betont Kinderrechte und Wohl; internationale Welttage seit 1947.
  • Debatte: Kinderrechte sollen ins Grundgesetz, seit 2018 keine Einigung.
  • Veranstaltungen und Geschenke am Kindertag immer beliebter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der internationale Kindertag wird fast überall auf der Welt veranstaltet. Dabei steht besonders das Wohl und die Rechte der Kinder rund um den Globus im Mittelpunkt. In einem von 16 deutschen Bundesländern wird er sogar als offizieller Feiertag behandelt. Am 20. September ist der Weltkindertag. Ein weiterer Kindertag wurde bereits am 1. Juni 2024 veranstaltet. Warum also gibt es in Deutschland einen zweiten? Dies erfahrt ihr in diesem Artikel:

  • Warum gibt es internationale Feiertage?
  • Was ist die Geschichte des Weltkindertags?
  • Wie wird der Kindertag für gewöhnlich gefeiert? Was für Geschenke gibt es?
  • Was sind die aktuellen Probleme der Kinder?

Warum gibt es internationale Feiertage?

Internationale Welttage sollen wichtige Themen ins Gedächtnis rufen und auf aktuelle oder anhaltende Probleme in der Welt hinweisen. Seinen Anfang hatte das Ganze nach dem Zweiten Weltkrieg. 1947 riefen die Vereinten Nationen den ersten Welttag aus.

Weltkindertag 2024 - Bedeutung und Geschichte

Dass Kinder besonders schutzbedürftig sind, erscheint uns heutzutage selbstverständlich. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Bereits Anfang des letzten Jahrhunderts drang dieser Aspekt immer weiter ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Besonders das große Elend von Flüchtlingskindern nach dem Ersten Weltkrieg sorgte für eine verstärkte Aufmerksamkeit in der Bevölkerung.

Als erstes Land der Welt führte die Türkei bereits 1920 einen Kindertag ein. 1924 wurde die Genfer Erklärung verfasst, in der erstmals gewisse Rechte von Kindern formuliert wurden. Bis der internationale Tag ausgerufen wurde, dauerte es aber nochmals mehrere Jahre. 1948 legte die Internationale demokratische Frauenförderation den Tag auf den 1. Juni fest. 1954 folgten die Vereinten Nationen, allerdings mit dem Datum des 20. Septembers.

Heute wird der Tag in mehr als 145 Staaten gefeiert. Dabei fällt der Tag aber nicht immer auf das gleiche Datum.

Kindertag: Darum gibt es ihn in Deutschland zweimal

Der Kindertag wird in Deutschland sogar zweimal gefeiert. Am 1. Juni und am 20. September. Der Grund für diese Zweiteilung liegt in der Geschichte des Landes und der Spaltung in Ost und West. Während die BRD, den 20. September von den Vereinten Nationen übernahm, folgte die DDR mit dem 1. Juni den sozialistischen Vorbildern in anderen Ländern. Seit der Wiedervereinigung 1990 gibt es daher zwei Kindertagsfeste.

Internationaler Kindertag vs. Weltkindertag

Werden die Begriffe inzwischen als Synonyme verwendet, waren sie ursprünglich aufgrund der Deutsch–Deutschen–Geschichte strikt voneinander getrennt. Der 1. Juni war der Internationale Kindertag in der ehemaligen DDR, während der 20. September für den Weltkindertag in der BRD steht.

Kindertag 2024 - Geschenke und Feste

Am Weltkindertag gibt es üblicherweise viele Veranstaltungen, in deren Mittelpunkt das Kind stehen soll. Für gewöhnlich sind das Stände in der Stadtmitte, mit Knobel– und Bastelspielen, aufgebaute Spielburgen oder andere Beschäftigungen rund um Spiel und Spaß.

Geschenke sind traditionell zwar nicht die Regel, kommen aber immer mehr in Mode. So basteln Kindern an diesem Tag oft für ihre Eltern und andersrum schenken Eltern ihren Kindern ein Geschenk zum Tag.

Debatte um Kinderrechte im Grundgesetz

In vielen Teilen der Welt werden Kinder immer noch massiv ausgebeutet. Kinderarbeit ist in Schwellen– und Entwicklungsländern immer noch an der Tagesordnung und auch in westlichen Ländern gibt es offenbar ein großes Problem, was Gewalt gegen Kinder betrifft. Laut den Ämtern hat die Corona–Pandemie auch zu einem starken Anstieg häuslicher Gewalt geführt, bei dem Minderjährige oftmals ins Schussfeld geraten.

Dass Kinderrechte nicht nur in einer Charta festgehalten, sondern auch ins Gesetz aufgenommen werden, fordern viele seit langer Zeit. Bereits 2018 plante man im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz. Dies scheiterte aber an der Definition und Formulierung des Kindeswohls und der Beteiligung des Kindes, bei dem sich die Parteien uneins waren.

Warum ist es wichtig, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern?

Wichtig ist die Aufnahme der Kinderrechte ins Gesetz deswegen, weil sie damit einen anderen rechtlichen Status erhalten und der Staat in der Wahrnehmung seiner Verantwortung gegenüber Kindern stärker in die Pflicht genommen werden kann, statt dies vorwiegend den Eltern zu überlassen. Zudem steht damit das Kindeswohl an erster Stelle, wodurch alle Beteiligten — Staat und Eltern — sich diesem Punkt verschreiben müssten und bei willkürlichem, aus Eigeninteresse getriebenem Agieren belangt werden können.