Weihnachten in Spanien
: So feiern die Spanier das Weihnachtsfest

In Spanien hat das Weihnachtsfest eine große Bedeutung. Welche Traditionen und Bräuche es während der Weihnachtszeit gibt, erfahrt ihr in diesem Artikel.
Von
Lea Lange
Madrid
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An Weihnachten verbringen die Spanier ihre Zeit im Kreise der Familie. Wie genau aber wird ein solches Fest abgehalten? Alles, was ihr über das spanische Fest der Liebe wissen müsst, findet ihr in diesem Artikel.

An Weihnachten verbringen die Spanier ihre Zeit im Kreise der Familie. Wie genau aber wird ein solches Fest abgehalten? Alles, was ihr über das spanische Fest der Liebe wissen müsst, findet ihr in diesem Artikel.

Jesús Hellín/dpa
  • In Spanien beginnt Weihnachten am 22. Dezember mit der Lotterie „El Gordo“.
  • Geschenke gibt es am 6. Januar von den Heiligen Drei Königen.
  • Am 24. Dezember gibt es die „Noche Buena“ mit Familienessen und Mitternachtsmesse.
  • An Silvester werden 12 Weintrauben um Mitternacht gegessen.
  • Weihnachten endet am 6. Januar mit Paraden und Geschenken für Kinder.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Jedes Land hat seine eigenen Traditionen und Bräuche, die zum Beispiel zum Weihnachtsfest von großer Bedeutung sind. Wie die Spanier ihr Weihnachten feiern, könnt ihr hier nachlesen:

  • Wann wird in Spanien Weihnachten gefeiert?
  • Wie wird gefeiert?
  • Was wird gegessen?
  • Welche Traditionen und Bräuche gibt es?

Spanische Bräuche und Traditionen zu Weihnachten

Weihnachten ist wohl auf der ganzen Welt das bekannteste und traditionellste Fest. In Spanien dauert es bis zum 6. Januar. Von Mitte Dezember bis zum Jahresbeginn ist diese Zeit voller Traditionen und Bräuche. Die Weihnachtszeit beginnt in Spanien, seit 1812, offiziell am 22. Dezember mit der Ziehung der Nationallotterie. Der Hauptpreis in dieser Lotterie wird „El Gordo“ genannt, was so viel heißt wie „Der Dicke“. Die Beteiligung an dieser Lotterie ist riesig und die Ziehung wird den ganzen Vormittag über verfolgt. Die Besonderheit an diesem Event: Die Gewinnzahlen werden in einem bestimmten Rhythmus von Kindern gesungen. Die Gewinne werden breit im Land verstreut und es wird auf den Straßen in einer ausgelassenen Stimmung gefeiert.

Die Unterschiede zum deutschen Weihnachtsfest auf einen Blick:

  • Weihnachten beginnt mit der großen Lotterie „El Gordo„ am 22. Dezember.
  • Geschenke gibt es traditionell am 6. Januar.
  • Die Geschenke bringt nicht der Weihnachtsmann, sondern die Heiligen Drei Königen Kaspar, Melchior und Balthasar.
  • Erst am 6. Januar endet das Fest.
  • Vor dem eigentlichen Weihnachtsessen werden Tapas serviert.
  • Am 28. Dezember werden die heiligen Unschuldigen gefeiert.
  • An Silvester werden zwölf Weintrauben gegessen.

24. Dezember - Heiligabend in Spanien

Am 24. Dezember steht, genau wie hierzulande, die Heilige Nacht, genannt „Noche Buena“, an und diese steht im Zeichen der Ruhe und Besinnung. Am Abend wird mit der Familie gegessen. Nach dem Essen folgt der Brauch mit der Urne des Schicksals. Dieser Brauch zeigt, wie sehr die Spanier offenbar die Lotterie mögen. Die Urne ist mit kleinen Geschenken und Nieten gefüllt. Jeder darf etwas aus der Urne herausziehen, bis man ein kleines Geschenk erhält. Die eigentliche Bescherung folgt aber noch. Danach geht es für die meisten Familien zur Mitternachtsmesse, die „Misa del Gallo“ zu deutsch „die Messe des Hahns“.

25. Dezember - Der erste Weihnachtsfeiertag in Spanien

Auch am 25. Dezember steht die Familie im Mittelpunkt. Gefeiert wird die Fleischwerdung von Jesu. Alle kommen zusammen und es wird gemeinsam zu Abend gegessen. Auf den Tisch kommen meist Garnelen oder ein spanischer Schinken, der „Jamon“. Zum Nachtisch werden weißer Nougat, „Turrón“ genannt, oder auch das krümelige Schmalzgebäck „Polvorones“ gereicht. Die mittlerweile weltbekannten Churros dürfen in der Weihnachtszeit auch nicht fehlen. Außer im Norden, wird in ganz Spanien, vor allem, Sekt getrunken. Dort wird „Sidra“, ein Apfelwein, eingeschenkt.

26. Dezember - Der zweite Weihnachtsfeiertag in Spanien

Anders als bei uns geht in Spanien alles am 26. Dezember seinen normalen Gang. Die Geschäfte haben geöffnet und auch die Banken führen wie gewohnt Überweisungen aus. Der zweite Weihnachtsfeiertag wird auch „Día de Esteban“ oder „Stephanstag“ genannt. In einigen Kirchen wird dieser Tag dem heiligen Stephanus gewidmet. Dieser Gedenktag ist jedoch nicht besonders bekannt. Da die Fleischwerdung Jesu bereits ein Tag vorher gefeiert wird, ist der 2. Weihnachtsfeiertag ein normaler Werktag.

Traditionelles Weihnachtsessen in Spanien

Wer an spanisches Essen denkt, dem schießen wohl im ersten Moment Tapas durch den Kopf. Kein Wunder, dass diese kleinen Köstlichkeiten auch ihren Weg ins Weihnachtsmenü gefunden haben. In Spanien ist es nämlich Sitte, vor dem großen Weihnachtsessen zuerst ein paar kleine Appetizer zu servieren. Dazu gehören eine schier unendliche Weihnachtstafel:

  • Ibérico–Schinken
  • alle Arten von Käse
  • Meeresfrüchte
  • Mixed Pickles (deutsch: gemischte Gurken)
  • Leckere und spezielle Weihnachtskreationen

Anschließend wird der erste Gang serviert, dieser zumeist aus einer Suppe besteht. Besonders beliebt sind hier:

  • andalusische oder katalanische Eintöpfe
  • Knoblauchsuppe Mandelcremesuppe

Forellensuppe (auf den Balearen) Das Hauptgericht ist für gewöhnlich ein Braten. Vor allem Lamm oder Spanferkel sind besonders begehrt.

Ebenso beliebt sind gegarter Fisch aus dem Ofen sowie Brasse oder Wolfsbarsch.

Die Tradition geht beim Nachtisch weiter. Nach dem Hauptgang werden alle Arten von Süßigkeiten serviert, um das Essen langsam ausklingen zu lassen. Süßes prägt wie kein anderer Geschmack das Weihnachtfest in Spanien. Die Liste der Versuchungen ist lang und variiert von Region zu Region. Turrón, Polvorones, Marzipan, Mantecados und auch der Dreikönigskuchen dürfen dabei nicht fehlen. Letzteres wird dem Brauch nach aber erst am 5. Januar gegessen. Im Kuchen ist zumeist eine kleine Figur als Überraschung versteckt. Jener, der es in seinem Stück findet, darf sich über Glück im nächsten Jahr freuen.

Tradition - Die Weihnachtszeit bis Januar

Am 28. Dezember wird in Spanien „Los santos inocentes“ gefeiert, es ist das Fest der heiligen Unschuldigen. An diesem Tag ist es im ganzen Land gestattet Witze über jeden zu machen. Vor allem Nachbarn, Familienmitglieder und Freunde spielen sich gegenseitig kleine Streiche. Es werden Unwahrheiten verbreitet, in der Hoffnung, dass ein Ahnungsloser darauf hereinfällt. Auf den Straßen Huescas bewerfen sich die Kinder an diesem Tag sogar mit Eiern. Der 28. Dezember soll eine Erinnerung an den Tag sein, als König Herodesauf der Straßeden Kindermord befahl, um das Jesuskind zu töten.

Spanische Weihnachtslieder

Was wäre Weihnachten ohne Weihnachtslieder? In Spanien werden Weihnachtslieder „villancicos“ genannt. Der Begriff stammt aus dem 13. Jahrhundert. „Villancicos“ waren damals noch Tanzlieder von Landarbeitern, doch mit der Zeit wurden sie immer mehr und mehr in Kirchen gesungen. Somit wurden die „villancicos“ zu Weihnachtsliedern. Eines der bekanntesten spanischen Weihnachtslieder ist „Noche de paz“. Es hat dieselbe Melodie und einen ähnlichen Text wie das in Deutschland verbreitete Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“. Das moderne spanische Weihnachtslied „Feliz Navidad“, übersetzt „Frohe Weihnachten“ wird mittlerweile, egal ob Spanier oder nicht Spanier, weltweit gesungen. Wegen seiner einfachen Struktur und seiner einfachen spanischen und englischen Verse hat es sich zu einem beliebten Weihnachtslied entwickelt. Das moderne spanische Weihnachtslied hat einen Latin–Rhythmus und wurde Jahr 1970 von dem Sänger und Gitarristen José Feliciano geschrieben.

Brauch - Die zwölf Weintrauben zu Silvester

Silvester wird in Spanien nicht mit einem Feuerwerk zelebriert, welches im restlichen Jahr ausreichend gibt. Stattdessen tragen die Spanier als Silvestertradition eine geschmückte und gesegnete Kiefer durch ihr Dorf. Getragen wird die Kiefer meist zum Rathausplatz, wo dann 12 Weintrauben gegessen werden.

Der Brauch der zwölf festlichen Weintrauben verspricht Glück und ist die spanische Art das neue Jahr zu beginnen. Am 31. Dezember werden um Mitternacht zwölf Weintrauben zum Rhythmus der zwölf Glockenschläge, welche das neue Jahr einläuten, gegessen. Dieser kann unter anderem vor dem Fernseher, während der Live-Übertragung des Glockenschlags der berühmten Uhr der „Puerta del Sol„ in Madrid durchgeführt werden. Zudem gibt es die Möglichkeit live auf den Platz der Puerta del Sol oder am Rathausplatz der eigenen Stadt beziehungsweise Dorfes zu besuchen.

Traditionen - Der Tag der Heiligen Drei Könige und Bescherung

Das Weihnachtsfest endet in Spanien am 6. Januar des neuen Jahres. Am Tag der Heiligen Drei Könige, „Los tres reyes magos“ genannt, gibt es dann Geschenke für die Kinder. Am 5. Januar wird die Ankunft der Heiligen Drei Könige, mittels großer Paraden, Umzüge, Aufführungen und Süßigkeiten gefeiert. In Spanien schreiben die Kinder auch keine Briefe an den Weihnachtsmann, sondern an Melchior, Kasper und Balthasar. In manchen Familien gibt es auch schon im Dezember Geschenke, als Folge der zunehmenden Amerikanisierung. Nichtsdestotrotz bleibt der 6. Januar auch ohne Bescherung ein wichtiger Teil der spanischen Weihnachtstradition. Zum Abschluss gibt es im Kreise der Familie noch einmal ein stattliches Festmahl am Abend des letzten Weihnachtstages.

„Frohe Weihnachten“ auf Spanisch

Spanisch wird weltweit von knapp einer halben Milliarde Menschen gesprochen. „Frohe Weihnachten“ kann man sich auf Spanisch mehrfach wünschen. Zum einen kann „¡Feliz Navidad!“ gesagt werden oder „¡Felices fiestas!“ oder gleich mit Glückwünschen zum neuen Jahr „¡Feliz Navidad! ¡Feliz Navidad y próspero Año Nuevo!“.

Weihnachten in anderen Ländern

Das Weihnachtsfest wird in vielen Ländern der Welt gefeiert. Wie dieses in den folgenden Nationen veranstaltet wird, erfahrt ihr hier: