Weihnachten am Strand oder bei einem romantischen Date verbringen - das klingt für deutsche Ohren eher fremd. Das Fest der Liebe wird in jedem Land ein wenig anders zelebriert, wir stellen euch einige Bräuche vor.

„Christmas“ in Großbritannien und Irland

In Großbritannien muss ein wenig länger auf die Bescherung gewartet werden: Dort werden die Geschenke traditionell am 25. Dezember, am „Christmas Day“, geöffnet. Gebracht werden sie vom Weihnachtsmann, der in Großbritannien „Father Christmas“ heißt und durch den Kamin in die Häuser gelangt.Traditionell kommt an diesem Tag die Familie zu einem Weihnachtsessen zusammen, bei dem der „Plumpudding“ nicht fehlen darf. Viele Briten schauen auch die Weihnachtsansprache der Queen im Fernsehen an.

Der Weihnachtsbaum wurde im Übrigen erst ab 1840 Tradition im Vereinigten Königreich. Der deutsche Gemahl von Queen Victoria, Prinz Albert, brachte die Tradition aus seiner Heimat mit.

Auch Mistelzweige dürfen in Großbritannien und Irland nicht fehlen. Diese werden an Decken oder in Türen aufgehängt. Gehen zwei Menschen darunter hindurch, sollen sich diese küssen und eine Beere pflücken. Das soll Glück bringen.

Italien: Weihnachtskuchen und vegetarisches Festessen

In Italien werden die Weihnachtsbäume samt Wurzeln ins Haus gebracht und das schon an Maria Empfängnis am 8. Dezember. Am Heiligabend wird die Christmesse besucht und es wird kein Fleisch gegessen. Am darauffolgenden Tag gibt es dann aber ein großes Familienessen mit verschiedenen Fleischsorten, Käse und Süßigkeiten, darunter „Panettone“, den typischen italienischen Weihnachtskuchen mit Rosinen. Nicht überall in Italien bringt das „Gesû bambino“ (Christkind) die Geschenke, manchmal ist es auch die „Befana“, eine alte Witwe – und die lässt sich damit Zeit bis zum 6. Januar, dem Dreikönigstag.

In Schweden schaut man an Heiligabend Trickfilme

Donald Duck Sendungen schauen an Weihnachten? In Schweden eine Tradition: Dort beginnt der Heiligabend mit den Schauen der Sendung gegen 15 Uhr. Danach beginnt das Weihnachtsessen, wobei das „Julbord“ (ein Buffet aus warmen Speisen) nicht fehlen darf. Im Anschluss werden die Geschenke ausgepackt, die auch hier vom Weihnachtsmann gebracht werden. Unterstützt wird er der Sage nach von den drei Kobolden Tomtebisse, Tomte und Nisse. Traditionell gehört auch der „Julbock“, eine Ziegenbockfigur aus Stroh, zu der Weihnachtszeit in Schweden.

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Der „Julbock“ beruht eigentlich auf einem heidnischen Brauch, konnte sich aber auch im christianisierten Skandinavien behaupten. Er ist ein Symbol für Fruchtbarkeit.

Japan: Romantik pur an Weihnachten

Wer in Japan lebt, muss an Weihnachten arbeiten gehen. Zwar erfreut sich das Fest großer Beliebtheit, ein offizieller Feiertag ist es jedoch nicht. Zudem ähnelt Weihnachten in Japan mehr dem hiesigen Valentinstag: Paare planen ein besonderes Date, beschenken sich gegenseitig und spazieren an Weihnachtsbeleuchtungen vorbei.

Straßenumzüge in Mexiko

In Mexiko beginnt Weihnachten bereits am 16. Dezember. Die neuntägigen Festzeit, „Posadas“ genannt, soll die verzweifelte Herbergssuche von Maria und Josef darstellen. Es gibt Straßenumzüge und Kinder dürfen die „Piñatas“ zerschlagen, Pappfiguren, die mit Süßigkeiten gefüllt sind. Das eigentliche Weihnachtsfest wird im engsten Familienkreis gefeiert.

Die Australier feiern Weihnachten gerne am Strand

In Australien ist im Dezember Sommer – und daher an Heiligabend zwischen 25 und 35 Grad heiß. Das besinnliche Fest wird daher gerne genutzt, um am Strand mit Familie und Freunden zu grillen. Santa Claus trägt passend zum Wetter rote Shorts und steigt vom Rentierschlitten auf Wasserski und Helikopter um. Auch bei den neuseeländischen Nachbarn ist es an Weihnachten heiß, dort verspeist man um diese Zeit gerne Gerichte mit Beeren, etwa heiße Himbeeren mit Vanilleeis. Beliebt in beiden Ländern ist eine mit Sahne und Früchten gefüllte Baiser-Torte, „Pavlova“ genannt.

In diesem Jahr wird vielen Australiern allerdings wenig nach Weihnachten zumute sein: Auf dem Kontinent wüten heftige Buschfeuer, die eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Die Metropole Sydney wird von zwei Seiten von den Bränden bedroht, ganze Dörfer wurden bereits zerstört, es gab Tote und Verletzte. In den nächsten Tagen werden zudem wieder Temperaturen von bis zu 45 Grad Celsius erwartet.

In Russland bringt Väterchen Frost die Geschenke

Und zwar an Silvester, also vor dem russischen Weihnachtsfest. Das findet traditionell am 7. Januar statt, da sich die Russen hier nach dem julianischen Kalender richten. Adventskalender oder Adventskranz kennt die russische Weihnacht nicht, da diese Dinge von der evangelischen Kirche in Deutschland eingeführt wurden. Vom 6. auf den 7. Januar werden in russisch-orthodoxen Kirchen große Festmessen gefeiert. Zu essen gibt es oft „Sochivo“ oder „Kutja“, eine traditionelle russische Süßspeise aus Weizen oder anderem Getreide, Nüssen und Honig.

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