Im Einzelhandel kann gegenwärtig nicht jede Bestellung erfüllt werden. 74 Prozent der Einzelhändler klagten im September über entsprechende Probleme. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Die Beschaffungsprobleme aus der Industrie sind nun auch hier angekommen“, sagt der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein oder teuer werden.“

Lieferschwierigkeiten bei Halbleitern: Probleme im Einzelhandel

Von großen Probleme berichtet der Fahrradeinzelhandel. Jeder befragte Händler hat Schwierigkeiten bei den Lieferungen. Auch Baumärkte, Möbelgeschäfte und Anbieter von Unterhaltungselektronik, wie Laptops, Spielekonsolen oder TV-Geräte sind massiv von Engpässen betroffen. Grund ist die hohe Nachfrage bei Halbleitern. Hier ist bereits die Kapazität weit überschritten. Als Konsequenz nehmen jetzt auch die Einzelhändler Preiserhöhungen ins Visier. „Die Industrie hat Preiserhöhungen angekündigt und diese kommt jetzt zwangsläufig im Einzelhandel an“, sagt Wohlrabe.

Werden Weihnachtsgeschenke dieses Jahr teurer?

Der Einzelhandelsverband HDE warnt vor Knappheit einzelner Produkte. Mit Beginn der Vorweihnachtszeit könnten gefragte Neuerscheinungen oder neue Modelle sehr beliebter Produkte knapp werden, da es hier zu Produktionsengpässen kommen kann, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem Tagesspiegel. „Pandemiebedingte Herausforderungen bestehen zudem bei der Beschaffung von Non-Food-Artikeln aus dem asiatischen Raum.“ Der Weihnachtseinkauf sei deshalb aber nicht in Gefahr: „Leere Regale sind auch in der Weihnachtszeit nicht zu erwarten.“