Nach einer Bombendrohung gegen die Stadt Augsburg hat die Polizei Entwarnung für das Rathaus und zwei benachbarte Verwaltungsgebäude gegeben. Bei der Durchsuchung der Gebäude sei kein gefährlicher Gegenstand gefunden worden, teilte die Polizei mit. Ein weiteres Verwaltungsgebäude werde noch durchsucht, ebenso die Bürgerbüros.

In mehreren deutschen Städten sind Rathäuser evakuiert worden. Betroffen waren nach ersten Erkenntnissen Augsburg, Kaiserslautern, Chemnitz, Göttingen, Neunkirchen und Rendsburg. Später meldete auch die Polizei in Heilbronn, dass im Rathaus ein entsprechende Drohung eingegangen sei. Es konnte aber schnell Entwarnung gegen werden. Man gehe von einem blöden Scherz aus, sagte ein Sprecher.

In Augsburg gab es nach einer Gewaltandrohung einen Großeinsatz der Polizei, das Rathaus wurde evakuiert, Straßenbahnlinien, die über den Rathausplatz fahren, wurden gestoppt. Insgesamt sind etwa 500 Personen von den Evakuierungen betroffen. Wie die Polizei mitteilte, hatte ein unbekannter Absender in der Nacht eine Mail mit einer Bombendrohung an die Stadt verschickt. Da die Drohung gegen die gesamte Stadt ausgesprochen wurde, beschloss die Polizei, auch alle Verwaltungsgebäude zu räumen. Das Motiv hinter der Drohung war zunächst nicht bekannt.

In Göttingen erklärten die Ermittler kurz nach 9 Uhr: „Es befinden sich aktuell keine Personen mehr im Gebäude.“ Eine Sprecherin fügte hinzu: „Alles ist abgesperrt, der Plan ist, das Gebäude mit Sprengstoffspürhunden zu durchsuchen.“ Nach ihren Worten ging eine anonyme Bombendrohung ein. Die Straßen um das Rathaus wurden gesperrt, der öffentliche Personennahverkehr wurde weitläufig umgeleitet. Inzwischen wurde dort auch Entwarnung gegeben.

Polizei mit Sprengstoff-Hunden im Einsatz

In Kaiserslautern sei eine Drohmail eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte seien auch mit Sprengstoff-Spürhunden vor Ort. Der Bereich rund um das Rathaus sei weiträumig abgesperrt worden. Es gebe aber derzeit keine konkrete Bedrohungslage, erklärte der Sprecher. Die Maßnahmen würden vorsorglich durchgeführt.

Auch im saarländischen Neunkirchen lief am Morgen ein Polizeieinsatz nach einer Bombendrohung. „Das Rathaus bleibt vorübergehend geschlossen“, sagte eine Sprecherin der Polizei in Saarbrücken. Auch hier sei zuvor eine Drohmail eingegangen.

Immer wieder Drohbriefe verschickt

Bislang Unbekannte senden seit längerer Zeit Drohschreiben an verschiedenste Institutionen in Deutschland, darunter auch Finanzämter, Rathäuser, Anwaltskanzleien oder Verlage. Sie drohen mit Bomben oder - wie im Falle der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Linke) - damit, „Bürger auf offener Straße zu exekutieren“. Schon mehrfach wurden Gebäude daraufhin evakuiert, Sprengkörper wurden aber bislang nicht gefunden.

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