Was ist MAGA?
: Die Bewegung hinter Donald Trump - Bedeutung, Ziele und Macht

Wofür die MAGA-Bewegung steht und warum sie für US-Präsident Donald Trump so wichtig ist.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Washington
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Donald Trump, ehemaliger Präsident der USA, spielt Golf im «Trump International Golf Links & Hotel» während seines Irland-Besuchs. +++ dpa-Bildfunk +++

Was ist MAGA und warum ist die Bewegung so wichtig?

Brian Lawless/dpa

Donald Trump wäre ohne die MAGA-Bewegung jetzt nicht Präsident der USA und MAGA gäbe es ohne Donald Trump nicht. Was die MAGA-Bewegung ist, was sie ausmacht und welche Studien sich mit der Gruppe beschäftigen.

Was ist die MAGA-Bewegung?

MAGA steht für „Make America Great Again“ (deutsch: „Mache Amerika wieder großartig“). Donald Trump nutzte den Slogan in seiner Präsidentschaftskampagne im Jahr 2016. Das macht „Make America Great Again“ populär und ist seitdem der zentrale Slogan eines breiten politischen Lagers in den USA. MAGA ist eine politische Bewegung, die sich vor allem während Trumps erster Präsidentschaft entwickelte, so Britannica. Der Bewegung verbunden fühlen sich Bürger, die der Meinung sind, dass die USA früher erfolgreicher, sicherer und besser waren als heute und, dass politische Entscheidungen diese frühere Größe untergraben haben.

MAGA ist keine monolithische Gruppe. Innerhalb der Bewegung gibt es verschiedene Strömungen, wie beispielsweise die traditionellen konservativen Republikaner, populistische Hardliner oder extremere Subgruppen im Online-Bereich. Einige dieser Subgruppen, wie „Dark MAGA“, bedienen sich teils radikaler Symbolik oder setzen verstärkt auf Online-Mobilisierung, was zu Debatten über die Richtung und Legitimität innerhalb der Bewegung geführt hat.

Dafür steht die MAGA-Bewegung rund um Trump

Zu den Kernüberzeugungen und Werten gehört die „America First“-Politik (deutsch: „Amerika zuerst“). Die America-First-Politik bedeutet im Kern eine stärkere wirtschaftliche Abschottung, protektionistische Zölle, strenge Einwanderungspolitik sowie Reduzierung außenpolitischer Verpflichtungen nach außen. Laut MAGA sollen die US-Wirtschaft und die Arbeitsplätze im Inland von der America-First-Strategie profitieren. Die MAGA-Bewegung möchte, dass die USA wieder eine starke, souveräne Nation sein sollen, die ihre eigenen Interessen vor globalen Verpflichtungen stellt. Anhänger glauben, dass die Globalisierung und außenpolitische Verpflichtungen dazu beigetragen haben, dass die USA nicht mehr großartig sind.

Einwanderung und wirtschaftlicher Perfektionismus

Ein zentrales Thema bei MAGA ist der Wunsch nach einer deutlich eingeschränkten Einwanderung, besonders aus Ländern mit muslimischer Mehrheit oder aus Lateinamerika. Trump sprach beispielsweise in der Vergangenheit von einer „totalen und vollständigen Schließung“ muslimischer Einwanderung. Hinzukommen eine stärkere Grenzsicherung und eine restriktive Einwanderungspolitik als Standbein der MAGA-Bewegung. MAGA will eine starke Grenzpolizei, keine illegale Einwanderung, eine Reduzierung der legalen Einwanderung sowie ein Ende der sogenannten „Gefährdung“ durch Migration. Eine Grundüberzeugung des MAGA-Movements ist, dass sich Immigration negativ auf Jobs, Sicherheit und nationale Identität auswirke. Außerdem bevorzugen MAGA-Anhänger wirtschaftlichen Protektionismus. Das äußert sich in Forderungen nach Zöllen, Schutz der heimischen Produktion und Rückzug aus internationalen Abkommen, die als Nachteil für die USA gesehen werden.

Misstrauen gegenüber der Medien und konservative Werte

Das Misstrauen gegenüber des Establishments und der Institutionen sind weitere Merkmale der MAGA-Bewegung. Regierungseinrichtungen, Justiz und Wissenschaft gelten unter MAGA-Anhängern als korrupt oder parteiisch. Den etablierten Institutionen wird nicht mehr vertraut und die Mainstream-Medien werden als Feind der Bewegung und als „voreingenommen“ wahrgenommen. Oft wird den Mainstream-Medien die Verbreitung von Fake News vorgeworfen. Diese Überzeugungen fördern die Akzeptanz von alternativen Informationsquellen und verstärken den Glauben, die Politik würde die Interessen der Amerikaner ignorieren.

Die MAGA-Bewegung vertritt konservative Werte, wie Familie, Religions- und Redefreiheit sowie die Ablehnung der „woken“ Kultur. Gesellschaftliche Veränderungen, wie veränderte Geschlechterrollen, LGBTQ-Rechte, Einwanderungen, werden als Bedrohung angesehen. Der Wunsch nach Bewahrung oder Wiederherstellung der konservativen, traditionellen amerikanischen Werte ist ein großer Wunsch der MAGA-Anhänger.

Was heißt „woke“?

„Wokeness“ oder „woke Kultur“ bezeichnet ein erhöhtes Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten, besonders solche, die auf Rassismus, Diskriminierung oder strukturelle Benachteiligung zurückzuführen sind. Der Begriff stammt aus dem afroamerikanischen Englisch (etwa „stay woke“: wachsam bleiben gegenüber Ungerechtigkeit) und wurde im Zuge von Bewegungen wie „Black Lives Matter“ populär, um aktive Sensibilität und Engagement gegen systemische Ungleichheiten zu beschreiben. In der öffentlichen Debatte wird „woke“ allerdings auch als politischer Kampfbegriff genutzt, oft pejorativ, um progressive Positionen oder übertriebene politische Korrektheit zu kritisieren.

„Wir gegen die Eliten“

MAGA sieht sich als Stimme des Volkes gegen die Eliten und gegen die Bürokratie in Washington. Die amerikanische Gesellschaft wird als tief gespalten dargestellt: wir gegen die Eliten. Inmitten der Bewegung wird Donald Trump nicht nur als politischer Führer, sondern als Symbol für Widerstand gegen das vorherrschende System. Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass MAGA nicht nur ein politisches Programm ist, sondern auch ein soziales Identitätssystem. Viele Anhänger fühlen sich als Teil einer Gemeinschaft, die kulturellen Statusverlust erlebt. Diese Identität stützt sich auf den Glauben, dass ihre Gruppe unfair behandelt oder an den Rand gedrängt wird, wie eine Studie der Cambridge Universität zeigt. Die Forschung der Cambridge Universität zeigt, dass die emotionale Gruppenidentität der MAGA-Bewegung oft stärker ist als rationale Argumente.

Die Britannica bezeichnet MAGA als nativistische politische Bewegung, die aus der Wahrnehmung eines nationalen Niedergangs entsteht und eine Wiederherstellung „traditioneller“ amerikanischer Stärke fordert. Dabei spielt der Slogan „Make America Great Again“ eine zentrale symbolische Rolle zur Mobilisierung, nicht nur als politischer Claim, sondern als ideologischer und emotionaler Katalysator.

Die MAGA-Bewegung hat seit 2016 das politische Klima in den USA stark mitgeprägt. Sie gewann besonders starken Rückhalt bei weißen, eher konservativen Wählern, Teilen der weißen Arbeiterklasse sowie evangelischen Christen. Trump konnte viele MAGA-Ziele durchsetzen. So zum Beispiel die Reform der Einwanderungspolitik mit der Grenzmauer und den neuen Visa-Regeln, der Neuverteilung von Handelszöllen oder der Ernennung konservativer Richter.

Studien zur MAGA-Bewegung

Es gibt Studien und Forschungsprojekte zu der MAGA-Bewegung um Donald Trump. Dazu gehören unter anderem die „Injury Epidemiology“ aus dem Jahr 2024. In der Studie geht es um MAGA und politische Gewalt. Die Studie zeigt, dass MAGA-Anhänger Gewalt als gerechtfertigt ansehen, aber eher nicht bereit sind, Gewalt selber auszuführen. Eine weitere Studie, von der Cambridge Universität, behandelte Autoritarismus und die MAGA-Unterstützung. Die Ergebnisse zeigen, dass autoritäre Einstellungen einen Teil der MAGA-Unterstützung erklären. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie von PsyPost. Eine Panel-Studie der Oklahoma Universität und der Washington Universität untersuchte die Einstellungen über eine gewisse Zeit und stellte Vielfalt innerhalb der MAGA-Bewegung fest.