Neue Dimension der Gold-Rally
: Goldpreis knackt 5.000-Dollar-Marke - Die Hintergründe

Der Goldpreis hat ein historisches Hoch erreicht und überschreitet erstmals die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze. Die Gründe im Überblick.
Von
Matthias Kemter
Berlin
Jetzt in der App anhören
Goldbarren: ILLUSTRATION - Der Goldpreis liegt derzeit auf einem hohen Niveau. Weil sich die Entwicklung des Edelmetalls oft gegenläufig zu der von Wertpapieren verhält, empfehlen es Experten als Beimischung zur Geldanlage. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/dpa-mag - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Magazin +++ dpa-Magazin +++

Der Goldpreis erreicht ein neues Rekordhoch von über 5.000 US-Dollar je Feinunze. Erfahren Sie, welche Faktoren den aktuellen Höhenflug der Gold-Aktie begünstigen und warum das Edelmetall bei Anlegern so gefragt ist.

Frank Rumpenhorst/dpa-mag/dpa

In den vergangenen Wochen und Monaten ist der Goldpreis rasant gestiegen. Zum Wochenstart der aktuellen Handelswoche erreicht die Gold-Rally nun aber eine neue Dimension. Um 13 Prozent stieg das Edelmetall über das Wochenende und knackte die 5.000-Dollar-Marke. Die Entwicklung ist das Ergebnis von verschiedenen Faktoren.

Geopolitische Spannungen treiben die Nachfrage

Ein zentraler Treiber für den Anstieg des Goldpreises sind die zahlreichen geopolitischen Konflikte weltweit. Insbesondere die angespannte Lage im Iran sowie die wiederholten Zolldrohungen der US-Regierung gegenüber europäischen Staaten haben die Unsicherheit an den Märkten erhöht. Anleger suchen in solchen Zeiten verstärkt nach sicheren Anlageformen und Gold gilt traditionell als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten.

Politische Unsicherheit in den USA

Die jüngsten politischen Entwicklungen in den USA haben das Vertrauen in den Dollar und US-Vermögenswerte geschwächt. Die unberechenbare Politik von US-Präsident Donald Trump, darunter Zolldrohungen gegen Kanada, Frankreich und mehrere europäische Länder, hat die Märkte zusätzlich verunsichert. Auch die wiederholten Angriffe auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed sorgen für Unruhe. Viele Investoren befürchten, dass die Fed künftig politisch beeinflusst werden könnte, was die Attraktivität von Gold als Alternative weiter erhöht.

Zentralbanken und sinkende Zinsen als Preistreiber

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die gestiegene Nachfrage von Zentralbanken, insbesondere aus Schwellenländern wie China. Diese Staaten stocken ihre Goldreserven auf, um unabhängiger vom US-Dollar zu werden. Gleichzeitig sorgen die Erwartungen an weiter sinkende Zinsen in den USA dafür, dass festverzinsliche Anlagen weniger attraktiv erscheinen. Da Gold keine Zinsen abwirft, profitiert es besonders von einem niedrigen Zinsumfeld.

Rekordzuflüsse in Gold-ETFs und Inflationssorgen

Auch die Rekordzuflüsse in börsengehandelte Goldfonds (ETFs) haben den Preis zusätzlich gestützt. Viele Anleger sichern sich mit Gold gegen Inflation und steigende Staatsverschuldung ab. Die Kombination aus politischer Unsicherheit, geldpolitischer Lockerung und einer hohen Nachfrage von institutionellen Investoren hat den Goldpreis auf ein nie dagewesenes Niveau gehoben.