Rheinmetall-Aktie unter Druck
: Neue Entwicklungen setzen Kurs überraschend unter Druck

Die Aktie des Rüstungskonzerns Rheinmetall gerät deutlich unter die Räder. Was hinter dem plötzlichen Einbruch steckt.
Von
Matthias Kemter
Berlin
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Rüstungsunternehmen Rheinmetall: ARCHIV - 24.07.2025, Niedersachsen, Unterlüß: Der Schriftzug vom Rüstungsunternehmen Rheinmetall steht an einem Gebäude im Rheinmetall-Werk in Unterlüß. Deutschlands größte Rüstungsfirma möchte ihren Umsatz bis 2030 auf 50 Milliarden Euro etwa verfünffachen. (zu dpa: «Rheinmetall peilt 50-Milliarden-Umsatz an») Foto: Michael Matthey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Rheinmetall-Aktie rutscht zur Mitte der Woche deutlich ab. Was der Grund dafür ist, erfahren Sie hier. Alles Wichtige im Überblick.

Michael Matthey/dpa

Trotz ehrgeiziger Ziele und positiver Analystenstimmen verliert die Rheinmetall-Aktie am Mittwoch überraschend stark an Wert. Welche Faktoren belasten das Papier?

Plötzlicher Einbruch: Rheinmetall-Aktie fällt um 10 Prozent

Am Mittwoch verzeichnete die Rheinmetall-Aktie einen markanten Rückgang von rund 10 Prozent gegenüber dem Wochenbeginn. Der Kurs rutschte rund 1780 Euro auf etwa 1.600 Euro ab. Damit zählt das Papier zu den schwächsten Titeln im MDAX. Auslöser sind offenbar neue diplomatische Bemühungen der USA. Laut der Nachrichtenplattform Axios führt US-Sondergesandter Steve Witkoff getrennte Gespräche mit Moskau und Kiew, mit dem Ziel, eine Lösung für den Ukraine-Krieg zu finden. Die Aussicht auf eine mögliche Deeskalation dämpft kurzfristig die Erwartungen an die Rüstungsbranche. Anleger reagieren mit Gewinnmitnahmen.

Rheinmetall plant massive Expansion - doch das birgt auch Risiken

Trotz der aktuellen Kurskorrektur verfolgt Rheinmetall ambitionierte Expansionspläne. Auf dem Kapitalmarkttag am Dienstag stellte CEO Armin Papperger eine neue Langfriststrategie vor. Der Umsatz soll bis zum Jahr 2030 von aktuell knapp 9,8 Milliarden Euro auf 50 Milliarden Euro gesteigert werden. Eine Verfünffachung innerhalb von sechs Jahren. Die operative Marge soll gleichzeitig von 15,2 Prozent (2024) auf über 20 Prozent steigen. Die wichtigsten Bausteine dieser Strategie:

  • Ausbau der Munitionsfertigung, z. B. auf 1,1 Millionen Schuss 155-mm-Artilleriegeschosse pro Jahr
  • Erschließung neuer Märkte wie Raketen- und Marineschiffbau
  • Gezielte Übernahmen, um Wachstum zu beschleunigen

Analysten zeigen sich zuversichtlich

Trotz der kurzfristigen Schwächephase bleiben Analysten optimistisch. Die Bank of America sieht das Kursziel bei 2.540 Euro, Morgan Stanley bei 2.500 Euro. Auch UBS und Berenberg halten an ihren Kaufempfehlungen fest. Letztere erhöhten ihr Kursziel sogar leicht auf 2.340 Euro. Die Analysten sehen insbesondere das langfristige Wachstumspotenzial als treibende Kraft. Kurzfristig dürften jedoch politische Signale, etwa über den Ukraine-Konflikt, weiterhin starke Kursschwankungen auslösen. Anleger müssen daher mit erhöhter Volatilität rechnen.