Nahost-Eskalation: Warum fällt der Silberpreis?

Der Silberpreis ist am Dienstag um 11 % gefallen und notiert bei 82,50 US-Dollar. Ein stärkerer US-Dollar und steigende Treasury-Renditen belasten die Nachfrage nach dem Edelmetall.
Sven Hoppe/dpaSilber, traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten geschätzt, hat am Dienstag einen deutlichen Kursrückgang erlebt. Der Preis fiel um 11 % und notiert aktuell bei 82,50 US-Dollar. Dieser Rückgang überrascht angesichts der geopolitischen Unsicherheiten, die durch den Nahostkonflikt ausgelöst wurden. Doch ein stärkerer US-Dollar und steigende Renditen auf US-Staatsanleihen haben die Nachfrage nach Silber gedämpft.
Starker US-Dollar belastet Silber
Ein zentraler Faktor für den Preisrückgang ist die Stärke des US-Dollars. Der US-Dollar-Index, der die Währung gegenüber einem Korb anderer wichtiger Währungen misst, ist in den letzten Tagen deutlich gestiegen. Ein stärkerer Dollar macht Silber für Käufer außerhalb der USA teurer, was die Nachfrage nach dem Edelmetall reduziert. Historisch gesehen führt ein starker Dollar oft zu einem Rückgang der Preise für Rohstoffe wie Silber und Gold.
Steigende Treasury-Renditen
Zusätzlich zu einem stärkeren Dollar haben auch die Renditen auf US-Staatsanleihen zugenommen. Höhere Renditen machen zinstragende Anlagen attraktiver und verringern die Attraktivität von Silber, das keine Zinsen abwirft. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Investoren ihre Mittel aus Edelmetallen abgezogen und in andere Anlageklassen umgeschichtet haben.
Geopolitische Spannungen und Ölpreise
Obwohl die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die steigenden Ölpreise die Inflationserwartungen anheizen, haben diese Faktoren den Silberpreis nicht stützen können. Die Märkte scheinen sich stärker auf die unmittelbaren Auswirkungen eines festen Dollars und höherer Anleiherenditen zu konzentrieren, anstatt auf die langfristigen Inflationsrisiken.
