Gold im freien Fall: Goldpreis fällt erneut um 10 % - Die Hintergründe

Der Goldpreis ist auf ein neues Jahrestief gefallen und hat über das Wochenende 10 Prozent verloren. Erfahren Sie, welche Faktoren den Kursrückgang ausgelöst haben.
Sven Hoppe/dpaAm Montagmorgen notierte der Goldpreis bei nur noch 4.120 US-Dollar pro Feinunze. Dies entspricht einem Rückgang von über 10 Prozent über das Wochenende und 15 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die Gründe für diesen drastischen Kursverlust sind eng mit den geopolitischen sowie wirtschaftlichen Entwicklungen verknüpft.
US-Geldpolitik setzt Gold unter Druck
Ein wesentlicher Grund für den jüngsten Preisverfall ist die restriktive Haltung der US-Notenbank Fed. Obwohl die Zinsen in der vergangenen Woche unverändert blieben, stellte die Fed lediglich eine Zinssenkung für das laufende Jahr in Aussicht. Dies enttäuschte die Märkte, die mit zwei Zinsschritten gerechnet hatten. Die Aussicht auf eine weiterhin straffe Geldpolitik stärkte den US-Dollar, was Gold für internationale Käufer teurer und damit weniger attraktiv macht.
Steigende Inflationsängste belasten zusätzlich
Die Ölpreise sind zum Wochenbeginn erneut gestiegen, was die Inflationssorgen verstärkt. Diese Entwicklung hat die ohnehin gedämpften Erwartungen an Zinssenkungen weiter verschoben - hin zu möglichen Zinserhöhungen. Dies mindert ebenfalls die Attraktivität von Gold.
Geopolitische Spannungen ohne Flucht in sichere Häfen
Trotz der Eskalation im Nahen Osten bleibt die klassische Flucht in sichere Häfen wie Gold und Silber aus. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar sind die Edelmetallpreise nach einem kurzen Anstieg wieder gefallen. Die Märkte hatten die geopolitischen Risiken bereits vorweggenommen, was eine nachhaltige Rally verhinderte. Die Volatilität des Goldmarktes, wie sie bereits im Januar zu beobachten war zeigt, wie überhitzt und spekulativ der Markt auch mittlerweile ist.
Zwangsverkäufe verstärken den Abwärtstrend
Ein weiterer Belastungsfaktor sind Zwangsverkäufe. Aktuelle Verluste an den Aktienmärkten, insbesondere in Asien und den USA, zwangen viele Anleger dazu, ihre Goldpositionen aufzulösen, um Margin Calls zu decken. Dies erhöhte den Verkaufsdruck und drückte den Goldpreis weiter nach unten.
Technische Faktoren verschärfen die Lage
Aus charttechnischer Sicht hat der Goldpreis wichtige Unterstützungsmarken durchbrochen. Nachdem die Marke von 4.500 US-Dollar unterschritten wurde, beschleunigte sich der Abwärtstrend. Die nächste kritische Unterstützung liegt unterhalb von 4.000 US-Dollar, welche aktuell zu halten scheint.
Starker Dollar und liquiditätshungrige Märkte
Der US-Dollar profitiert derzeit von mehreren Faktoren: den Zinsaussichten, der Position der USA als Energieexporteur und der weltweiten Abrechnung von Öl in US-Dollar. Während andere Länder unter den steigenden Ölpreisen leiden, stärkt dies die US-Währung. Zudem suchen die Märkte in Krisenzeiten oft nach Liquidität, wobei der Dollar als Leitwährung bevorzugt wird.
Ein historischer Rückgang
Mit dem aktuellen Kursrückgang hat Gold sämtliche Gewinne des Jahres 2026 wieder verloren. Seit dem Rekordhoch von 5.600 US-Dollar Ende Januar beträgt der Verlust inzwischen etwa 25 Prozent. Dies verdeutlicht, wie stark die Unsicherheiten an den Märkten das Edelmetall belasten.
