Im Schnitt müssen Kassenpatienten rund einen Monat warten, bis sie einen Termin beim Facharzt bekommen. Privatpatienten werden immer noch bevorzugt behandelt. Es gibt aber Tricks, wie du die Wartezeiten verkürzen kannst. Dabei spielt der Hausarzt eine zentrale Rolle. Er kennt die Lage der ärztlichen Versorgung vor Ort und stellt die entsprechende Überweisung aus. Wenn es sich um dringende Fälle handelt, kann es vorkommen, dass der Hausarzt beim Facharzt um einen Termin für dich bittet.

Notfälle haben Vorrang

Bei starken Schmerzen oder hohem Fieber sagst du das am besten gleich beim Anruf in der Praxis. Denn dann darf dir ein Termin nicht verweigert werden: Notfälle haben immer Vorrang. Allerdings solltest du diese Regel nicht missbrauchen und wirklich nur bei ernsten Symptomen um einen Notfall-Termin bitten.

Zum Spezialisten ins Krankenhaus

Anstatt lange auf einen Termin beim Facharzt zu warten, können Patienten auch in die Fachambulanz in einem Krankenhaus gehen. Diese Möglichkeit besteht bei:

  • Schweren Erkrankungen, wie etwa bei Krebs oder Herzproblemen.
  • Bei fehlenden Fachärzten in der Region
  • Bei einer vor- und nachstationären Behandlung
  • bei psychischer Erkrankung (psychiatrische Ambulanz)

Auch hier gilt es, sich über den Hausarzt zu informieren. Er kennt die medizinischen Versorgungszentren. Diese ambulanten Leistungen können von den Ärzten, die räumlich an das Krankenhaus angebunden sind, über die Krankenkassen abgerechnet werden.

Stoßzeiten möglichst meiden

Wer zeitlich flexibel ist, sollte einen Arzttermin am Vor- oder Nachmittag ausmachen. Die Wartezeiten sind in der Regel in diesem Zeitraum kürzer, denn die meisten Patienten bevorzugen einen Termin früh morgens oder am Nachmittag gegen 17 Uhr. Auch die Mittagspause wird gerne für einen Arztbesuch genutzt.

Absagen anderer Patienten nutzen

Oft kommt es vor, dass Patienten ihre Termine nicht einhalten können oder erst gar nicht erscheinen. Wenn du flexibel genug bist, rufe in der Praxis an und bitte die Sprechstundenhilfe, dir Bescheid zu geben, wenn ein Patient abgesprungen ist.

Letzte Möglichkeit: Vermittlung über Terminservicestellen

Wenn es mit dem Termin beim Facharzt überhaupt nicht klappen will, kann man sich an den Terminservicestellen der Kassenärztlichen Bundesvereinigungen wenden. Diese Servicestellen müssen für einen Termin beim Facharzt innerhalb von vier Wochen sorgen.

Aber: Voraussetzung um diesen Service zu nutzen, ist ein Dringlichkeitsvermerk des Hausarztes, ohne den geht gar nichts. Der Patient gibt bei der Terminservicestelle den darauf angegebenen Code an. Daraufhin vermittelt die Stelle einen entsprechenden Facharzt. Aber auch da gelten Regeln: der Facharzt muss in einer zumutbaren Entfernung, das heißt binnen einer Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sein.

Bei diesen Fachärzten dauert es am längsten

  • Gynäkologen: Aufgrund hoher Überlastung in den Frauenarztpraxen kommt es zu Wartezeiten von bis zu einem Monat.
  • Augenärzte: Patienten, die nur zu einer Routineuntersuchung den Arzt aufsuchen, müssen sich bis zu drei Monate gedulden.
  • Hautärzte: Wer beim Facharzt wegen eines Leberflecks anruft, der kann schon Mal hören: „der nächste Termin wäre frühestens in zwei Monaten“.
  • Psychotherapeuten: Von der ersten Anfrage beim Psychotherapeuten bis zum Beginn der Behandlung vergehen rund 20 Wochen, teilt die Landespsychotherapeutenkammer in Baden-Württemberg mit.

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