Gewalttat im Westerwald
: Drei Menschen sterben

Eine schreiende Frau wählt nachts den Notruf. Die Polizei findet zwei männliche und eine weibliche Tote in einem Haus in Weitefeld. Eine Person flieht. Stecken familiäre Konflikte hinter der Tat?
Von
dpa
Weitefeld
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Drei Tote im Westerwald: 06.04.2025, Rheinland-Pfalz, Weitefeld: Polizei sperrt den Ortseingang von Weitefeld im Westerwald. Drei Menschen sind in Weitefeld im Westerwald tot aufgefunden worden. Foto: Thomas Frey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Polizei sperrt den Ortseingang von Weitefeld im Westerwald ab. Drei Menschen sind in dem Ort im Westerwald tot aufgefunden worden.

Thomas Frey/dpa
  • Drei Tote in Weitefeld im Westerwald gefunden. Täter auf der Flucht.
  • Polizei bittet Bevölkerung, keine Anhalter mitzunehmen.
  • Kapitaldelikt in den frühen Morgenstunden; Ermittlungen laufen.
  • Details zu den Opfern und Hintergründen zunächst nicht bekannt.
  • Polizei ist mit starken Kräften vor Ort.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das beschauliche Dorf Weitefeld im Westerwald steht unter Schock: In den frühen Morgenstunden entdeckt die Polizei in einem Einfamilienhaus drei Leichen. Zwei Todesopfer sind männlich und eines weiblich, wie ein Polizeisprecher sagte. Es deute vieles darauf hin, dass sich die Tat im familiären Umfeld abspielte. Auf die Frage, ob eines der männlichen Opfer minderjährig sei, sagte der Sprecher: „Wir können es nicht ausschließen.“

Nach Aussagen des Ortsbürgermeisters von Weitefeld, Karl-Heinz Keßler (parteilos), wohnten im Tathaus eine Frau, ein Mann und ein Junge in jugendlichem Alter. Am Morgen waren dort die Straßen mit rot-weißem Flatterband abgesperrt und mehrere Spurensicherer der Polizei in weißen Schutzoveralls zu sehen.

Eine Person flieht zu Fuß

Die Ermittler suchten am Sonntag zunächst noch nach dem mutmaßlichen Täter, unter anderem mit einem Helikopter über einem angrenzenden Wald. Die Suche werde so lange weitergehen, bis die Person gefasst sei, auch in der Nacht, sagte eine Polizeisprecherin am späten Sonntagnachmittag. Die Beamten blieben im Ort weiter präsent.

Für ein Motiv im familiären Umfeld spreche neben dem Wohnhaus als Tatort auch die frühe Uhrzeit, erläuterte der Polizeisprecher. Die Beamten seien gegen 3.45 Uhr am Sonntagmorgen mit einem Notruf informiert worden. Die Polizei kann nach eigenen Angaben nicht ausschließen, dass ein sterbendes Opfer noch selbst den Hilferuf abgesetzt hat. Es habe eine schreiende Frau angerufen.

Als die Beamten eintrafen, sei eine Person, wohl ein Mann, zu Fuß vom Tatort geflohen, ergänzte der Sprecher. Nach unbestätigten Hinweisen könnten Schuss- oder Stichwaffen bei der Tat eingesetzt worden sein.

Die Polizei war mit sehr vielen Beamten im Örtchen Weitefeld im Kreis Altenkirchen hoch im Norden von Rheinland-Pfalz im Einsatz, darunter auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK). Sie ermittelte in einer scheinbaren Idylle im Kontrast zu der Gewalttat: In den Vorgärten nahe dem Tathaus blühten Forsythien und Obstbäume an einem Frühlingstag mit strahlendem Sonnenschein.

Drei Tote im Westerwald: 06.04.2025, Rheinland-Pfalz, Weitefeld: Polizei sperrt den Ortseingang von Weitefeld im Westerwald. Drei Menschen sind in Weitefeld im Westerwald tot aufgefunden worden. Foto: Thomas Frey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Polizei am Ortseingang von Weitefeld im Westerwald.

Thomas Frey/dpa

Keine konkrete Gefahr für die Bevölkerung

Ein direkter Anwohner berichtete, er habe kurz nach 6 Uhr einen Hubschrauber über seiner Straße fliegen sehen. „Es ist kaum zu glauben, es ist furchtbar und schrecklich“, sagte ein 43 Jahre alter Dorfbewohner, der am Vormittag mit seinem Hund unterwegs war. Auch er berichtete von einem Hubschrauber in den frühen Morgenstunden. Im Ort herrsche eine Art Ausgangssperre.

Eine Gefahr bestehe laut SWR zwar nicht, die Polizei empfiehlt dennoch, zu Hause zu bleiben und in dem Bereich keine Anhalter mitzunehmen.

Der Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler (parteilos) zeigte sich am Sonntag tief betroffen: „Das nimmt einen mit. Man kennt ja die Menschen hier im Ort. So eine Tat hätten wir uns nie vorstellen können“.

Die Polizei habe ihn am frühen Morgen gegen fünf Uhr gebeten, die lokale Schule für das SEK aufzuschließen. „Seitdem ist die ganze Zeit was los“, so der 67-Jährige. „Die Leute aus dem Dorf rufen ja nicht die Polizei an, die rufen mich an und wollen wissen, was los ist“, berichtete Keßler.

Für die fast 2.300 Einwohnerinnen und Einwohner von Weitefeld gebe es keine konkrete Gefahr. Dennoch bat die Polizei darum, in der Region keine Anhalter mitzunehmen. Die Beamten sperrten Weitefeld ab, an den Ortseingängen wurden Streifenwagen postiert. Jedes Auto, das hinein- oder hinausfahren wollte, wurde kontrolliert. Es waren Polizisten mit Schutzhelmen und Maschinenpistolen zu sehen.

Anwohner: „Es ist kaum zu glauben“

Ein direkter Anwohner berichtete, er habe kurz nach 6.00 Uhr einen Hubschrauber über seiner Straße fliegen sehen. Ein anderer Anwohner sagte, sein Sohn habe sein Auto außerhalb parken und zu Fuß ins Dorf gehen müssen.

Ortsbürgermeister Keßler zeigte sich von der Tat tief betroffen. „Das nimmt einen mit. Man kennt ja die Menschen hier im Ort. So eine Tat hätten wir uns nie vorstellen können“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei habe ihn am frühen Morgen gegen 5.00 Uhr gebeten, die lokale Schule für das SEK aufzuschließen. „Seitdem ist die ganze Zeit was los“, so der 68-Jährige.

Der Ort sei vollkommen abgeriegelt. „Die Leute aus dem Dorf rufen ja nicht die Polizei an, die rufen mich an und wollen wissen, was los ist“, berichtete Keßler. Zunächst waren die Straßen wie leer gefegt, die Bürger von Weitefeld blieben trotz des strahlenden Sonnenscheins in ihren Häusern.

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf, Helmut Stühn (parteilos), sagte: „Das ist schrecklich. Ich kann mir vorstellen, dass die schreckliche Tat schon zu einer großen Betroffenheit geführt hat und nicht fassbar ist.“

„Es ist kaum zu glauben, es ist furchtbar und schrecklich“, sagte ein 43 Jahre alter Dorfbewohner, der am Vormittag mit seinem Hund unterwegs war. Auch er berichtete von einem Hubschrauber in den frühen Morgenstunden. Im Ort herrsche eine Art Ausgangssperre. Das Dorf mit zwei Ortsteilen gilt als älteste Gemeinde im Kreis Altenkirchen, der Ortsname wurde erstmals 848 urkundlich erwähnt.