Warnstreiks im ÖPNV: Wird in Frankfurt gestreikt?

In Frankfurt wird am Donnerstag nicht gestreikt.
Arne Dedert/dpaFür Donnerstag, 19. März, gibt es Entwarnung für den Nahverkehr in Frankfurt und ganz Hessen. Nach mehreren Streiks und intensiven Verhandlungen haben sich die Gewerkschaft Verdi und die kommunalen Arbeitgeber in der Nacht auf Dienstag auf einen Tarifkompromiss geeinigt.
Damit sind weitere Arbeitsniederlegungen zunächst abgewendet. Eine Verdi-Sprecherin stellte klar: Streiks im hessischen Nahverkehr sind „erst einmal vom Tisch“. Die Tarifeinigung steht unter Vorbehalt und wird nun von den Gewerkschaftsmitgliedern geprüft.
Einigung kam überraschend kurz vor neuen Streiks
Noch am Montag hatte Verdi mit neuen Warnstreiks gedroht – auch für Donnerstag. Parallel liefen jedoch die Verhandlungen weiter. In der vierten Runde gelang schließlich der Durchbruch.
Das Ergebnis wird von beiden Seiten als klassischer Kompromiss beschrieben. Die Gewerkschaft konnte nicht alle Forderungen durchsetzen, spricht aber von spürbaren Verbesserungen.
Das steckt im Tarifkompromiss
Die Einigung betrifft rund 4.000 Beschäftigte im kommunalen Nahverkehr in Hessen und umfasst vor allem strukturelle Änderungen:
Neue Entgeltordnung: Viele Tätigkeiten – etwa in Verwaltung, Reinigung oder Fahrkartenkontrolle – werden künftig höher eingestuft und damit besser bezahlt.
Höhere Zuschläge: Zuschläge für bestimmte Arbeitszeiten werden schrittweise erhöht und künftig stärker am individuellen Gehalt orientiert.
Ausweitung der Ballungsraumzulage: Diese gilt nicht mehr nur in Frankfurt, Wiesbaden und Kassel, sondern auch in Gießen und Marburg.
Keine Kürzungen beim Krankengeld: Eine geplante Reduzierung wurde gestrichen.
Auf der anderen Seite mussten auch Zugeständnisse gemacht werden. So wird eine Zulage zur Mitarbeitergewinnung künftig mit Tarifsteigerungen verrechnet. Zudem gilt die neue Entgeltordnung über viele Jahre hinweg.
In den vergangenen Wochen war der Nahverkehr in Hessen immer wieder von Streiks betroffen. Besonders in Frankfurt, Wiesbaden und Kassel kam es zu massiven Ausfällen – Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen blieben teils komplett stehen.
