Warnstreiks bei der MVG
: Drohen jetzt wieder Streiks in München?

Gestern haben sich Verdi und der KAV Bayern zum vierten Mal zusammengesetzt. Eine Einigung gab es nicht.
Von
Lukas Böhl
München
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Warnstreik im Nahverkehr - München: 17.03.2026, Bayern, München: Ein U-Bahn steht an der Haltestelle Westfriedhof. Die Gewerkschaft Verdi hat die nächsten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr angekündigt. Fahrgäste der U-Bahn in München müssen schon am 17.03.2026 mit Problemen rechnen. Verdi hat Mitarbeiter der Leitstelle und im Fahrgastservice ganztägig zum Warnstreik aufgerufen. Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Es könnte bald wieder zu Streiks kommen in München.

Sven Hoppe/dpa

Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr in Bayern bleiben weiterhin ohne Ergebnis. Nach der vierten Verhandlungsrunde am Montag zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern (KAV) ist weiterhin keine Einigung in Sicht. Neue Warnstreiks, die auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) betreffen könnten, sind daher nicht ausgeschlossen.

Annäherung, aber kein Durchbruch

Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks haben sich beide Seiten bei den Gesprächen zwar angenähert, ein konkretes Ergebnis konnte jedoch nicht erzielt werden. Demnach zeigen sich die Arbeitgeber inzwischen offener für eine Verkürzung der Arbeitszeit, die zu den zentralen Forderungen von Verdi gehört. Gleichzeitig bewegt sich laut Verdi offenbar auch die Gewerkschaft bei ihren Lohnforderungen.

Trotz dieser Annäherung bleiben die Positionen weiterhin auseinander. Ein neues Treffen ist erst für den 15. April geplant. Bis dahin drohen weitere Arbeitskampfmaßnahmen.

Arbeitgeber sehen Grenze des Machbaren erreicht

Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern betont in einer Pressemitteilung, dass bereits ein „deutlich verbessertes Angebot“ vorgelegt worden sei. Dieses sehe je nach Laufzeit Entgeltsteigerungen von mehr als sechs beziehungsweise über neun Prozent vor. Zusätzlich seien Verbesserungen bei Arbeitsbedingungen und eine schrittweise Reduzierung der Arbeitszeit Teil des Angebots.

Nach Darstellung der Arbeitgeber sei damit „die Grenze des Leistbaren erreicht“. Eine Einigung sei dennoch nicht möglich gewesen. Kritisch sehen sie vor allem die Haltung von Verdi, eine Schlichtung abzulehnen.

Verdi schließt weitere Warnstreiks nicht aus

Von Seiten der Gewerkschaft heißt es laut BR, dass bis zur nächsten Verhandlungsrunde weitere Warnstreiks möglich seien. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass es erneut zu Einschränkungen im Nahverkehr kommt – etwa bei U-Bahn, Bus und Tram in München.

Konkrete Streiktermine wurden bislang nicht genannt. Erfahrungsgemäß kündigt Verdi Warnstreiks jedoch mit 1 bis 2 Tagen Vorlauf an, sodass sich die Bevölkerung darauf vorbereiten kann.

Auswirkungen für München noch offen

Ob und wann genau die MVG betroffen sein wird, ist derzeit unklar. Die bisherigen Entwicklungen zeigen jedoch, dass der Tarifkonflikt noch nicht gelöst ist und kurzfristige Arbeitsniederlegungen jederzeit möglich bleiben.

Für Fahrgäste bedeutet das vor allem eines: Die Lage bleibt angespannt – und erneute Einschränkungen im Münchner Nahverkehr sind in den kommenden Wochen nicht auszuschließen.