Warnstreik im ÖPNV
: Streikt die Deutsche Bahn heute?

Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr sorgen am heutigen Montag, 2. Februar 2026, bundesweit für erhebliche Einschränkungen.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Verdi-Warnstreiks im Nahverkehr - Brandenburg: 02.02.2026, Brandenburg, Cottbus: Am sogenannten Verkehrsknoten Cottbus informiert ein Infodisplay über die heutigen Streiks im Nahverkehr. Die Gewerkschaft Verdi hat im Rahmen von parallel laufenden Tarifverhandlungen für Montag in fast allen Bundesländern zu Warnstreiks bei kommunalen Verkehrsunternehmen aufgerufen. Foto: Frank Hammerschmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der ÖPNV wird heute bestreikt.

Frank Hammerschmidt/dpa

In weiten Teilen Deutschlands hat die Gewerkschaft Verdi für heute zu einem ganztägigen Warnstreik im kommunalen öffentlichen Personennahverkehr aufgerufen. Bestreikt werden vor allem städtische Verkehrsbetriebe mit Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen. In vielen Städten begann der Ausstand in den frühen Morgenstunden und soll bis in die Nacht zum Dienstag hinein andauern. Pendlerinnen und Pendler müssen daher insbesondere im Berufs- und Schülerverkehr mit massiven Ausfällen und verlängerten Reisezeiten rechnen.

Streikt die Deutsche Bahn heute?

Die Deutsche Bahn selbst wird von dem heutigen Warnstreik nicht erfasst. Der Ausstand richtet sich ausschließlich gegen kommunale Nahverkehrsbetreiber, die unter den einschlägigen Flächentarifverträgen im ÖPNV fallen und für die Verdi zuständig ist. Die S‑Bahnen, der Regionalverkehr sowie der Fernverkehr der Deutschen Bahn fahren nach derzeitigen Angaben regulär. Hintergrund ist, dass die Deutsche Bahn nicht Teil dieser Tarifrunde im kommunalen Nahverkehr ist und dort andere Tarifpartner und Zuständigkeiten gelten.

Für Fahrgäste bedeutet dies eine ungewöhnliche Zweiteilung des Angebots: Während viele Bus-, Straßenbahn- und U‑Bahn-Linien in den Städten komplett ausfallen oder nur stark eingeschränkt unterwegs sind, sollen Züge der Deutschen Bahn planmäßig verkehren. In einzelnen Regionen übernehmen S‑Bahnen und Regionalzüge damit faktisch eine Ersatzfunktion für den ruhenden kommunalen Nahverkehr, soweit Infrastruktur und Fahrpläne dies zulassen. Es ist mit einer hohen Auslastung zu rechnen.

Warum wird gestreikt?

Verdi begründet den Arbeitskampf mit den laufenden Tarifverhandlungen für rund 100.000 Beschäftigte in etwa 150 kommunalen Verkehrsunternehmen. Die Gewerkschaft fordert bessere Arbeitsbedingungen, darunter kürzere Wochenarbeitszeiten und Schichtlängen, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Nach Gewerkschaftsangaben soll der Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, um in den zähen Gesprächen Bewegung zu erreichen.