Walter Gunz
: Wer ist der Unternehmer, der den Wal retten will?

Walter Gunz hat zusammen mit Karin Walter-Mommert aktuell einen neuen Rettungsversuch für einen in der Ostsee liegenden Wal gestartet. Was ist über ihn öffentlich bekannt?
Von
David Hahn
Wismar
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Walter Gunz bei der Aufzeichnung der Radio Bremen Talkshow 3 nach 9 im Eventstudio im Weser-Haus. Bremen, 25.05.2018 *** Walter Gunz recording the Radio Bremen talk show 3 to 9 in the event studio at Weser Haus Bremen 25 05 2018 Foto:xH.xHartmannx/xFuturexImage

Walter Gunz bei der Aufzeichnung der Radio Bremen Talkshow 3 nach 9 im Eventstudio im Weser-Haus. Bremen am 25.05.2018.

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Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat einen neuen privaten Rettungsversuch für den vor der Insel Poel bei Wismar festliegenden Buckelwal erlaubt. Die zuständigen Behörden hätten ein von einer Initiative um die Unternehmer Karin Walter-Mommert und Walter Gunz vorgelegtes Konzept geprüft und abgesegnet, sagte Backhaus am Mittwoch in Schwerin. Die Rettungsaktion ist heute in vollem Gange. Was ist über den Initiator, Walter Gunz, bekannt?

Walter Gunz: Karriere und Leben

Walter Gunz, geboren 1946 in München, ist ein deutscher Unternehmer und Mitgründer der Elektronikhandelskette MediaMarkt. Mit der Eröffnung des ersten Marktes im Jahr 1979 legte er gemeinsam mit seinen Partnern den Grundstein für den Aufstieg eines der größten Elektronikhändler Europas. Weiterhin hatte er dem Berater-Portal „Expert Marketplace“ zufolge über die Jahre hinweg verschiedene Management-Posten, unter anderem bei Axel Springer. Im „Manager Magazin“ tauchte Gunz teils auf den Listen der reichsten Deutschen auf. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur betont er jedoch - oder gerade deswegen –, Geld spiele eine untergeordnete Rolle für ihn. „Die Leute denken immer zu viel an Geld. Man darf sich da nicht verkrampfen. Geld ist eine Energie und man muss sorgfältig damit umgehen.“ Geld, Kraft und Energie müsse man für das Richtige und Gute einsetzen.

Zwischen Wirtschaft und Philosophie Neben seinem wirtschaftlichen Hintergrund hat Gunz auch Philosophie studiert und sich als Autor versucht. 2013 schilderte er in dem Buch „Ich bin doch nicht blöd“ - in Anspielung auf seinen bekannten Mediamarkt-Werbeslogan - auf ungewöhnliche Weise die Geschichte seiner Firmengründung und betitelte diese als „spirituelle Reise durch Politik, Ökologie, Philosophie Glauben und Religion“. 2017 erschien dann sein Buch „Das Geschenk“ - ein Plädoyer für ein erfülltes Leben jenseits von Status und Geld.

Zum selbst ernannten Wal-Retter wurde Gunz nach eigener Erzählung eher zufällig. Er selbst sei von Bekannten gefragt worden, ob man für den Wal nicht etwas tun könne. „Dann bin ich plötzlich als der Retter der Nation erschienen, obwohl ich vom Typ her eigentlich überhaupt kein Held bin.“ Kritik von renommierten Wal-Experten ließ der Unternehmer nicht gelten, sondern stellte stattdessen sein Team nach eigenen Präferenzen zusammen. In einem Interview mit dem Sender News5 betonte Gunz zudem, er sei ein Teamplayer und bringe Menschen zusammen. Auch Mediamarkt sei nur dadurch entstanden, dass viele Menschen zusammengearbeitet hätten. Eine eigene Familie hat der Unternehmer Medienberichten zufolge nicht. „Ich war viele Jahre mit Mediamarkt verheiratet, das war mein Baby“, sagte er in einem Interview mit dem Portal „GoMagazin“.

Neuer Rettungsversuch: Was ist geplant?

Der neue Rettungsversuch für den gestrandeten Buckelwal vor der Ostsee-Insel Poel sollte bereits gestern mit Vorbereitungen starten. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte in Schwerin, die private Rettungsinitiative plane zunächst, Taucher ins Wasser zu schicken, die Kontakt zu dem Tier aufnehmen und es beruhigen sollen. „Tierwohlstützende und leidlindernde Maßnahmen“ seien demnach vorgesehen. Der Tauchgang sollte demnach gestern um 17.30 Uhr beendet sein.

Dabei sollte auch der Untergrund untersucht werden. Geplant ist laut Backhaus, am Donnerstag Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden. Gehe alles gut, könne der Transport aus der Region am Freitag beginnen, sagte Backhaus. Ein Schlepper soll die beiden Pontons bis in die Nordsee und den Atlantik ziehen, um den Wal dort freizulassen.

Den Initiatoren ist bewusst, dass der Eingriff mit erheblichen Risiken verbunden ist und im schlimmsten Fall tödlich enden könnte. Ohne Maßnahmen bestehe jedoch keine Überlebenschance, so ihre Einschätzung. Die Verantwortung für die Aktion liegt vollständig bei der privaten Initiative, auch finanziell wurde das Umweltministerium von allen Verpflichtungen freigestellt.

Mit Material der dpa und AFP