Waldbrände in Deutschland
: Karte zeigt, wo es aktuell brennt

Diese interaktive Karte zeigt, wo es in Deutschland aktuell Waldbrände gibt.
Von
Lukas Böhl
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
Waldgebiet von Brand in Waldaschaff betroffen

Waldgebiet von Brand in Waldaschaff betroffen.

Ralf Hettler/dpa

Mehrere Wald- und Vegetationsbrände beschäftigen derzeit die Feuerwehren in Deutschland. Während einige große Feuer inzwischen unter Kontrolle sind, laufen vielerorts noch Löscharbeiten. Die interaktive Karte zeigt aktuelle Brandmeldungen und von Satelliten registrierte Hitze-Hotspots.

Am Montagmorgen, 17. August, brennt es vor allem bei Schramberg im baden-württembergischen Landkreis Rottweil weiter. Das Feuer hat sich in der Nacht deutlich ausgebreitet. Nach Angaben der Feuerwehr sind inzwischen mehr als zehn Hektar Wald betroffen. In Richtung Tennenbronn und Schramberg waren die Ränder des Brandes am frühen Morgen weiterhin dynamisch. Das steile und schwer zugängliche Gelände erschwert es den Einsatzkräften, direkt an die Brandherde heranzukommen. Mehr als 200 Kräfte sind im Einsatz. Auch Hubschrauber und eine Drohne mit Wärmebildtechnik werden eingesetzt.

Waldbrand im Westerwald noch nicht gelöscht

Auch bei Gebhardshain im Westerwald in Rheinland-Pfalz ist der Einsatz noch nicht beendet. Dort kamen die Flammen am Sonntag zeitweise bis auf etwa 20 Meter an Wohnhäuser heran. Rund 20 Familien mussten ihre Häuser verlassen. Die Evakuierung wurde inzwischen aufgehoben und der Brand gilt als unter Kontrolle – gelöscht ist er allerdings noch nicht.

Nach Angaben des Landkreises waren rund zehn Hektar betroffen. Teile des Waldgebiets ließ die Feuerwehr am Sonntagabend kontrolliert weiterbrennen, während die Einsatzkräfte eine Ausbreitung in Richtung der Bebauung verhinderten. Mehr als 300 Einsatzkräfte waren vor Ort. Vier Feuerwehrleute wurden verletzt. Die Arbeiten sollen bis in den Montag hinein andauern.

Nachlöscharbeiten bei Waldaschaff

Ein weiterer großer Einsatz läuft in Waldaschaff im Landkreis Aschaffenburg in Bayern. Dort hat sich der Brand nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands in der Nacht nicht weiter ausgebreitet. Die betroffene Fläche wird inzwischen mit rund 300.000 Quadratmetern beziehungsweise 30 Hektar angegeben.

Am Montag werden die Löscharbeiten dennoch mit hoher Intensität fortgesetzt. Einsatzkräfte suchen mithilfe von Wärmebildtechnik nach Brand- und Glutnestern und löschen diese gezielt ab. Das Waldgebiet bleibt gesperrt. Die Feuerwehr warnt wegen geschädigter Bäume und herabfallender Äste ausdrücklich davor, das Gebiet zu betreten.

Feuer im Saarland unter Kontrolle

Im Saarland brach am Sonntag zwischen den Illinger Ortsteilen Wustweiler, Hirzweiler und Hüttigweiler ein großer Waldbrand aus. Am späten Sonntagabend waren nach Angaben der Feuerwehr rund 14 Hektar Wald betroffen. Das Feuer konnte inzwischen unter Kontrolle gebracht werden. Zuvor waren rund 400 Einsatzkräfte gegen die Flammen vorgegangen. Ein nahegelegener landwirtschaftlicher Betrieb musste geschützt werden.

Auch beim Großbrand im Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen hat sich die Lage deutlich entspannt. Der Brand ist nach Angaben des Kreises unter Kontrolle, zusätzliche überregionale Einsatzkräfte wurden abgezogen. Die örtliche Feuerwehr ist jedoch weiterhin mit Nachlöscharbeiten und der Bekämpfung von Glutnestern beschäftigt.

Unmittelbar an der deutsch-belgischen Grenze bleibt zudem der Großbrand im Hohen Venn ein Thema. Das Feuer befindet sich überwiegend auf belgischem Gebiet, hatte sich am Wochenende aber bis in die Nähe von Monschau ausgebreitet. Dort wurden vorsorglich Bewohner evakuiert.

Was zeigt die Feuer-Karte?

Die unten eingebundene Karte von FireMap.live kombiniert unter anderem Daten des europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS mit Satellitendaten von NASA FIRMS. MODIS- und VIIRS-Satelliten können dabei Wärmequellen auf der Erdoberfläche erkennen und als sogenannte Hotspots darstellen.

Wichtig: Nicht jeder auf der Karte angezeigte Satelliten-Hotspot ist automatisch ein bestätigter Waldbrand. Satelliten erkennen zunächst ungewöhnlich hohe Wärmeabstrahlung. Deshalb können auf der Karte auch Punkte erscheinen, zu denen es noch keine bestätigte Brandmeldung der örtlichen Behörden gibt. Umgekehrt können kleinere oder durch Wolken verdeckte Brände zeitweise fehlen.

Die Karte eignet sich damit vor allem dazu, aktuelle Brandaktivitäten und mögliche neue Feuer schnell im Blick zu behalten. Für Warnungen, Evakuierungen und konkrete Gefahrenlagen sind weiterhin die Angaben der zuständigen Behörden und Feuerwehren maßgeblich.