Waldbrand Gefahr
: Experten warnen vor erhöhtem Risiko – vor allem im Nordosten

Die Gefahr von Waldbränden in Deutschland steigt weiter an. Vor allem im Norden und Osten des Landes kann es in den nächsten Tagen gefährlich werden.
Von
Philipp Staedele
Münster
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Brandenburg, Jüterbog: Flammen schlagen bei Nacht in einem Waldstück nahe Jüterbog in die Höhe (Aufnahme mit Drohne). Wo in Deutschland ist die Gefahr am höchsten?

Thomas Schulz/dpa

Der Anstieg der Waldbrandgefahr in Deutschland setzt sich fort. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) und die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) haben am Mittwoch gewarnt, dass in den nächsten Tagen vor allem in einigen Regionen im Norden und Osten des Landes die höchste der fünf möglichen Waldbrandwarnstufen erreicht wird. Zusätzlich dazu wird fast überall der zweithöchste Gefahrenindex für Graslandfeuer erreicht.

Regionen im Norden und Osten besonders gefährdet

Die beiden Verbände beziehen sich dabei auf den Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der mithilfe verschiedenster Daten wie Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Niederschlagsmenge und Sonnenscheinintensität berechnet wird.

Insbesondere im Nordosten werden die Voraussetzungen für die höchste Stufe der Waldbrandgefahr, Stufe fünf, erfüllt, erklärte Andreas Friedrich vom DWD: „Extrem trockene Böden, trockene Luft, Sonnenschein von morgens bis abends und auch noch Wind dazu.“

„Das bedeutet, dass überall schnell Brände entstehen können“, erklärte Ulrich Cimolino, Waldbrandexperte des DFV und der vfdb. „In den Gebieten mit hoher Waldbrandgefahr können sich bereits kleine Brände schnell in die ausgewachsene Vegetation ausbreiten und rasch weiter entwickeln, wenn sie nicht sofort massiv bekämpft werden“. Hauptursache für Feuer in Deutschland sei der Mensch. „Und am Wochenende gehen wieder viele Menschen raus. Da hat man das Problem, dass viele nicht so sorgfältig sind.“

Waldbrandgefahr in Deutschland.

dpa-infografik

Verbot von Feuer und Rauchen unbedingt beachten

Die beiden Verbände betonten die Bedeutung, das landesweite Verbot von Feuer und Rauchen im Wald bis zum 31. Oktober strikt einzuhalten - und auch an anderen Orten darauf zu verzichten. „Auf einer trockenen Wiese etwa haben wir das gleiche Problem“, sagte Cimolino. Zusätzlich sollten heiße Oberflächen und Maschinenteile, wie beispielsweise von Fahrzeugen, nicht mit der Vegetation in Kontakt kommen. „Funken reichen schon aus, um einen Brand zu entfachen.“ Bei einem Verdacht auf Feuer sollte man sofort die Feuerwehr alarmieren.

Laut den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes wird in den kommenden Tagen zum ersten Mal in diesem Jahr in Deutschland die 30-Grad-Marke überschritten. „Wahrscheinlich morgen im Osten im Berliner Raum, am Wochenende dann im Westen“, sagte Friedrich mit Blick auf den Donnerstag. Die Temperatur sei für die Waldbrandgefahr allerdings nicht die entscheidende Größe, betonte er.

(mit Material von dpa)