Wal vor Wismar: Fall von Buckelwal Timmy gilt als weltweit einzigartig

Der Wal gibt Atemluft ab, während er noch immer in der Wismarer Bucht liegt.
Philip Dulian/dpa- Ein Buckelwal strandet lebend in der Wismarer Bucht – ein weltweit einzigartiger Fall laut IWC.
- Laut Minister Backhaus wurde noch nie beobachtet, dass ein Wal mehrfach strandet und weiterlebt.
- Rettungsversuche bleiben aus, da sie dem Tier eher schaden würden, so das Ministerium.
- In Mecklenburg-Vorpommern sind Großwal-Strandungen selten, in der Ostsee jedoch nicht.
- „Timmy“ ist die erste Lebendstrandung eines Großwals in Mecklenburg-Vorpommern seit zehn Jahren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Fall des an der Ostseeküste gestrandeten Wals gilt nach Einschätzung internationaler Experten als weltweit einzigartig. „Noch nie ist beobachtet worden, dass ein Wal innerhalb weniger Tage mehrfach an einer Küste strandet und weiterlebt“, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit. Das habe die Internationale Walfangkommission (IWC) in einem Schreiben an das Ministerium erklärt.
„Dies geschieht hier bei uns auch noch 24 Stunden pro Tag unter Kamerabeobachtung vor den Augen der Öffentlichkeit“, betonte Backhaus. „Die Entscheidung, keine Rettungsversuche zu unternehmen, weil sie dem Tier mehr schaden als nützen würden, ist mir so schwergefallen, wie wohl keine andere in meinem bisherigen politischen Leben.“ Dennoch hätte „kein ernstzunehmender Experte auf der Welt“ ein anderes Vorgehen empfohlen.
Strandungen von Großwalen selten
„In Mecklenburg-Vorpommern kamen Strandungen bisher selten vor, in der gesamten Ostseeregion ist es allerdings kein seltenes Ereignis“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund der Deutschen Presse-Agentur. In der gesamten Ostsee strandeten demnach bereits zahlreiche Arten, darunter Buckelwale und Finnwale, Zwergwale, Narwale und Pottwale. Der Fall des Timmy genannten Buckelwals sei in Mecklenburg-Vorpommern die erste Lebendstrandung eines Großwals der vergangenen zehn Jahre.
Vor 201 Jahren strandete ein lebendiger Finnwal vor Rügen, dessen Skelett mittlerweile im Meeresmuseum hängt. Konkrete Daten und Zahlen zu Strandungen sowohl toter als auch lebender Großwale aus früheren Jahren liegen laut Meeresmuseum aktuell nicht vor.
