Wal Timmy aktuell: Lebt der Buckelwal aus der Ostsee noch?

Mit einem Schlepperverband wurde der Wal in einem mit Wasser gefüllten Lastkahn in die Nordsee gefahren und freigelassen. Aber wo ist Wal Timmy aktuell?
Philip Dulian/dpaIn einer mysteriösen Aktion wurde der Buckelwal - der zuvor mehrfach in der Ostsee gestrandet war - in der Nordsee freigelassen. Die handelnden Personen der Rettungsinitiative überschütten sich mit Vorwürfen. Die zentrale Frage bleibt: Wie geht es dem Tier aktuell und wo ist der Wal?
So verlief die Freilassung von Wal Timmy
Angaben zum Zustand des Tiers zu diesem Zeitpunkt und zum genauen Ablauf der Freisetzung wurden nicht bekannt, auch öffentlich zugängliche Bilder oder Videos gab es nicht. Warum? Das fragen sich seither viele Menschen, die das Drama um den Wal seit Wochen mitverfolgen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus erklärte in einem Statement beim Livestream-Anbieter News5, mit der Initiative sei vereinbart gewesen, dass ein Videosystem auf der Barge installiert wird, damit beauftragte Tierärzte den Wal weiter beobachten können - das sei aber nicht erfolgt.
Mitglieder des Teams der privaten Initiative verwiesen für Angaben zur Freisetzung auf ihre Geldgeber, Walter-Mommert und Mediamarkt-Gründer Walter Gunz, die sich merklich wütend zeigten: In einem Statement distanzierten sich beide „ausdrücklich von den Geschehnissen und der Art und Weise, welche zur Aussetzung des Wales führten“. Die Initiative sei an der Freisetzung nicht beteiligt gewesen und habe diese auch nicht aktiv begleitet. Vielmehr hätten Crewmitglieder der gebuchten Schiffe den Wal abgesetzt.
Wal-Rettung - Tierärztin erhebt schwere Vorwürfe
Eine an Bord gewesene Tierärztin der privaten Rettungsinitiative erhob nach ihrer Ankunft in der Nacht auf Montag schwere Vorwürfe gegen Teile der Schlepperbesatzung und sprach von mangelnder Transparenz sowie tierschutzwidrigem Vorgehen. Wo sich der Wal derzeit aufhält, war am Montag weiter unklar.
Die Tierärztin der Initiative, Kirsten Tönnies, sagte in Cuxhaven vor Journalisten, zwar hätten die Schiffsleute „weitestgehend einen richtig guten Job gemacht“, den Wal zu bergen und zu transportieren. Beim Entladen des Wales seien jedoch Unterstützer der privaten Rettungsinitiative „belogen“ und „betrogen“ worden. Von der Entladeaktion sei sie selbst „außen vor gehalten“ worden, sagte Tönnies weiter. Sie habe „deutlich protestiert“, sei aber nicht einbezogen worden. Ihr Gefühl an Bord beschrieb Tönnies als „mulmig“.
Besonders kritisch äußerte sich Tönnies zu einem ersten, letztlich gescheiterten Entladeversuch. Ihr sei geschildert worden, dass wiederholt versucht worden sei, den Wal mit der Fluke rückwärts mithilfe von Seilen aus seinem Transportkahn herauszuziehen. Das sei „gegen die Natur dieser Tiere“, da sei sie „nicht mit einverstanden“, betonte Tönnies.
Wo ist Wal Timmy aktuell
Wo der Buckelwal sich aktuell aufhält, ist unklar: Der GPS-Sender liefere anders als geplant keine Ortsdaten, sagte Karin Walter-Mommert, eine Geldgeberin der privaten Initiative hinter dem Transport. Damit bliebe unbekannt, ob und in welche Richtung das Tier schwimmt. Laut Bild gab es am Montagmorgen Signale vom Sender. Ob diese aktuell ein Beweis dafür sind, dass Timmy lebt, ist unklar.
Lebt der Buckelwal überhaupt noch?
Auch die Frage lässt sich nach wie vor nicht zuverlässig beantworten. Es gebe zumindest vom Sender übertragene Vitalzeichen, demnach lebe der Wal, meinte Walter-Mommert. Die Informationen ließen sich zunächst nicht durch unabhängige Quellen verifizieren. Thilo Maack von der Naturschutzorganisation Greenpeace sagte zu den Angaben, ein GPS-Tracker erfasse und übermittle keine Vitaldaten. Ohne Ortsdaten des GPS-Senders droht das Schicksal des Wales ungeklärt zu bleiben, womöglich für immer.
(mit Material von dpa)
