Wal Ostsee aktuell
: Wie ist die Lage heute, am 15.04.2026?

Seit bereits zwei Wochen liegt ein geschwächter Buckelwal in der Ostsee vor Wismar. Die aktuellen Entwicklungen und Hintergründe gibt es hier im Überblick.
Von
David Hahn
Wismar
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Buckelwal vor der Insel Poel: 14.04.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Wismar: Der Buckelwal liegt weiterhin vor der Insel Poel. Laut Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium ist die Lage unverändert. Der kranke und geschwächte Wal liegt bereits seit dem 31. März in der Wismarbucht. Foto: Philip Dulian/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Wal liegt auch am 15. April 2026 weiterhin an derselben Stelle vor der Insel Poel (Aufnahme vom 14. April 2026).

Philip Dulian/dpa

Bereits seit dem 31. März liegt ein Buckelwal in flachem Wasser vor Wismar. Sein Zustand verschlechtert sich zunehmend. Ein neuer Rettungsversuch könnte jedoch in Kürze starten.

Wal in der Ostsee aktuell: Ist der Buckelwal am Leben?

Auf dem Livestream des Nachrichtenportals News 5, das nachts ein Wärmekamerabild sendete, war der Wal von Dienstag auf Mittwoch orangefarben erkennbar. Am Morgen stieß er auch Fontänen aus. Der Buckelwal scheint demnach am Morgen des 15. April 2026 noch am Leben zu sein.

Schon vor Tagen wurde eine veränderte Atmung festgestellt, inzwischen sprechen Fachleute von einer deutlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands. Experten gehen davon aus, dass sich Wasser in der Lunge des Wals sammelt, was auf schwere Organschäden hindeutet. Experten gingen bisher davon aus,  dass der Buckelwal im flachen Wasser vor Wismar voraussichtlich sterben wird. Ein am Mittwoch abgesegneter neuer Rettungsversuch könnte jedoch Bewegung in die für den Wal bisher aussichtslose Lage bringen.

Neuer Rettungsversuch abgesegnet

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat einen neuen privaten Rettungsversuch für den vor der Insel Poel bei Wismar festliegenden Buckelwal erlaubt. Die zuständigen Behörden hätten ein von einer Initiative um einen Unternehmer und eine Unternehmerin vorgelegtes Konzept geprüft und abgesegnet, sagte Backhaus am Mittwoch in Schwerin. Vorgesehen ist demnach eine Rettung mit Luftkissen, um den Wal in die Nordsee zu bringen. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden. Die Verantwortung liege bei den Initiatoren. „Wir dulden dieses Vorhaben“, sagte Backhaus. Geplant und finanziert wird das Vorhaben den Angaben zufolge von den Unternehmern Karin Walter-Mommert und Walter Gunz.

Wann startet der Rettungsversuch?

Der neue Rettungsversuch für den gestrandeten Buckelwal vor der Ostsee-Insel Poel soll sofort beginnen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte in Schwerin, die private Rettungsinitiative schicke zunächst Taucher ins Wasser, die Kontakt zu dem Tier aufnehmen und es beruhigen sollen. „Tierwohlstützende und leidlindernde Maßnahmen“ sind demnach vorgesehen. Der Tauchgang soll demnach um 17.30 Uhr beendet sein.

Dabei soll auch der Untergrund untersucht werden. Geplant ist laut Backhaus, am Donnerstag Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden. Gehe alles gut, könne der Transport aus der Region am Freitag beginnen, sagte Backhaus. Ein Schlepper soll die beiden Pontons bis in die Nordsee und den Atlantik ziehen, um den Wal dort freizulassen.

Warum wurde bisher keine weitere Rettung unternommen?

Die letzten aktiven Rettungsversuche wurden zuletzt am 1. April eingestellt. Ein erneuter Versuch am vergangenen Wochenende, den Wal mithilfe abgespielter Walgesänge zur Selbstbefreiung zu bewegen, blieb erfolglos. Nach zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen erklärten Experten letzte Woche, dass weder eine Lebendbergung möglich sei noch das Tier sich aus eigener Kraft befreien könne.

Nach Einschätzung von Experten war bisher jeder weitere Rettungsversuch mit mehr Qual für das Tier verbunden, bei sehr geringen Aussichten auf Erfolg. Im vor einigen Tagen veröffentlichten Gutachten zum Zustand des rund zwölf Meter langen Wals hieß es, dass nach den vier Strandungen bei Niendorf, Wismar und vor Poel mit einer erneuten gerechnet werden müsse. Die wiederholten Strandungen würden auf ein ernsthaftes Gesundheitsproblem hinweisen.

Aktuell liegt der Buckelwal in etwa 1,50 Meter Wassertiefe vor Poel. Bis zum südlichen Ende des Kattegats sind es rund 200 Kilometer und bis zum Skagerrak weitere etwa 250. Erst dann wäre das Tier wieder in den Tiefen der Nordsee und könnte weiter ins offene Meer schwimmen. „Transportmöglichkeiten für einen Wal dieser Größe existieren nicht“, hieß es im Gutachten. Zudem wäre schon ein Anheben mit Schlaufen mit extremem Stress und wahrscheinlich großflächigem Abreißen der schwer geschädigten Haut verbunden. Das Tierschutzgesetz verbiete zusätzliches Leid ohne vernünftige Erfolgsaussichten. Bislang hatten Experten deshalb erklärt, dem Buckelwal könne nicht sinnvoll geholfen werden, und es sei das Beste, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen.

Mit Material der dpa und AFP