Wal in der Ostsee
: Karte zeigt mögliche Route

Für den gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel läuft ein neuer Rettungsversuch. Wie würde es für den Wal weitergehen, sollte dieser erfolgreich verlaufen?
Von
David Hahn
Wismar
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Wal Ostsee Karte

Ausschnitt der Karte, welche eine mögliche Route für den Wal aus der Ostsee hinaus zeigt. Die gesamte Strecke wird weiter unten im Artikel abgebildet.

AFP

Vor der Ostsee-Insel Poel dauert der aufwendige Rettungseinsatz für einen seit Wochen festliegenden Buckelwal an. Nachdem frühere Versuche als aussichtslos galten, hat eine private Initiative einen neuen Anlauf gestartet. Was sieht dieser genau vor?

Wal in der Ostsee: Karte zeigt mögliche Route

Die neuen Rettungsarbeiten wurden am Mittwoch angekündigt und kurz darauf gestartet. Eine Arbeitsplattform mit Pontons, Pumpen und schwerem Gerät wurde vorbereitet, um den Wal zunächst freizuspülen. Anschließend soll das Tier mithilfe von Luftkissen angehoben und auf eine Plane zwischen zwei Schwimmpontons gebracht werden. Von dort ist geplant, den rund zwölf Tonnen schweren Buckelwal in tiefere Gewässer in Richtung Nordsee zu schleppen.

Aktuell liegt der Buckelwal in etwa 1,50 Meter Wassertiefe vor Poel. Bis zum südlichen Ende des Kattegats sind es rund 200 Kilometer und bis zum Skagerrak weitere etwa 250. Die folgende Karte zeigt eine mögliche Strecke, welche die Retter mit dem Wal zurückzulegen hätten, sollte der Rettungsversuch glücken:

Karte Route Wal Ostsee

Diese Karte der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) zeigt eine mögliche Route für den Wal aus der Ostsee zurück in den natürlichen Lebensraum des Buckelwals.

AFP

Lange Strecke: Überlebt der Wal den weiten Weg?

Nachdem sich der Wal nach Tagen auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand und mehreren Rettungsaktionen befreien konnte, ist er seit dem 31. März erneut in flachem Wasser vor Wismar in eine schwierige Lage geraten. Der Buckelwal, laut Messungen des Umweltministeriums 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch, gilt als geschwächt. Gleichzeitig zeigen aktuelle Beobachtungen, dass sich das Tier noch aktiv bewegt, etwa durch kräftige Schläge mit der Schwanzflosse und Drehbewegungen. Laut beteiligten Tierärzten der Initiative deutet dies darauf hin, dass keine schwerwiegenden äußeren Verletzungen vorliegen und grundsätzlich eine Chance auf Rettung besteht (Stand 17.04.2026).

Die Lage bleibt allerdings kritisch. Zahlreiche weitere Experten hatten zuvor aufgrund des schlechten Gesundheitszustands und mehrfacher Strandungen empfohlen, auf weitere Eingriffe zu verzichten. Mögliche Probleme wie ein Fischernetz im Maul sowie Hautschäden durch das Ostseewasser belasten das Tier zusätzlich. Weitere Eingriffe würden dem Tier massive Schäden zufügen. Der Buckelwal sei orientierungslos und so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise nicht schaffen werde. Der Ausgang der Rettungsaktion ist demnach weiterhin ungewiss.

Hintergrund: Buckelwal in der Ostsee

Die Ostsee ist, unter anderem wegen eines zu geringen Salzgehalts im Wasser, kein natürlicher Lebensraum für große Wale. Heimisch sind dort lediglich Schweinswale, deren Bestände jedoch als bedroht gelten. Buckelwale hingegen gehören zu den größten Meeressäugern und können bis zu 15 Meter lang und rund 35 Tonnen schwer werden. Immer wieder werden einzelne Tiere in der Ostsee gesichtet, ein möglicher Grund ist laut Experten auch eine gewachsene Population. Viele Tiere finden später wieder den Weg zurück in die Nordsee. Strandungen bleiben selten, stellen aber aufgrund des enormen Gewichts und der Stressanfälligkeit der Tiere eine große Herausforderung für Rettungsteams dar.

Mit Material der dpa und AFP