In Österreich haben die Bürgerinnen und Bürger am 9. Oktober ihren Präsidenten gewählt. Amtsinhaber Alexander van der Bellen ist klar wiedergewählt worden und muss nicht in die Stichwahl. Der Bundespräsident wird in Österreich alle sechs Jahre gewählt.
  • Alle Ergebnisse und Hochrechnungen im Überblick
  • Präsidentenwahl in Österreich: Das waren die Kandidaten
  • Was macht der Bundespräsident in Österreich genau?

Ergebnisse in Österreich: Das ist die erste Hochrechnung

Die Wahllokale in Österreich sind geschlossen. Jetzt beginnt die Stimmauszählung. Die aktuellste Hochrechnung vom öffentlich-rechtlichen Sender ORF am Montag zeigt folgendes Ergebnis:
  • Alexander van der Bellen: 56,2 Prozent
  • Walter Rosenkranz: 17,9 Prozent
  • Tassilo Walentin: 8,3 Prozent
  • Dominik Wlazny: 8,4 Prozent
  • Gerald Grosz: 5,5 Prozent
  • Michael Brunner: 2,1 Prozent
  • Heinrich Staudinger: 1,5 Prozent
57,4 Prozent der Stimmen sind bereits ausgezählt. Damit ist Alexander van der Bellen im Amt bestätigt und muss nicht in die Stichwahl. Die Briefwahlstimmen werden erst am Montag ausgezählt.

Bundespräsidentenwahl: Wann gibt es ein Endergebnis?

In Österreich schließen die Wahllokale am 9.10.2022 nicht alle zur gleichen Zeit. Die meisten sind bereits um 16 Uhr geschlossen gewesen. Allerdings blieben die Wahllokale in den beiden Städten Innsbruck und Wien noch bis 17 Uhr geöffnet. Daher gab es erst nach Schließung aller Wahllokale eine erste Hochrechnung. Im Laufe des Abends kommen dann immer mehr Hochrechnungen. Diese werden immer wieder aktualisiert mit immer mehr echten Ergebnissen aus den Wahlkreisen. Das Endergebnis wird vom Wahlleiter nach Auszählung aller Stimmen verkündet. Das endgültige amtliche Wahlergebnis wird erst am Montag verkündet.

Wahlen in Österreich: Das waren die Kandidaten

Bei der Wahl um den Bundespräsidenten in Österreich standen sieben Kandidaten zur Wahl. Das ist ein Rekord: Noch nie war das Feld so groß, wie bei dieser Abstimmung. Die Kandidaten:
  • Alexander van der Bellen (parteilos)
  • Walter Rosenkranz (FPÖ)
  • Dominik Wlazny (Bierpartei)
  • Tassilo Walentin (parteilos)
  • Gerald Grosz (Bündnis Zukunft Österreich)
  • Michael Brunner (MFG)
  • Heinrich Staudinger (parteilos)

Was macht der Präsident in Österreich?

Österreich ist eine parlamentarische Semipräsidialrepublik. Das bedeutet, dass der Präsident zwar mehr Befugnisse hat, als der Bundespräsident in Deutschland, aber weniger als beispielsweise in Frankreich oder den USA. In Deutschland ist die Rolle des Bundespräsidenten größtenteils symbolisch: Er vertritt Deutschland nach außen und übernimmt zeremonielle Aufgaben. In Österreich ist der Bundespräsident ebenfalls mit diesen Aufgaben betraut, ist aber auch der Oberbefehlshaber der österreichischen Armee, ernennt und entlässt die Bundesregierung und hat sogar sogenannte Notverordnungsrechte. Im Falle eines Notstandes kann der Bundespräsident also bestimmte Notverordnungen erlassen, die auch ohne das österreichische Parlament gültig sind. Allerdings gibt es da auch Begrenzungen, sodass der Präsident mit einer Notverordnung keine verfassungsrechtlichen Änderungen vornehmen kann.
Der Bundespräsident von Österreich wird alle sechs Jahre von allen wahlberechtigten Österreichern gewählt. Wahlberechtigt sind in Österreich alle ab 16 Jahren. Der Präsident darf maximal zwölf Jahre – also für zwei Amtszeiten – hintereinander regieren. Nach einer Pause kann der Präsident dann aber auch wiedergewählt werden.

Präsidentenwahl 2016: Wiederholung nach Wahlpannen

Bei der Präsidentschaftswahl im Mai 2016 war die FPÖ mit ihrem Kandidaten Norbert Hofer mit mehr als 46 Prozent nur knapp Van der Bellen unterlegen. In Brüssel und den westlichen Partnerländern Wiens gab es Befürchtungen, dass mit Hofer erstmals ein erklärter EU-Kritiker und Rechtspopulist Staatschef eines EU-Landes wird.
Doch der renommierte Ökonom und frühere Hochschulprofessor Van der Bellen hielt unbeirrt an seiner Vision einer weltoffenen, multikulturellen Gesellschaft fest. Die Wahl musste wegen Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung annulliert und nach einer weiteren Verschiebung wegen nicht richtig klebender Briefwahlumschläge im Dezember 2016 wiederholt werden. Im zweiten Anlauf gewann Van der Bellen dann mit klarem Vorsprung gegen Hofer.