Bucks heile Welt Wäfzga-Kampf

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Autorenfoto © Foto: Christian Käsmayr
Ulm / Gerlinde Buck 15.09.2018

Es sind Bestäuber sind Bestäuber  sind Bestäuber. Jawohl. Auch und gerade dia bleede Wäfzga auf dem Zwetschgenkuchen sind wertvolle Mitglieder unserer  bedauerlicherweise immer kleiner werdenden Insektengesellschaft. Und vielleicht handelt es sich bei dem  Brummer im Weizenbierglas ja sogar um die Königin des Wespenstaats? Um eine Königin i.R., die nach einem arbeitsreichen, von Ei-Ablage und Brutpflege geprägten Leben noch ein bisschen an sich denkt und nurmehr zum eigenen Vergnügen ausschwärmt? Wer wollte es der fidelen Greisin verdenken und sie gar im Biere ertränken?

 Das Bestäuber-Mantra murmelnd und jedes Mitgefühl für  alte Chef-Wäfzga mobilisierend hielten wir ihm ungefähr fünf Minuten lang Stand. Dem Drang, den aufdringlichen, störenden, schwarzgelben Gast am Gartentisch zu jagen, zu erlegen, zu zerquetschen. Dann kam es zum Kampf. Eine Kehrichtschaufel Scherben und zwei Schnittwunden am Arm später hatten wir unsere Ruhe. Drinnen. Draußen kicherte die Wäfzge.

 An Hohn und Spott mangelte es auch indoor nicht. Warum hast du denn nicht einfach frischen Knofi auf den Tisch gelegt? Oder  Räucherstäbchen angesteckt? Der Geruch, dozierte Freundin Dr. Klugscheiß am Telefon, törnt jede Wespe ab. Das Problem ist nur: uns auch.

Womöglich sind wir am Ende noch Seelenverwandte. Die alte Wäfzge und wir.

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