Vulkanausbruch auf Island aktuell
: Ortschaft evakuiert - Lava richtet schwere Schäden an

Erneuter Vulkanausbruch in Island. Am Wochenende gab es einen zweiten Ausbruch innerhalb weniger Wochen. Wie ist die Lage aktuell?
Von
Daniel Steiger
Reykjavik
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Auf Island hat der zweite Vulkanausbruch innerhalb weniger Wochen begonnen. Auf diesem vom Isländischen Katastrophenschutz zur Verfügung gestellten Foto, das vom Hubschrauber der Küstenwache aus aufgenommen wurde, ist die Lava beim Ausbruch des Vulkans zu sehen.

Uncredited/Icelandic Civil Protection/AP/dpa

In Island hat ein zweiter Vulkanausbruch innerhalb weniger Wochen schwere Schäden angerichtet. Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir spricht von einem „schwarzen Tag für ganz Island“. Wie ist die Lage aktuell?

Vulkan auf Island: So ist die Situation aktuell

Der 4000-Einwohner-Ort Grindavík war bereits in der Nacht zum Sonntag evakuiert worden, als sich die erneute Eruption auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich von Reykjavik mit einer abermaligen Erdbebenserie angekündigt hatte. Um 7.57 Uhr (Ortszeit) am Morgen begann der Ausbruch schließlich, als erste Lava aus einem länglichen Erdspalt einige Hundert Meter nördlich von Grindavík sprudelte.

Bereits wenige Stunden danach hatte sich ein regelrechtes Lavameer in dem Gebiet gebildet, das glutrot in der Morgendämmerung leuchtete. Die Wetterbehörde Vedurstofa teilte am Sonntagabend mit, dass der Erdriss rund 900 Meter lang sei.

Bereits diese Lava kam Grindavík bedrohlich nahe. In den Mittagsstunden öffnete sich die Erde jedoch noch an einem anderen Ort - und zwar in einem gut 100 Meter langen Riss unmittelbar am nördlichen Stadtrand des Ortes. Von dort zog sich die Lava talabwärts, ehe sie mindestens drei Häuser in Brand setzte oder unter sich begrub. Da der Ort evakuiert war, bestand keine Gefahr für Menschenleben - wohl aber für das Hab und Gut der betroffenen Bewohner.

Island: Tausende Erdbeben kündigen Vulkanausbruch an

Grindavík liegt rund 40 Kilometer südwestlich von Reykjavik. Der Ort war schon beim letzten Ausbruch Mitte Dezember in Mitleidenschaft gezogen worden - allerdings nicht durch die Lava, sondern durch etliche Erdbeben, die die Eruption angekündigt hatten. Die Beben hatten tiefe Risse in Straßen und andere Schäden verursacht. Auch diesmal hatte die Wetterbehörde vor der Eruption eine intensive Erdbebenserie verzeichnet.

Zuletzt war es in dem Gebiet am späten Abend des 18. Dezembers zu einem Ausbruch gekommen, als Lava zunächst aus einer zunächst mehrere Kilometer langen Erdspalte sprudelte. Die Eruption nahm aber innerhalb weniger Tage deutlich an Intensität ab. Bereits vor Weihnachten war keine flüssige Lava mehr an der Erdoberfläche sichtbar. Die Bewohner von Grindavík konnten die Feiertage letztlich in ihren eigenen vier Wänden verbringen - jedoch mit der steten Unsicherheit, weil die Erde unter ihnen nicht zur Ruhe gekommen war.

Liveticker und Livestream aus dem Vulkangebiet auf Island

Der staatliche Rundfunk Island RUV berichtet per Liveticker vom Volkanausbruch. Auch Livestreams von Webcams werden angeboten. Zahlreiche Berichte sind auch in englischer Sprache verfügbar. Hier geht es zu dem Liveticker.

(mit Material von dpa)