Vorwurf „Separatismus“: China setzt Kopfgeld auf zwei taiwanische Influencer aus

China hat ein Kopfgeld für die Influencer Pa Chiung und Chen Po-yuan ausgesetzt.
Screenshot Instagram @mannam_pycDie chinesische Polizei hat eine öffentliche Fahndung nach zwei taiwanischen Social-Media-Influencern herausgegeben und ein Kopfgeld von rund 35.000 US-Dollar auf sie ausgesetzt. Pa Chiung und Chen Po-yuan, besser bekannt als Mannam PYC, werden der Förderung „separatistischer Aktivitäten“ beschuldigt.
Hintergrund: China vs. Taiwan
China betrachtet Taiwan als Teil seines Territoriums, während Taiwan ein eigenes Justizsystem und eine demokratische Regierung hat. In der Vergangenheit hat China bereits mehrere taiwanische Politiker und öffentliche Persönlichkeiten wegen angeblicher „Separatismus-Aktivitäten“ ins Visier genommen.
Wer sind die Influencer?
Pa Chiung und Chen Po-yuan sind in Taiwan bekannte Social-Media-Persönlichkeiten. Chen ist zudem als Rapper Mannam PYC aktiv. Beide sind für ihre öffentlichen Kritiken an China bekannt und veröffentlichen Inhalte, die Pekings Linie widersprechen.
Die Polizei in Quanzhou, einer Stadt gegenüber Taiwans Küste, erklärte, die Influencer hätten wiederholt „separatistische Ansichten“ verbreitet. Wer bei der Ergreifung der beiden hilft, kann eine Belohnung von bis zu 250.000 Yuan (ca. 35.098 US-Dollar) erhalten.
Reaktionen der Betroffenen
Beide Influencer nahmen die Drohungen gelassen auf:
- Chen Po-yuan schrieb auf Threads: „Ich stehe für mich selbst ein. Je größer der Wind, desto stabiler bin ich.“
- Pa Chiung kommentierte, er habe die Nachricht erst nach dem Aufwachen gesehen, und zog einen Vergleich zu einem taiwanischen Politiker, der ebenfalls von China verfolgt wird.
Taiwans Regierung kritisiert China
Die Regierung Taiwans bezeichnete die Kopfgeld-Aktion als Einschüchterungsversuch: „Diese Fahndungsaufrufe sind nur Show“, sagte Liang Wen-chieh, Sprecher des Mainland Affairs Council.
„China versucht, nationalistische Gefühle im Inland zu schüren.“
Politischer Hintergrund
Experten sehen die Maßnahmen Chinas als Teil einer langfristigen Strategie, Kritiker in Taiwan einzuschüchtern und die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Die Aktionen würden darauf abzielen, Angst zu verbreiten und gleichzeitig die Kontrolle über die narrative Darstellung des Konflikts zwischen China und Taiwan zu verstärken.
Quelle: Reuters

