Vorwürfe gegen Christian Ulmen
: Endlich! Fahri Yardim bezieht Stellung

Seit Collien Fernandez die Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen publik gemacht hat, warten die Fans auf eine Reaktion seines Kumpels Fahri Yardim. Jetzt gibt es ein Statement.
Von
Daniela Westermayer
Berlin
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Fahri Yardim (l.) und Christian Ulmen sind enge Freunde und Kollegen.

Fahri Yardim (l.) und Christian Ulmen sind enge Freunde und Kollegen.

picture alliance/dpa | Annette Riedl

Die deutsche Unterhaltungsbranche ist immer noch schockiert: Collien Fernandes’ schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen wegen angeblicher virtueller sexueller Übergriffe sorgen auch Tage nach der Veröffentlichung noch für Aufsehen.

Zahlreiche Prominente haben sich mit der Moderatorin solidarisiert und Stellung bezogen – doch auf eine Reaktion warteten die Fans vorerst vergeblich: Fahri Yardim, ein enger Freund und „jerks.“-Kollege Ulmens. Jetzt meldete sich der Schauspieler endlich zu Wort.

Fahri Yardim veröffentlicht langes Statement

Am späten Sonntagabend teilte der 45-Jährige ein langes Statement auf Instagram.

„Ich bin genauso geschockt wie viele andere. Ich bewundere Collins Mut. Ich bin dankbar für den Zuspruch, den sie erhält. Ich fühle mit ihr. Und ich bin dankbar dafür, wie sie ihre persönliche Geschichte in eine Kraft übersetzt, die echte strukturelle Veränderung möglich macht. Dafür hat sie meine volle Solidarität“, so Yardim.

Opfern zu glauben sei für ihn eine grundlegende normative Haltung. Die Vorwürfe verdienen seiner Meinung nach Schutz, ernsthafte Aufmerksamkeit und die klare Priorisierung der Perspektive der Betroffenen.

„Abgründe im Freundeskreis“

„Mir ist bewusst, dass mein Zögern nicht neutral ist. Es hat Wirkung. Es beeinflusst, welche Deutungen Gewicht bekommen, welche Perspektiven sich verfestigen und welche Schutzräume gestärkt oder geschwächt werden. Auch wenn ich das nicht beabsichtige, bin ich ein Teil dieser Wirkung.“

Er wisse auch, dass Zögern in solchen Konstellationen historisch und strukturell oft dazu beigetragen habe, dass Betroffenen nicht geglaubt oder ihnen nicht ausreichend Schutz gewährt wurde. Doch er „konnte nicht anders“ und habe Zeit gebraucht.

„Vielleicht gibt es eine Ahnung davon, was es bedeutet, wenn sich solche Abgründe im engen Freundeskreis auftun – wie besonders der Schock gerade dort ist.“

„Dass mein Zögern selbst bereits eine Position ist“

In seinen Zeilen wird klar, dass der Schauspieler zerrissen ist und in einem Zwiespalt steckt. Er schreibt von Ambiguität und Komplexität.

„Ich versuche, mich genau in dieser Spannung zu verorten: nicht zwischen Positionen, sondern innerhalb einer Verantwortung, die Klarheit verlangt – und Selbstkritik. Das heißt auch, die eigene Perspektive nicht als abgeschlossen zu begreifen, sondern ihre blinden Flecken mitzudenken.“

Am Ende betont Yardim, dass dies keine abschließende Antwort sei. „Aber ich sehe klarer, dass mein Zögern – und das Ausbleiben einer rechtzeitigen Position – selbst bereits eine Position ist. Mit realen Folgen. Und ich versuche, mich diesen Folgen nicht nur gedanklich, sondern auch praktisch zu stellen.“