Vorhersage Polarlichter in Deutschland: Bringt Sonnenfleck AR4366 die nächste Aurora-Nacht?

Polarlichter im Februar 2026 über Deutschland: So hoch sind die Nordlichtchancen durch den Sonnenfleck AR4366. Foto: Polarlichter über Brandenburg am 20.01.2026.
Patrick Pleul/dpaDas Jahr 2026 startete spektakulär: Intensive Polarlichter tauchten den Himmel über Deutschland am 19. und 20. Januar in leuchtende Farben. Aktuell gibt es einen riesigen und sehr aktiven Sonnenfleck, der eine hohe Wahrscheinlichkeit auf neue Nordlichter bringt. Ob uns in den nächsten Nächten das nächste Lichtspektakel bevorsteht, zeigt der Blick auf die aktuellen Daten.
Vorhersage Polarlichter in Deutschland aktuell
Bunt tanzende Polarlichter über Deutschland: Immer häufiger wird das Naturphänomen, auch Aurora Borealis genannt, hierzulande gesichtet. Normalerweise sind sie eher in nördlichen Gefilden wie Skandinavien, Island, Grönland und rund um den Polarkreis zu beobachten. Die Chancen, Nordlichter auch in unseren Breitengraden zu beobachten, sind aktuell besonders hoch, da sich die Sonne am Maximum ihres elfjährigen Zyklus befindet.
Durch diese erhöhte Sonnenaktivität waren 2025 bereits mehrfach Polarlichter in Deutschland zu sehen, der Januar 2026 schloss sich mit dem stärksten Sonnensturm seit 2003 direkt an.
Aktuelle Sonnenfleckenregion AR4366
Der Sonnenfleck AR4366 ist derzeit eine sehr große und aktive Region dieses Sonnenzyklus. Er hat innerhalb weniger Tage mehrere starke M‑ und X‑Klasse‑Flares (Sonneneruptionen) produziert und gilt praktisch als „Flare‑Fabrik“. Die „X-Klasse“ ist dabei der stärkste Ausbruch.
AR4366 wird sogar als eine der aktivsten Sonnenfleckenregionen seit Jahren beschrieben. Magnetisch wird die Region als komplexe beta‑gamma‑delta‑Konfiguration geführt – eine Art magnetisches Pulverfass, das besonders häufig starke Flares hervorbringt.
Tipps rund um das Fotografieren von Nordlichtern können Sie hier nachlesen.
Hohe Aktivität des AR4366 – wann kommt der nächste Flare?
Die NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) berichtet, dass die Region seit ihrem Erscheinen am 30. Januar bereits 21 Sonneneruptionen der Klasse C, 38 der Klasse M und 5 der Klasse X hervorgebracht hat. Doch das allein reicht nicht aus, um Polarlichter zu erzeugen.
Notwendig sind außerdem koronale Massenauswürfe (Coronal Mass Ejections – CME), die große Plasmamengen ins All schleudern, welche zusätzlich erdgerichtet sein müssen. Sonst fliegen sie einfach an der Erde vorbei.
Die komplexe magnetische Struktur von AR4366 und die anhaltenden Ausbrüche erhöhen die Wahrscheinlichkeit von koronalen Massenauswürfen (CMEs). Bisher wurde von dieser Region jedoch kein eindeutig erdgerichteter CME festgestellt.
So hoch ist die Wahrscheinlichkeit für neue Polarlichter
Aktuelle Prognosen laut earthsky.org sehen für die nächsten Tage eine hohe Wahrscheinlichkeit für weitere M‑Flares (etwa 60–65 %) und eine immer noch signifikante Chance (rund 25 %) für weitere X‑Flares. Eine exakte Vorhersage ist jedoch nicht möglich. Es bleibt also weiterhin sehr spannend und Beobachter sollten die aktuellen Echtzeit-Daten der Solar-Monitore über gängige Portale wie polarlicht-vorhersage.de oder spaceweatherlive im Blick behalten.
Grundsätzlich gilt für die Sichtung von Polarlichtern über Deutschland: Je stärker die Sonnenstürme, desto höher die Wahrscheinlichkeit für die Sichtbarkeit auch in unseren Breitengraden.