Von „Egal“ zu illegal
: Michael Wendler vor Gericht gescheitert und nun vorbestraft

Nach gescheiterter Berufung ist Michael Wendler nun offiziell vorbestraft – der Vorwurf: er half, Vermögen vor einer Zwangsvollstreckung zu sichern. Lest hier alles, was zu seinem Fall bekannt ist.
Von
Judith Müller
Düsseldorf
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Schlagersänger Michael Wendler ist jetzt offiziell vorbestraft.

Schlagersänger Michael Wendler ist jetzt offiziell vorbestraft.

dpa | Bernd Thissen

Michael Wendler, der bekannte Schlagersänger aus Dinslaken, ist seit dem 7. Oktober offiziell vorbestraft. Das Oberlandesgericht Düsseldorf wies die Revision des 53-Jährigen gegen ein Urteil des Landgerichts Duisburg zurück. Wendler hatte versucht, das Urteil anzufechten, doch die höchste Instanz bestätigte die Strafe: Beihilfe zur Vereitelung einer Zwangsvollstreckung.

Urteil und Strafmaß

Das Landgericht Duisburg hatte Wendler bereits im Frühjahr 2025 zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 100 Euro (15.000 Euro) verurteilt. Grund war, dass Wendler zusammen mit seiner früheren Ehefrau Claudia Norberg die Rechte an über 150 eigenen Musiktiteln übertragen hatte. Das Gericht sah darin einen Versuch, Vermögenswerte vor der Eintreibung offener Forderungen zu sichern – was den Gläubigern des ursprünglichen Rechteinhabers erheblichen Schaden zufügte.

Verlauf des Gerichtsverfahrens

Der Musiker war zunächst vor dem Amtsgericht Dinslaken angeklagt, erschien dort aber nicht persönlich. Auch vor dem Landgericht Duisburg trat Wendler nicht vor Gericht auf. Nach der Verurteilung legte er Revision ein, die nun vom Oberlandesgericht Düsseldorf einstimmig zurückgewiesen wurde. Ein Sprecher des Landgerichts bestätigte: „Das Urteil vom 19. März 2025 ist seit dem 7. Oktober rechtskräftig.“ Weitere Rechtsmittel sind ausgeschlossen.

Wendler in der Öffentlichkeit

Schlagersänger Michael Wendler singt bei einem Konzert in der Rudolf Weber-Arena. +++ dpa-Bildfunk +++

Schlagersänger Michael Wendler singt bei einem Konzert in der Rudolf Weber-Arena. +++ dpa-Bildfunk +++

picture alliance/dpa, Bernd Thissen

Michael Wendler, der in Florida lebt, hatte sich in den vergangenen Jahren durch umstrittene Aussagen zur Corona-Pandemie und NS-Verharmlosungen ins mediale Abseits gestellt. Trotz der negativen Schlagzeilen ist er vereinzelt wieder in Deutschland aufgetreten, unter anderem in Bochum im Mai 2025 und in Leipzig im Oktober 2025.

Mit der rechtskräftigen Entscheidung gilt Michael Wendler nun offiziell als vorbestraft wegen Beihilfe zur Vereitelung einer Zwangsvollstreckung. Das Urteil markiert einen weiteren Tiefpunkt in der Karriere des Schlagersängers, der trotz öffentlicher Kontroversen weiterhin versucht, auf der Bühne präsent zu sein.