Vollwaschmittel im Test: Bekannte Marken oft nur „ausreichend“ – welche Waschmittel besser sind

Vollwaschmittel im Test: Reinigen Öko-Produkte so gut wie herkömmliche Waschmittel?
Christin Klose/dpa- Öko-Test prüfte 28 Vollwaschmittel auf Leistung, Inhaltsstoffe, Verträglichkeit, Nachhaltigkeit.
- Einzig „Everdrop Vollwaschmittel“ bekam „sehr gut“; Schwierigkeiten bei Make-up-Flecken.
- Sechs Produkte „gut“, alle mit Eco-Anspruch; häufig Probleme bei Make-up und Nähten/Farbtransfer.
- 15 Mittel „befriedigend“; z. B. „Ja! Vollwaschmittel“: sehr gute Fleckenentfernung, mangelhafte Inhaltsstoffe.
- Sechs „ausreichend“, u. a. „Persil“: starke Leistung, aber kritische Inhaltsstoffe und unklare Dosierangaben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Tomatensoße, Rotwein, Schokolade oder Matsch hinterlassen oft hartnäckige Flecken, vor allem auf weißen Kleidungsstücken. Um die Wäsche nach der Spaghetti-Bolognese wieder sauber zu bekommen, eignen sich grundsätzlich Vollwaschmittel, die mit Aufhellern für ein noch strahlenderes Weiß sorgen.
Unter den 28 Produkten, die getestet wurden, kategorisierte Öko-Test acht aufgrund ihrer Zertifizierungen oder Auslobungen als Produkte mit Öko-Anspruch. „Im Jahr werden in Deutschland 540.000 Tonnen Waschmittel verbraucht. Grund genug, bei den Inhaltsstoffen genau hinzuschauen“, sagt Timm Knautz, Ökotoxikologe bei Öko-Test. Das Vorurteil, dass umweltschonendes Waschen auf Kosten der Sauberkeit ginge, konnten die Experten nicht bestätigen. Bei 30 Grad testete Öko-Test, wie gut die Waschmittel insgesamt 14 verschiedene Fleckenarten aus Baumwolltextilien und Baumwoll-Polyester-Mischgewebe entfernten. „Die konventionellen Waschmittel boten dabei allen Testflecken problemlos die Stirn, während den Marken mit Öko-Anspruch vor allem das Make-up noch zu schaffen machte“, hielten die Experten von Öko-Test in ihrer Auswertung fest.
Öko-Waschmittel als einziges „sehr gut“
Das „Everdrop Vollwaschmittel“ erhielt als einziges die Bewertung „sehr gut“. Es ist mit dem Eu-Ecolabel zertifiziert und zudem vegan, ebenfalls mit Zertifizierung. Im Test wurden keine problematischen Tenside (Substanzen, die beim Waschen Schmutz und Fett aus Textilien entfernen) oder weitere bedenkliche Inhaltsstoffe gefunden. Schmutzablkagerungen an Nahtstellen konnten nicht festgestellt werden. Schwierigkeiten hatte „Everdrop“ jedoch beim Entfernen von Make-Up-Flecken. Auch kam es zu leichten Farbveränderungen durch ein rotes Stoffstück, das im Test mitgewaschen wurde.
Sechs Produkte erhielten die Bewertung „gut“, alle davon mit Eco-Anspruch, teils mit Zertifizierung. Das „Frosch Voll-Waschpulver Citrus“ vom Anbieter Werner und Mertz weist weder problematische Tenside noch andere bedenkliche Inhaltsstoffe auf. Auch dieses Waschmittel tat sich mit Make-Up-Flecken schwer und sowohl die Nähte waren nach dem Waschen deutlich angeschmutzt als auch etwas stärkere Farbveränderungen bemerkbar.
Viele Vollwaschmittel nur „befriedigend“
Die meisten der getesteten Vollwaschmittel, nämlich 15 Stück, wurden von Öko-Test als „befriedigend“ eingestuft. Hier finden sich viele Eigenprodukte von Discountern, Drogerien und Supermärkten wieder, wie das „Ja! Vollwaschmittel“ von Rewe (Dreco). Bei den Inhaltsstoffen erhält es nur eine mangelhafte Bewertung, da das Produkt laut Öko-Test optische Aufheller und Phosphate enthält, dazu Kunststoffverbindungen und problematische Tenside. Die Fleckenentfernung hingegen erhielt ein „Sehr gut“: Es gab keine Verschmutzungen der Naht, allerdings etwas stärkere Verfärbungen im Test mit dem roten Stoffstück.
Bekannte Waschmittelmarken schneiden am schlechtesten ab
Als gerade einmal „ausreichend“ stufte Öko-Test sechs Produkte ein. Sehr gute Waschleistung, jedoch mangelhafte Inhaltsstoffe stellten die Tester unter anderem bei „Persil“ von Henkel fest. Neben synthetischen Polymeren, Phosphaten und optischen Aufhellern in der Rezeptur waren die Dosierangaben auf der Verpackung häufig unvollständig. Es kam auch vor, dass die Anzahl der Waschladungen nicht nachvollzogen werden konnte. Auch weitere bekannte Waschmittelmarken von Henkel oder Procter und Gamble erhalten lediglich ein „ausreichend“ in der Bewertung.
Laut dem Statistikportal Statista ist das deutsche Unternehmen Henkel, das rund ein Drittel seiner Umsätze mit Wasch- und Reinigungsmittel generiert, einer der weltweit wichtigsten Hersteller auf dem Markt. Der Umsatz in der deutschen Industrie zur Herstellung von Seifen, Wasch-, Reinigungs- und Poliermitteln lag im Jahr 2024 bei rund 8,2 Milliarden Euro. Im Jahr 2025 betrug der Umsatz durch Universal-, Voll- und Colorwaschmittel in Deutschland rund 1,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2024 ist das eine Steigerung um 3,9 Prozent. Damit erzielten die Universal- und Vollwaschmittel die meisten Umsätze im Bereich der Haushaltspflegemittel, gefolgt von Bad- und Sanitärreinigungsmitteln sowie Geschirrspülmitteln.
Das Fazit der Tester: „In konventionellen Waschmitteln sorgen oft hochwirksame, aber eher kritische Inhaltsstoffe für gute Waschergebnisse, auf die Produkte mit Öko-Anspruch verzichten. Dennoch zeigte die Waschprüfung, dass der Abstand zwischen den meisten Produkten in Sachen Reinigungsleistung nicht allzu groß ist.“
So viel kostet der Strom für eine Waschladung
Bei durchschnittlichen Stromkosten von 40 Cent pro Kilowattstunde und einer Waschmaschine mit dem Baujahr 2015 oder jünger hat der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel bei verschiedenen Waschtemperaturen die Stromkosten ausgerechnet. Dabei ist klar: Je kälter man wäscht, desto günstiger ist der Waschgang. Bei 20 Grad kostet der Strom für einen Waschgang neun Cent, bei 30 Grad zwölf Cent und bei 40 Grad schon 20 Cent. Bei 60 Grad werden für einen Waschgang 38 Cent fällig, bei 90 Grad sind es 61 Cent.

