Volkswagen im Umbruch: Gunnar Kilian scheidet als Personalchef aus

Gunnar Kilian, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, verlässt das Unternehmen.
picture alliance/dpaIm Vorstand von Volkswagen steht eine wichtige Personalveränderung an: Gunnar Kilian, bisher Personalvorstand und Arbeitsdirektor des Konzerns, wird das Unternehmen verlassen. Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat den entsprechenden Beschluss gefasst, nachdem Kilian der nötige Rückhalt für eine Vertragsverlängerung gefehlt haben soll.
Wechsel im VW-Vorstand: Gunnar Kilian geht, Thomas Schäfer übernimmt vorerst
Die Aufgaben von Gunnar Kilian werden vorläufig von Thomas Schäfer, dem Markenchef von VW, übernommen. Wie Europas größter Autobauer in Wolfsburg mitteilte, gebe es unterschiedliche Vorstellungen bei der Steuerung von Beteiligungsgesellschaften, die letztlich zu diesem Schritt geführt haben.
Gunnar Kilian: Vom Betriebsrat in den Vorstand
Gunnar Kilian, Jahrgang 1975, ist seit dem Jahr 2000 bei Volkswagen. Er begann seine Karriere im Konzernbetriebsrat und rückte vor sieben Jahren als einer der damals jüngsten Dax-Manager in den Vorstand auf. In den vergangenen Jahren hat Kilian maßgeblich die Personalstrategie und die Transformation des Konzerns mitgestaltet.
Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und Vorstandsvorsitzender Oliver Blume würdigten Kilians Verdienste: „Gunnar Kilian hat in den letzten Jahren einen maßgeblichen Anteil an der Transformationsarbeit des Konzerns gehabt.“
Personalabbau bei Volkswagen: Kilians heikler Balanceakt
Zuletzt stand der Personalvorstand wegen des großen Personalabbaus im Fokus: Im Dezember hatten sich Unternehmen und Gewerkschaft nach langwierigen Verhandlungen auf ein umfangreiches Sanierungsprogramm für die Kernmarke VW geeinigt. Bis 2030 sollen knapp ein Viertel der 130.000 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen wurden dabei ausgeschlossen – der Stellenabbau erfolgt über Vorruhestand, Altersteilzeit und Abfindungen.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, dessen Bundesland einer der Hauptanteilseigner von Volkswagen ist, bedauerte Kilians Abschied: „Sowohl als Wirtschaftsminister von Niedersachsen als auch in meiner ersten Zeit im Aufsichtsrat von Volkswagen habe ich immer außerordentlich gerne und gut mit Gunnar Kilian zusammengearbeitet. Sein Wirken im letzten Winter bei Auflösung der Tarifauseinandersetzungen war entscheidend für einen allseits akzeptierten Abschluss.“
Ein prägender Personalchef verlässt Volkswagen
Mit Gunnar Kilian verliert Volkswagen einen erfahrenen Personalvorstand, der die schwierige Balance zwischen Sparzwang, Arbeitsplatzsicherung und der Transformation hin zu Elektromobilität und Digitalisierung gemeistert hat. Wie es langfristig weitergeht, hängt nun auch davon ab, wer dauerhaft seine Nachfolge übernimmt.
Quelle: dpa
