Vogelgrippe: Baden-Württemberg bereitet sich auf Ausbruch im ganzen Süden vor

In Baden-Württemberg gab es bislang einen von der Vogelgrippe betroffenen Betrieb.
Ebrahim Noroozi/AP/dpa- Baden-Württemberg bereitet sich auf eine Ausbreitung der Vogelgrippe im Süden vor.
- Agrarminister Peter Hauk erwartet Fälle entlang Rhein und Bodensee; Stallpflicht möglich.
- Ein Betrieb in Öllingen betroffen – 15.000 Tiere getötet, infizierter Kranich in Pfullingen entdeckt.
- Deutschlandweit bereits 48 Ausbrüche in Geflügelbetrieben, 500.000 Tiere gekeult.
- Vogelgrippe H5N1 verursacht Massensterben bei Wildvögeln, besonders Kraniche betroffen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk rechnet damit, dass sich die Vogelgrippe auch im Süden Deutschlands weiter ausbreiten wird. Derzeit gebe es ein starkes Nord-Süd-Gefälle bei der Tierseuche. „Ich erwarte natürlich, dass die Seuche nach Süden fortschreitet“, sagte der CDU-Politiker im ZDF-«Morgenmagazin“.
Bislang gebe es entlang des Rheins und am Bodensee, wo viele Zugvögel rasteten, noch keine Fälle der Vogelgrippe. „Das kommt aber, da bin ich überzeugt davon“, sagte Hauk, der derzeit auch Vorsitzender der Agrarministerkonferenz ist. Dann werde man dort auch Maßnahmen wie eine Stallpflicht verhängen. „Aber das betrifft die Gewässernähe. Wir sehen noch keine Notwendigkeit, eine landesweite Aufstallpflicht zu verhängen.“
Ein Betrieb betroffen
In Baden-Württemberg gab es bislang einen betroffenen Betrieb. In Öllingen nördlich von Ulm mussten 15.000 Tiere getötet werden. Ein mit Vogelgrippe infizierter Kranich war auf einem Feld in der Nähe von Pfullingen (Kreis Reutlingen) entdeckt worden. Das Landratsamt geht davon aus, dass der Wildvogel den Landkreis auf seinem Weg nach Süden überflogen hat.
Seit Wochen breitet sich die Vogelgrippe in Deutschland immer weiter aus. Besonders betroffen sind der Osten und Norden des Landes. In insgesamt zehn Bundesländern wurden bisher Geflügelfarmen erfasst, in denen zur Seuchenprävention alle Tiere getötet worden sind. 500.000 Nutztiere wurden laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald bisher insgesamt gekeult, seit Anfang September wurden 48 Vogelgrippe-Ausbrüche in kommerziellen Geflügelhaltungen registriert.
Auch viele Zugvögel Opfer der Geflügelpest
Die Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, ist eine bei vielen Vogel- und Geflügelarten häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts fordert sie weiterhin auch Opfer unter Wildvögeln. Bei 248 eingesandten Tierkadavern sei im Referenzlabor das hochansteckende Vogelgrippe-Virus H5N1 festgestellt worden. Die Zahl der verendeten Tiere sei um ein Vielfaches höher.
Vor allem unter Kranichen hatte die Vogelgrippe ein Massensterben ausgelöst. Allein in Brandenburg gab es mehrere Tausend tote Tiere. Nach dem Fund toter Kraniche, bei denen H5N1 nachgewiesen wurde, hatten das Saarland und Hamburg als erste Bundesländer eine landesweite Stallpflicht für Nutzgeflügel angeordnet. Damit soll die Gefahr reduziert werden, dass dort die Geflügelpest auch auf Zucht-, Mast- und Hausgeflügelbestände übergreift. In einer Reihe anderer Bundesländer gilt die Stallpflicht regional begrenzt.

