Vogelgrippe Pandemie Warnung
: Das ist der Stand in Deutschland und den USA

Forscher warnen vor dem Vogelgrippe-Virus H5N1. Es gäbe bereits eine „stille Pandemie“ bei Haustieren. Der aktuelle Stand in Deutschland und den USA.
Von
Nicole Züge
Ulm
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Forscher warnen vor einer Vogelgrippe Pandemie. Der aktuelle Stand in den USA und Deutschland im Überblick. (Symbolbild)

Forscher warnen vor einer Vogelgrippe Pandemie. Der aktuelle Stand in den USA und Deutschland im Überblick. (Symbolbild)

Collage: Patrick Pleul/dpa und CDC
  • Experten warnen vor einer potenziellen H5N1-Pandemie, besonders bei Haustieren wie Hunden und Katzen.
  • In den USA gibt es bereits Fälle von H5N1 bei Katzen, besonders in New Jersey.
  • Forscher empfehlen, die Pandemievorbereitungen zu verbessern, besonders durch mRNA-Impfstoffe.
  • 2025 starb erstmals ein Mensch in den USA an H5N1, Behörden sehen dennoch geringes Risiko.
  • In Deutschland gibt es Vogelgrippefälle bei Wildvögeln und Geflügel, strengere Hygiene ist nötig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Aufgrund des hohen Ausbreitungspotenzials der Vogelgrippe H5N1 rufen Experten zum Handeln auf. Es gäbe in den USA bereits eine stille Pandemie bei Hunden und Katzen. Fachleute sind sich einige, dass Lücken in der Pandemievorbereitung umgehend geschlossen werden müssten.

Die Tierseuche wird durch bestimmte Grippeviren verursacht, die oft von Wildvögeln eingeschleppt werden. Nach einer Ansteckung bricht die Krankheit innerhalb weniger Stunden oder Tage aus. Infizierte Tiere leiden unter Atemnot, Durchfall und Wassereinlagerungen im Kopf. Auch Menschen können sich infizieren, jedoch kommt dies nur selten vor.

Wissenschaftler warnen vor Vogelgrippe Pandemie

Bereits in der vergangenen Woche erschien ein Beitrag im Journal Science mit dem Titel „Prepare now for a potential H5N1 pandemic“ („Bereiten Sie sich jetzt auf eine mögliche H5N1-Pandemie vor“). Darin sprechen sich die Autorinnen und Autoren dafür aus, die Zusammenarbeit zu neuen Technologien zu verstärken, beispielsweise auf dem Gebiet der mRNA-basierten Impfstoffe. Darüber hinaus sollen Vorbereitungen getroffen werden, um Influenzaimpfstoffe bei Bedarf schnell herzustellen.

Die Experten und Expertinnen warnen zudem vor einer bereits jetzt ablaufenden, „stillen Pandemie“ bei Hunden und Katzen. In den USA seien mehrere Fälle von Vogelgrippe bei Katzen gemeldet worden. Besonders betroffen sei der Bundesstaat New Jersey. Für Hauskatzen habe sich H5N1 dabei als besonders tödlich erwiesen, heißt es in dem Fachbeitrag. Die Haustiere würden das Virus durch Kontakt mit kranken Vögeln, aber auch über nicht ausreichend sterilisiertes Tierfutter oder infizierte Milchprodukte aufnehmen.

Vogelgrippe aktuell: Das ist der Stand in den USA

In den USA haben sich Ende vergangenen Jahres bereits Menschen mit der Vogelgrippe infiziert. Bei einem Kind aus Kalifornien und einem Teenager aus Kanada wurde das H5N1-Virus nachgewiesen. Das US-amerikanische Kind, das laut Angaben der Deutschen Presseagentur (dpa) in eine Kindertageseinrichtung in Kalifornien ging, zeigte nur leichte Symptome. Meist äußerte sich die Krankheit durch eine Bindehautentzündung, weil das Virus wohl über die Augen in den Körper eintrat.

Mensch-zu-Mensch-Übertragungen wurden bislang weder in den USA noch in Kanada nachgewiesen. Zuvor war H5N1 bereits in Milchviehbetrieben nachgewiesen. Im Januar 2025 starb in den USA erstmals ein Mensch nach einer Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus. Der Bewohner des Bundesstaats Louisiana sei nach dpa-Informationen älter als 65 Jahre gewesen und habe auch andere gesundheitliche Probleme gehabt. Weltweit gab es zu dem Zeitpunkt schon mehrere registrierte Todesfälle durch H5N1. Angesteckt hatte sich der Patient demnach aller Wahrscheinlichkeit nach bei Vögeln in seinem Garten, auch mit Wildvögeln soll der Mann Kontakt gehabt haben.

Die Behörden in beiden Ländern schätzen aktuell das Risiko für die Allgemeinbevölkerung weiterhin als gering ein. Dennoch beobachten die Behörden die Lage genau. Ín den USA informiert das „Center for Disease Control and Prevention“ (CDC) auf seiner Webseite über die aktuelle Situation.

Aktueller Stand zur Vogelgrippe in Deutschland

Nach mehreren Ausbrüchen der Vogelgrippe in Sachsen hat Staatsministerin Petra Köpping (SPD) laut Angaben der dpa Geflügelhalter zur strikten Einhaltung von Hygienemaßnahmen aufgerufen. „Derzeit ist die strenge Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen essenziell für die Geflügelhalter“, sagte Köpping. Angesichts des starken Vogelzugs und des hohen Infektionsrisikos seien sie angehalten, ihre Bestände vor dem Kontakt mit Wildvögeln zu schützen. Hintergrund sind mehrere aktuelle Fälle im Freistaat: Im Februar wurde die Krankheit bei einem Jungschwan im Vogtlandkreis sowie bei zwei Bussarden im Landkreis Leipzig festgestellt. Am Wochenende (8. und 9. März 2025) wurde die Vogelgrippe zudem in einem Geflügelbetrieb in Grimma bestätigt. Daraufhin verhängte der Landkreis Schutzmaßnahmen, 100 Tiere wurden getötet.

In Feuchtwangen (Franken) besteht seit dem 10. März 2025 bei einem Betrieb der Verdacht auf Vogelgrippe im Tierbestand. Laut Berichten des Bayrischen Rundfunk wurden auf Anordnung des Veterinäramtes Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Die Tiere, rund 15.000 Puten und ebenso viele Putenküken wurden getötet.